Leichtathletik 02.10.2017

Jari Piller flog dem Ziel entgegen

«Ich habe mich heute unglaublich gut gefühlt», sagte Jari Piller, der erstmals als bester Freiburger ins Ziel lief. Schnellste Freiburgerin beim Murtenlauf war hingegen nicht zum ersten Mal Regula Zahno.
In 57:59 Minuten wurde Jari Piller als Zehnter bester Freiburger am Murtenlauf. Mit seiner Leistung war er rundum zufrieden.

«Es hätte auch eine 59er-Zeit werden können, und ich wäre trotzdem zufrieden gewesen», sagte ein vollends glücklicher Jari Piller im Zielraum auf dem Georges-Python-Platz. In der Zeit von 57:59 Minuten stellte der Athlet des TSV Düdingen nicht nur eine neue persönliche Bestleistung beim Murtenlauf auf, sondern wurde mit Rang 10 drittbester Schweizer und bester Freiburger. «Vor dem Start wollte ich nicht zugeben, dass ich auf Zeit laufen werde. Ich konnte den Lauf dann aber so geniessen, dass die Zeit in den Hintergrund gerückt ist.»

Der 27-jährige Piller ging mit dem Etikett des Favoriten um den Titel des schnellsten Freiburgers ins Rennen und wurde diesem gerecht. «Die zahlreichen Interviewtermine im Vorfeld (Red.: unter anderem auch mit der Westschweizer Zeitung Le Matin) haben mich schon etwas nervös gemacht. Aber eine gewisse Nervosität ist ein gutes Zeichen. Ich habe mich heute unglaublich gut gefühlt.» Zum ersten Mal konnte er den Murtenlauf bis zum Ende durchziehen. «Ich habe schnell gemerkt, dass die Beine nicht mehr so schwer sind. Sobald der Startschuss gefallen ist, war ich im Film drin. Von La Sonnaz bis ins Ziel haben mich die Zuschauer regelrecht getragen.»

Ausbezahlt hat sich für Piller, dass er zuletzt längere Distanzen trainiert hatte. So lief er eine Woche vor dem Murtenlauf einmal eine Marathondistanz – und das auf nüchternen Magen, so wie es manche Langstreckenläufer mit Erfolg praktizieren. Vor einem Wettkampf wie gestern stärkt sich Piller indes. «Ich habe die gute Vorbereitung mit dem vielen Ausdauertraining gespürt. Hinauf nach Courlevon bin ich wie geflogen.»

Emotionaler Meszaros

Der starken Form Pillers hatte die kantonale Konkurrenz nichts entgegenzusetzen. Der Handchirurg Thomas Meszaros wurde als 19. zweitbester Freiburger. «Ich feiere nächstes Jahr den 40. Geburtstag. Der Murtenlauf wird immer härter für mich.» Umso mehr freute er sich über seine Zeit von 59:03 Minuten. «Ich wollte unter einer Stunde bleiben, das habe ich geschafft», sagte Meszaros den Tränen nahe. Nicht weniger zufrieden war der drittbeste Freiburger, Adrian Jenny. Im Sommer musste er wegen eines entzündeten Schleimbeutels sechs Wochen lang pausieren. «Im Rennen habe ich meinen Rhythmus gefunden.» Das Resultat waren Rang 24 und eine Zeit von 1:00:22 Stunden. Derweil blieb Erich Huber (42., LAT Sense) in 1:02:33 unter seinen Erwartungen. «Ich habe zu wenig trainiert und war zuletzt noch krank.»

Zahno läuft und läuft und läuft

Bei den Freiburger Spitzenläuferinnen war schon vor dem Start klar, dass es auf ein Duell zwischen Regula Zahno (Jahrgang 1971) und Inge Jenny herauslaufen würde. Letztlich setzte sich die Altmeisterin durch. In 1:07:50 Stunden wurde Zahno Siebte der Gesamtrangliste und nahm Jenny (12.) auf den 17,17 Kilometern 1:36 Minuten ab. «Bis Kilometer 15 lief es gut, dann wurde es schwer.» Sie habe einfach Freude am Laufen, erklärt die Athletin des TSV Rechthalten den anhaltenden Erfolg. Ob sie denn auch 2018 wieder dabei sein werde, könne sie noch nicht sagen. Ein Murtenlauf ohne Zahno? Nicht vorstellbar…

Für Jenny hingegen war das Rennen in der Zeit von 1:09:26 Stunden ein Murks. «Ich kam nicht in den Rhythmus», hielt die Düdingerin fest. «Ich fand ihn erst im zweiten Teil, da war es bereits zu spät, um Regula noch einholen zu können.» Ihr nächstes Ziel ist nun das letzte Rennen des Freiburger Laufcups in Porsel, wo sie sich noch den Gesamtsieg holen kann.

Als 19. in die Top-20 lief Sabine Rappo Conca (AC Murten).

Statistik

12306 Klassierte bei der 84. Austragung

Die Teilnehmerzahlen beim Murtenlauf sind weiter im Aufwind, wenn auch nur gering gegenüber dem Vorjahr. 13587 Läuferinnen und Läufer waren total eingeschrieben, 12306 von ihnen erreichten das Ziel. 2016 waren 13564 gemeldet, wovon sich 12296 klassierten. Mit 7185 klassierten Läuferinnen und Läufern nahm die Zahl über die klassische Distanz (17,17 km) im Vergleich zu 2016 aber ab (7433). Einen neuen Rekord verzeichnete der Mini-Murtenlauf mit 2518 gemeldeten Kindern.

fs