Avenches 04.09.2017

Die Welt zu Gast in der Arena

Hauptattraktion des diesjährigen Avenches Tattoo: Die US- Formation «The Commandant’s Own».
Am Samstagabend ist die 13. Ausgabe des Avenches Tattoo mit einer glanzvollen Show zu Ende gegangen. 18 000 Besucher liessen sich vom zweitgrössten Military-Tattoo der Schweiz verzaubern.

Mitreissende musikalische Darbietungen und bildgewaltige Choreografien: Das Avenches Tattoo hat auch in seiner 13. Ausgabe nichts von seinem Charme verloren. 18 000 Besucher wohnten dem über drei Tage und fünf Vorstellungen dauernden zweitgrössten Schweizer Military Tattoo bei, das am Samstagabend im Amphitheater von Avenches seinen Höhepunkt fand.

Mit 500 Musikern aus acht Formationen und sieben Ländern kam das Publikum beim Avenches Tattoo auch in diesem Jahr in den Genuss eines international geprägten Line-ups. Dabei konnten die Verantwortlichen der Veranstaltung in der Römerarena in Avenches dieses Jahr gar mit einer Premiere aufwarten. Zum ersten Mal seit seiner Gründung im Jahr 1934 trat das «Commandant’s Own – US Marine Drum and Bugle Corps» in Europa auf.

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Die Gäste aus Übersee, die in den USA hauptsächlich offizielle Veranstaltungen wie Amtseinführungszeremonien und Empfänge von Staatsoberhäuptern umrahmen, wussten im weiten Rund der Arena zu überzeugen. Mit hochpräzisem Spiel sowie ausgezeichneten Interpretationen amerikanischer Marsch-Klassiker und moderner Stücke begeisterten sie das Publikum. Dieses honorierte die herausragende Darbietung mit stehenden Ovationen.

Unter die Haut

Einen Extra-Applaus hatten sich zuvor bereits die «Royal Danish Navy Band» und das in strahlend weissen Uniformen marschierende «Orchester der Marineakademie St. Petersburg» gesichert. Die beiden Orchester verzückten mit humoristischen Einlagen – so zogen die Dänen etwa mit ihren Instrumenten in den Kampf, während die Russen zum «Kalinka-Tanz» ansetzten – und liessen die Zuschauer ob der hohen Qualität der eigenen Produktionen staunen.

Zunächst in die Sissi-Zeit Österreichs zurückversetzt wähnte man sich beim Auftritt der «Original Tiroler Kaiserjägermusik». Doch die antiquierte Radetzky-Marsch-Atmosphäre hielt nicht lange an: Mit Elektro-Gitarren und Keyboards katapultierten sich die Vertreter der diesjährigen Gastregion Tirol in die Rock- und Pop-Zeit. Dort siedelten – ganz zur Freude der Zuschauer – auch die «Swiss Army Central Band» und die «Lucerne Marching Band» einen Grossteil ihrer Performances an. Für traditionelle Dudelsack- und Tambouren-Klänge waren schliesslich die «Massed Pipes and Drums»-Musiker aus Schottland, Irland und der Schweiz besorgt. Beim gemeinsamen Finalauftritt aller Formationen sorgten sie mit dafür, dass das Avenches Tattoo 2017 völlig schmerzfrei unter die Haut ging.

Zahlen und Fakten

Wetterbedingt weniger Besucher

«Die Show hat die Publikumserwartungen voll erfüllt». Das sagte Direktor Michel Doleires gestern Sonntag gegenüber den «Freiburger Nachrichten» und zog damit eine positive künstlerische Bilanz der diesjährigen 13. Ausgabe des Avenches Tattoo. Das Publikum habe seine Begeisterung für die Darbietungen der 500 Musiker unüberhörbar zum Ausdruck gebracht. «Das herbstliche Wetter hat den guten Ablauf der Vorstellungen sicher in keiner Weise beeinträchtigt», sagte Doleires weiter. «Die Besucherzahlen vermochte es dennoch negativ zu beeinflussen.» Insgesamt besuchten 18 000 Personen die fünf Vorstellungen, die teilweise von nasskalten Bedingungen geprägt waren. Damit blieben die Besucherzahlen unter den Werten im Vorjahr, als 20 000 Menschen die verschiedenen Vorstellungen am Avenches Tattoo besuchten. Die nächste Ausgabe findet vom 5. bis 7. September 2018 statt.

mz