10.11.2017

Landwirtschaft stützen statt zerstören

«Der Bundesrat will die Zölle senken» – FN vom 2. November

Die Volkswirtschaft eines jeden Landes besteht aus den unterschiedlichen Teilen Wirtschaft sowie Landwirtschaft. Zum Erhalt von deren Wertschöpfung und zur Stützung der multifunktionalen Ausrichtung der Landwirtschaft sind die Direktzahlungen gedacht. Mit der grösstmöglichen Beseitigung des Grenzschutzes sowie mit der vorübergehenden Erhöhung der Direktzahlungen sieht der Bundesrat Vorteile für die ganze Volkswirtschaft. Mit ihrer Gesamtschau zur zukünftigen Agrarpolitik sowie zur Öffnung des Agrarmarktes zwecks Erzielung höheren Wirtschaftswachstums hat die Regierung nicht nur Freude bereitet. Unsere Selbstversorgung mit Lebensmitteln soll auch in Zukunft nicht vorab durch Vermehrung der Anzahl Grossbetriebe erfolgen. Vielmehr muss sie durch den Erhalt und die fortwährende Entwicklung der Produktivität des Bauernstandes, bestehend aus einer Mehrzahl kleiner und mittlerer Höfe, gewährleistet bleiben. Die Wirtschaft soll sich den von ihr geforderten Zugang zu den internationalen Märkten jedenfalls nicht von den Bauern bezahlen lassen.

Zur Sicherung der Selbstversorgung in Krisenzeiten gilt es, möglichst viele intakte landwirtschaftliche Betriebe zu erhalten, deren Zusammenarbeit zu fördern und ihnen hierfür nebst Direktzahlungen den notwendigen Grenzschutz zu gewährleisten.

Gemäss Volkswille und Verfassung geht Ernährungssicherheit, gewährleistet durch stete Förderung des Agrarsektors aufgrund marktgerechter Preise, der übertriebenen Pflege des Marktes internationaler Handelsbeziehungen vor. Zudem sind einerseits leistungsorientierte, existenzsichernde Direktzahlungen sowie andererseits Vereinfachung sowie Beseitigung allfälliger Auswüchse und Exzesse des zum Teil realitätsfremden Systems gefragt.

Hans E. Brülhart, Luzern