Schmitten 12.04.2017

«Ich bin mir der Verantwortung bewusst»

Die Drohne von Roman Brülhart ist mit einer Kamera für Luftaufnahmen ausgestattet.
Roman Brülhart aus Schmitten ist seit sieben Jahren leidenschaftlicher Drohnenpilot. Im Interview mit den ZiG-Reportern spricht er über neue Gesetze und Anforderungen für Drohnenbesitzer und über die zukünftige Entwicklung der umstrittenen Fluggeräte.

Roman Brülhart ist 43 Jahre alt und wohnt in Schmitten. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und ist von Beruf technischer Berater im Aussendienst. Seit ungefähr sieben Jahren ist er hobbymässig Drohnenpilot. Der Einstieg ins Reich der Luftgefährte erfolgte bei ihm via Modellhelikopter. Seit letztem Jahr besitzt Brülhart eine Lizenz für Drohnenpiloten. Die ZiG-Reporter haben mit ihm über die Anforderungen und Schwierigkeiten seines Hobbys gesprochen.

Roman Brülhart, wofür genau benutzen Sie Ihre Drohne?

Ich verwende den Multi­kopter, das ist mein bevorzugter Begriff, rein privat, um Luftbilder und Filme aufzunehmen.

Wie hat sich die Nutzung von Drohnen in den letzten Jahren entwickelt, und was wird sich diesbezüglich in Zukunft noch tun?

Am Anfang gab es nur die Möglichkeit, selber einen Bausatz zusammenzusetzen, um daran eine Actioncam zu befestigen. Ich selber habe das auch so gemacht. Es war eine sehr lehrreiche und interessante Erfahrung. Ich musste mir einige Werkzeuge anschaffen, recherchieren und viel ausprobieren. Natürlich ging da auch das eine oder andere daneben, aber ich habe nicht aufgegeben und freute mich auf die ersten verwackelten Aufnahmen aus der Vogelperspektive. Die Zukunft ist ganz klar die Consumer-Drohne. Dabei muss man fast nichts mehr selber montieren und kann nach dem Aufladen des Akkus und dem Studieren der Anleitung direkt in die Luft steigen. Die Nutzung der Drohnen wird zudem in der Arbeitswelt vermehrt anzutreffen sein: Behörden, Feuerwehr, Energieversorger, Landwirte, Landvermesser, Luftbildfotografen und Lieferdienste setzen nun vermehrt Drohnen ein. Sogar Hilfswerke setzen mittlerweile auf Drohnen, um Hilfsgüter und Medikamente in abgelegene Gebiete zu bringen. Es werden sich noch viele weitere Felder eröffnen, davon bin ich überzeugt.

Welche Anforderungen werden heute an Drohnen­piloten gestellt?

Die technischen Voraussetzungen für die Geräte werden immer geringer, da die Drohnen praktisch flugfertig geliefert werden. Wenn eine Drohne über 500 Gramm schwer ist, braucht man jedoch eine Haftpflichtversicherung für den Modellflug, die mindestens eine Million Franken Schadendeckung aufweisen muss. Das wissen jedoch die wenigsten Drohnenpiloten.

Gibt es gesetzliche Bestimmungen für Drohnenbesitzer?

Natürlich gibt es bereits jetzt klare Gesetze und Regeln. Ich verweise dazu auf das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Je mehr negative Nachrichten über Drohnen auftauchen, desto mehr Gesetze wird es noch geben. Ich für meinen Teil befürworte das. Das Problem ist einfach, dass sich viele Drohnenbesitzer dieser Gesetze gar nicht bewusst sind und dadurch die seriösen Piloten in ein falsches Licht rücken. Ich habe beim Schweizer Drohnenverband einen Drohnen-Pilotenschein gemacht und bin mir der Verantwortung bewusst.

Wie stehen Sie zum Vorwurf, dass Drohnenbesitzer in die Privatsphäre anderer eindringen?

Ich glaube, es ist ein verschwindend kleiner Teil der Drohnenpiloten, die mit Absicht ausspionieren wollen. Zudem haben ja gar nicht alle Drohnen eine Kamera an Bord.

Drohnen

Fliegende Taxis und schwebende Paketlieferanten

Wer kennt sie nicht, die fliegenden Autos aus zahlreichen Science-Fiction-Filmen? In Dubai wird diese Zukunftsvision bald zumindest teilweise in Erfüllung gehen. Dort werden nämlich bald Taxidrohnen benutzt, die ein Gewicht von bis zu 100 Kilogramm tragen können. Sie sollen in Zukunft die traditionellen Taxis ersetzen. Doch nicht nur in Dubai sorgen Drohnen für staunende Blicke. Der Onlinegigant Amazon hat unlängst mitgeteilt, dass er sogenannte Lieferdrohnen einsetzen wird, um Pakete zu verschicken. Amazon bietet einen Service an, der sich «Prime» nennt. Wer diesen nutzen möchte, bezahlt eine jährliche Gebühr. Dafür garantiert Amazon, dass die Prime-Kunden von einem Premiumversand profitieren können. Die künftigen Drohnen sind genau für diese Art von Versand geplant. Ganz ähnliche Visionen hat auch die Schweizerische Post. Auch sie gab unlängst bekannt, in Zukunft Spezialsendungen via Drohnen transportieren zu wollen. Am letztjährigen Autosalon in Genf wurde zudem eine Art Autodrohne präsentiert, die bei den Besuchern auf reges Interesse gestossen ist. Die Nutzung von Drohnen aller Art ist also in aller Munde. Die Fluggeräte werden in Zukunft vielleicht nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sein.

Joël Roggen und Till Rieder