11.07.2017

Es bräuchte nicht viel ...

«Die neue kantonale Fischzuchtanlage in Estavayer-le-Lac funktioniert nicht» – FN vom 30. Juni

Angeln entspannt. Angeln ist wie Therapie. Eine Stunde Angeln kann manchmal Wunder bewirken. Angeln ernährt – und wie! Dem Schiffenen- und Greyerzersee darf man seit den 1980er-Jahren sechs Edelfische täglich (!) entnehmen. Zander sind unter den besten Süsswasser-Speisefischen. Gleichzeitig sind sie sehr nützlich für das Gewässer, da sie auch Aas fressen. Zudem kann es der Zander gut mit anderen Fischarten. Problemlos also – alle lieben Zander. Schade, dass er weg muss! Jedenfalls ist dieser Fisch hier offiziell nicht mehr erwünscht, da er nicht zu einer einheimischen Fischart zählt. Adieu – ich werde Euch vermissen.

Aber solange es noch hat, wird weiter «gemäht». Warum wird das Schonmass (40 cm) eigentlich nicht aufgehoben? Ein Zander von 40 cm hat noch gar nie abgelaicht. Gleichzeitig werden enorme Summen in die Hechtzucht und den Hechtbesatz investiert. Dass dabei viel schiefgehen kann, hat sich kürzlich in Estavayer gezeigt. Der deutsche Professor Robert Arlinghaus hat in seinen Berichten bewiesen, dass Hechtbesatz sinnlos ist – und dadurch reine Geldverschwendung.

Halb Europa beneidet uns um unsere Hechte (nicht die gezüchteten). Grosse Hechte geben viel und guten Laich ab. Schade, dass man jeden grossen gefangenen Fisch sofort töten muss. Ein Entnahmefenster für Hechte während drei Jahren wäre mindestens einen Versuch wert. Zwei Fische pro Tag und Angler übrigens auch. Wer isst schon sechs Hechte am Tag? Die Zeiten von zehnköpfigen Familien sind vorbei. Es gibt etliche Beispiele dafür, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Ideen und Lösungen, die günstig in der Umsetzung und gut für das Ökosystem sind, wären vorhanden. Längerfristig hätten wir vielleicht alle etwas davon.

Als Angler, Naturliebhaber und Steuerzahler hoffe ich, dass nun doch bald zeitgemäss vorgegangen und gehandelt wird. Das Potenzial wäre da, nur leider will es nicht erkannt werden.