Freiburg 12.04.2017

Der Winter war schwierig für alle Stationen

Die sechs Freiburger Skistationen hatten im letzten Jahr – wie schon in der Saison zuvor – mit schwierigen Wetterverhältnissen zu kämpfen. Die einen litten mehr, die anderen weniger. Entscheidend bleibt die Möglichkeit, künstlich beschneien zu können.

Lange kein Niederschlag und schlechtes Wetter, als es dann endlich weiss war: Die Wintersaison 2016/2017 war schwierig für die Skigebiete in den Freiburger Voralpen. In Jaun und Schwarzsee geht die Rechnung dennoch «einigermassen auf», wie es Jean-Claude Schuwey, Verwaltungsratspräsident der Jaun-Gastlosen Bergbahnen AG, auf Anfrage ausdrückt. Die genauen Zahlen werden in Jaun jedoch erst Ende April bekannt sein.

Die Kaiseregg Bergbahnen AG erzielte laut Verwaltungsratspräsident Felix Bürdel mit 1,6 Millionen Franken in etwa den gleichen Umsatz wie in der vorhergehenden Saison – die allerdings ebenfalls schwierig gewesen war. In Schwarzsee war Skifahren an 83 Tagen möglich, in Jaun an fast 100 Tagen – in beiden Freiburger Skigebieten waren diesen Winter aber nicht immer alle Lifte offen.

Bürdel und Schuwey betonen, dass der Winterbetrieb nur noch dank künstlicher Beschneiung möglich sei. «Unsere Investitionen in der Vergangenheit haben sich auf jeden Fall gelohnt», so Bürdel. «Unsere Anlage ist bescheidener als jene in Schwarzsee, deshalb hatten wir im Dezember und Januar, als es keinen Niederschlag gab, auch mehr Mühe», sagt Schuwey. Bereits kommenden Winter soll es in Jaun eine effizientere Beschneiungsanlage geben (die FN berichteten). Der notwendige Verkauf von Aktien laufe gut, so Schuwey.

Schwierig ohne Skikanonen

Mehr Mühe bekundeten die Skistationen ohne künstliche Beschneiung am Moléson und in Charmey. Im Vergleich zur vorhergehenden Saison generierten die Bahnen in Charmey 10 Prozent weniger Umsatz, allerdings konnten sie laut Verwaltungsratspräsident Etienne Genoud rund 200 000 Franken beim Betrieb sparen. Dies unter anderem dank der Zusammenarbeit mit Jaun im technischen Bereich und tieferer Personalkosten. Für Charmey bleibt die Lage angespannt, dennoch haben die Bahnen den Antrag für die Erneuerung der Betriebskonzession der Gondelbahn Rapido Sky eingereicht und wollen damit am Skibetrieb festhalten. «Wie viele schlechte Saisons wir noch vertragen, kann ich heute allerdings nicht sagen», so Genoud.

Die Bahnen in Moléson liefen an 87 Tagen, nur an 54 Tagen war Skifahren möglich. «Wir planen Schneekanonen, aber wir müssen zuerst das Wasser dazu finden», sagt der Verantwortliche Antoine Micheloud. Die Station Moléson wird das laufende Betriebsjahr, das von Mai 2016 bis Ende April 2017 dauert, mit dem besten Ergebnis seit Bestehen abschliessen – aufgrund einer sehr guten Sommersaison. Dennoch ist es für die Bahnen ausgeschlossen, auf den Skibetrieb zu verzichten: «Unser Betrieb ist auf vier Jahreszeiten ausgelegt», sagt Micheloud. Die vielen Spaziergänger im Winter seien zwar erfreulich, genügten jedoch nicht, um den Betrieb der Bahnen rentabel zu machen.

Auch Claude Brodard, Verwaltungsratspräsident der Bahnen La Berra, sagt: «Zurzeit ist es unmöglich, ohne den Skibetrieb zu funktionieren.» Die Station baue das Sommerangebot zwar aus; dies mache zurzeit aber nur gut zehn Prozent des gesamten Umsatzes aus. «Wir können den Sommerumsatz maximal auf 30 bis 35 Prozent des gesamten Umsatzes steigern», so Brodard. Mit der vergangenen Saison wird die Luft für die Berra-Bahnen langsam dünn. «Wir können die Rechnungen zwar gerade noch bezahlen, aber wir können nichts auf die Seite legen für kommende Investitionen in den Winterbetrieb.» Müsse einmal ein Pistenfahrzeug ersetzt werden, werde es schwierig.

Insgesamt zeigt sich, dass die zwei vergangenen, schwierigen Wintersaisons sämtlichen Skistationen zu schaffen machen. Gleichzeitig scheint es noch nirgends Thema zu sein, auf den Skibetrieb zu verzichten. Felix Bürdel von den Kaiseregg-Bahnen sagt: «Wir sind der Auffassung, dass die Klimaveränderung das Skifahren in unserer Region nicht so schnell verunmöglichen wird.» Mindestens bis 2030 – dann laufen die Konzessionen der Bahnen aus – will die Kaiseregg Bergbahnen AG in den Winterbetrieb investieren. Denn wie in den anderen Freiburger Skistationen hängen nicht nur die Bahnen, sondern auch Restaurants, die Hotellerie und Parahotellerie sowie die Geschäfte vom Skibetrieb ab.

«Unsere Investitionen in der Vergangenheit haben sich auf jeden Fall gelohnt.»

Felix Bürdel

Kaiseregg Bergbahnen AG

«Wir hatten im Dezember und Januar, als es keinen Niederschlag gab, mehr Mühe.»

Jean-Claude Schuwey

Jaun-Gastlosen Bergbahnen AG