Jaun 02.10.2017

Beschneiungsprojekt verzögert sich

Diesen Winter können die Skifahrerinnen und Skifahrer in Jaun noch nicht von mehr Schneekanonen profitieren.
Die Aktionäre der Jaun-Gastlosen Bergbahnen AG haben den Abschlusstermin für die Aktienkapitalerhöhung verschoben. Das Beschneiungsprojekt hat zudem noch nicht alle bürokratischen Hürden geschafft.

33 Aktionäre besuchten am Freitag die 51. Generalversammlung der Jaun Gastlosen Bergbahnen AG. Sie hatten vor einem Jahr einer Aktienkapitalerhöhung von 750 000 Franken zugestimmt. Die Kapitalerhöhung sollte die Erneuerung und den Ausbau der zwanzigjährigen Beschneiungsanlage ermöglichen und bereits für den Winter 2017/2018 einsatzbereit sein.

Verwaltungsratspräsident Jean-Claude Schuwey musste der Versammlung aber erklären, dass sie nun doch etwas länger warten müssten. Von den 3750 Aktien à 200 Franken konnte bisher nur ein Drittel verkauft werden. Zudem erschweren bürokratische Hürden, namentlich Vorschriften des Wasserbauamtes, das Vorankommen des Projekts. «Manchmal habe ich das Gefühl, die Ämter wollen solche Projekte einfach verzögern», tat Schuwey seinen Unmut kund. Der Verwaltungsrat sei aber nach wie vor von dem Projekt überzeugt und werde den Kopf nicht hängen lassen.

Dieser Meinung waren auch die Aktionäre, die den Antrag zur Verlängerung des Termins für die Aktienzeichnung diskussionslos genehmigten. Pascal Fragnière, Sekretär der Freiburger Bergbahnen, ermutigte die Jauner, das Beschneiungsprojekt nicht fallen zu lassen und auch das Sommerangebot zu erweitern.

Magicpass soll Kassen füllen

Hoffnungen setzen die Jauner auf den Magicpass, der diesen Winter eingeführt wird und nach wie vor zum Vorverkaufspreis zu haben ist. Im Gegensatz zum Kantonalen Saisonabonnement gibt es beim Magicpass einen Verteiler, der jede Station einzeln entschädigt. «In den letzten Jahren hatten wir wohl viele Skifahrer, aber am Abend kein Geld in der Kasse», erklärte Schuwey. «Die Skifahrer kauften ihr Abonnement in einer anderen Station und kamen nach Jaun, wenn sie dort nicht fahren konnten. Wir hatten den ganzen Aufwand, das Geld des Abonnements kam aber anderen zugute.» Beim Magicpass zählt an jedem Tag der erste Durchgang durch das Drehkreuz der jeweiligen Skistation. So sollten die Jauner Bergbahnen auf ihre Kosten kommen.

Jahresrückblick

Bergbahnen verzeichnen Verlust

Das Geschäftsjahr 2016–2017 der Jaun Gastlosen Bergbahnen AG schliesst bei Ausgaben von 770 000 Franken und nach Abschreibungen mit einem Verlust von 88 000 Franken. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Bahnen in der Wintersaison rund 70 000 Franken weniger eingenommen. Eine neue elektronische Anzeigetafel und die Jubiläumsfeierlichkeiten haben zudem die Werbekosten um rund 30 000 Franken auf 50 000 Franken erhöht.

Der Winter war für die Bahnen wettermässig schwierig und arbeitsaufwendig. Dank einem kalten November und einem frühen Wintereinbruch konnten die Jauner jedoch als einzige Freiburger Skistation über Weihnachten zwei kleine Pisten öffnen. So kamen die Bahnen auf 93 Betriebstage im Winter und 90 im Sommer.

Der langjährige Verwaltungsrat Walter Buchs trat an der Generalversammlung zurück. Jean-Claude Schuwey dankte dem «Mann der ersten Stunde» im Namen des Jauntals. Ein Ersatz konnte bisher nicht gefunden werden. Auch der Technische Leiter Beat Gobeli hat die Bahnen nach fünf Jahren verlassen. Die Stelle wurde mit Ulrich Reichenbach aus Gstaad neu besetzt.

cbs