12.09.2017

Contra: Wenn Füchse den Hühnerstall bewachen

Meinungsbeitrag zur Abstimmung vom 24. September über die Altersreform 2020

Finanzspritzen mit Milliardenbeträgen, deutlich höhere Mehrwertsteuer, zusätzliche Lohnprozente – mit diesen Massnahmen sichert sich die im Parlament am besten vertretene Generation der 45- bis 65-Jährigen ihre eigene Altersvorsorge. Nur verschafft sie sich die Verschnaufpause auf Kosten der bisherigen Rentner: Diese erhalten keine 70 zusätzlichen Franken, sondern tragen zusätzliche Mehrwertsteuern.

Aber auch die unter 45-Jährigen gehören zu den Verlierern; sie erhalten nicht nur keine 70 Franken, sondern bezahlen die zusätzlichen Mehrwertsteuerprozente ebenso wie die höheren Lohnabzüge. Und sie müssen wissen, dass die AHV durch die Rentenreform mit unverantwortlichem Ausbau per Giesskanne für eine bevorzugte Generation in zehn Jahren bereits wieder rote Zahlen schreibt. Denn das Parlament hat beschlossen, die Renten nicht nachhaltig zu sichern, sondern sie im Interesse der 45- bis 65- Jährigen auszubauen. Das Finanzierungsproblem der Renten für die immer älter werdenden Mitmenschen wird ganz einfach um ein paar Jahre verschoben. Mögen sich doch unsere Nachkommen mit dem so entstehenden Druck auf eine Erhöhung des Rentenalters und zusätzliche Steuererhöhungen auseinander­setzen!

Es sind schlaue Füchse, die im Bundesparlament an der Staatskasse sitzen und über unsere Renten bestimmen. Dass Füchse auch an sich selber denken, liegt in der Natur der Sache. Fatal ist nur, dass wir diesen Füchsen die Überwachung des Hühnerstalls anvertrauen. Die Abstimmungsvorlage gehört ganz klar mittels eines klaren Neins zurückgewiesen an den Absender: Bundeshaus, Bern.