14.03.2017

Wie weiter mit der AHV?

«Es droht eine Zweiklassen-AHV» – FN vom 8. März

Wie im Artikel ersichtlich, gibt es einige Volksvertreter, welche volksnah sind und mit offenen Augen die Situation betrachten, in der die AHV-Bezüger der jetzigen Generation sich zurzeit befinden, und die versuchen, etwas nachzubessern. Der grösste Teil dieser sich volksnah bezeichnenden Politiker sind meiner Ansicht nach aber mit Scheuklappen und Ohrstöpsel unterwegs und wollen weder sehen noch hören, was geschieht. Sicher haben sie Wichtigeres zu tun, als sich mit etwas auseinandersetzen zu müssen, das ihnen persönlich nichts bringt. Wie im Artikel richtigerweise erwähnt, sind die aktuellen Rentner noch lange nicht alle gut situiert. Viele ältere Rentner haben geheiratet und werden heute durch die Heiratsstrafe diskriminiert. Für mich unbegreiflich, haben doch diese Bürger und Bürgerinnen jeder und jede für sich die AHV Beiträge einbezahlt. Jetzt aber, wo diese Rente ausbezahlt wird, sind es nicht mehr zwei volle Renten, sondern nur noch circa 75 Prozent davon. Als wäre das Heiraten eine strafbare Handlung und müsste gesühnt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einführung der obligatorischen zweiten Säule, die erst im Jahre 1985 stattgefunden hat. Durch die fehlenden Jahresbeiträge vor dem Jahr 1985 erhalten viele Rentner nur eine bescheidene Rente. Wenn dann der Partner, der die zweite Säule bezieht, stirbt, gibt es für die überlebende Witwe nochmals circa 40 Prozent weniger. Sicher gibt es auch Rentner, die bei einer arbeiterfreundlichen Unternehmung gearbeitet haben, die schon vor 1985 die zweite Säule eingeführt hat und sie somit eine volle Rente beziehen. Diese sind sicher aber in der Minderzahl. Dies mag ich Ihnen von ganzem Herzen gönnen. Die Idee eines prominenten Sportlers, Leute mit mehr als 300 000 Franken Einkommen sollten, um die AHV zu sanieren, auf ihre Rente verzichten, ist sicher gut. Gleichzeitig ist es aber nur ein Wunschtraum und niemals realisierbar, denn wer genug hat, will noch mehr, und diejenigen, die wenig haben, haben nichts zu sagen.

Wie man sieht, wären auch für die jetzigen Rentner Probleme zu lösen, aber das scheint vielen Politikern nicht bewusst. Beim Lesen solcher oder ähnlicher Artikel stelle ich mir oft die Frage, was sind das für Leute, die eigennützig oder im Interesse ihrer Partei und nicht im Interesse der Bürger, die sie gewählt haben, beurteilen und beschliessen. Oftmals sind Parteikämpfe die entscheidenden Faktoren bei den Abstimmungen. Das ist auch ein Grund, warum die älteren, aber auch immer mehr jüngere Bürger kein Vertrauen mehr in die Politik haben. Vertrauen kann man nicht kaufen, das muss man sich ehrlich erarbeiten.

«Die aktuellen Rentner sind noch lange nicht alle gut situiert. Viele haben geheiratet und ­werden durch die Heiratsstrafe ­diskriminiert.»