Berglauf 02.08.2017

Mit Freude läuft es sich am besten

Bei heissen Temperaturen schafften es am 9. Stierenberglauf in Schwarzsee 277 Läuferinnen und Läufer ins Ziel. Bei den Frauen belegten zwei Freiburgerinnen die Ränge 1 und 3, bei den Männern dominierten die Gäste.

Seit einigen Jahren ziert das Foto der Sensler Sportlerin Sandra Brügger den Ausschreibungsflyer für den Stierenberglauf. «Damit haben wir Druck aufgesetzt, das hat genützt», witzelte OK-Präsident Hugo Raemy gestern, als Brügger bei der 9. Austragung des Laufes als erste Frau in 52:41 Minuten ins Ziel lief. Bereits 2012 und 2013 hatte sie gewonnen, im Vorjahr war sie Zweite geworden. «Es ist mir tipptopp gegangen», sagte die 34-Jährige im Ziel. Sie sei gemütlicher gestartet als im letzten Jahr und habe dann schon in der ersten Steigung gemerkt, «dass die Beine gut waren.» So ging sie bereits früh in Führung und lief ungefährdet ins Ziel. Speziell vorbereitet habe sie sich nicht; sie laufe und bike aber sehr oft. «Es läuft mir immer viel besser, wenn ich mir nichts vornehme, sondern es einfach aus Freude mache», sagte Brügger. So habe sie für dieses Jahr keine weiteren Wettkämpfe geplant, vielleicht nehme sie im Herbst jedoch spontan an einem Lauf teil.

Spontan war gestern auch die Teilnahme der zweitklassierten Frau. Die Genferin Maya Chollet war am Vortag bei ihrer Arbeit als Journalistin in Schwarzsee unterwegs und hat so vom Lauf erfahren. «Ich fragte meine Arbeitskollegen, ob ich starten dürfe; sie gaben mir eine Pause von 50 Minuten», erzählte Chollet lachend im Ziel. Ganz so schnell war sie nicht: Sie schaffte die 9,7 Kilometer und 620 Höhenmeter in 53:40 Minuten. Damit sei sie sehr zufrieden, denn erst vor eineinhalb Wochen war sie am Iron Man in Nizza gestartet.

Weniger zufrieden mit ihrer Leistung zeigte sich die Vorjahressiegerin Inge Jenny, die in 56:18 Minuten ins Ziel lief und damit über viereinhalb Minuten langsamer war als 2016. Bereits in der ersten Steigung habe sie gemerkt, dass ihr die Kraft fehle, sagte sie. Vermutlich habe sie sich noch nicht vollständig von ihrem letzten Berglauf in Anzères vor drei Wochen erholt. «Abhaken und den Tag geniessen», kommentierte sie ihr Resultat schliesslich.

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Schnellster Mann und Tagessieger war gestern Cédric Lehmann aus dem Kanton Bern. Er lief in 44:35 Minuten ins Ziel und war damit 20 Sekunden schneller als im Vorjahr, als er den zweiten Rang erreicht hatte. Lehmann klassierte sich vor dem Jurassier Jérémy Hunt und vor Gilles Bailly aus dem Berner Jura. Er sei zufrieden, zumal er gestern nach einer Verletzungspause – zuerst litt er unter einem Ermüdungsbruch, dann brach er sich bei einem Velounfall das Nasenbein – das erste Rennen seit März bestritten habe, sagte der 22-Jährige. Zu Beginn sei er an dritter Position gelaufen, nach knapp vier Kilometer habe er jedoch die Führung übernehmen können und diese nicht mehr abgegeben. Der Vorjahressieger Simon Zahnd klassierte sich als Vierter, auf den fünften Rang lief der Sensler Michel Brügger, der nach seinem Rücktritt vom Wettkampfsport wieder einmal ein Rennen in der Region lief.

Stierenberglauf

2018 steht ein Jubiläum an

Der OK-Präsident des Stierenberglaufs, Hugo Raemy, zeigte sich zufrieden mit der 9. Austragung. «Schönes Wetter und keine Probleme bei der Durchführung», fasste er zusammen. Von den 288 angemeldeten Läuferinnen und Läufern schafften es 177 ins Ziel. Rund 40 Helferinnen und Helfer standen für den Lauf, der von Schwarzsee über die Brecca und den Stierenberg zur Riggis­alp führt, im Einsatz.

2018 findet der Stierenberglauf zum 10. Mal statt; für diese Jubiläumsausgabe sei vorerst nichts Spezielles geplant. «Wir werden sicher an der jetzigen Strecke festhalten», so Raemy. Diese sei einfach zu signalisieren und auch für eine Durchführung bei schlechtem Wetter geeignet. Er hoffe allerdings, dass die Jubiläumsausgabe zum Freiburger Volkslaufcup gehören werde; das bringe rund 150 Teilnehmer mehr.

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