Freiburg 12.10.2017

Kosten für Imagepflege hinterfragt

Der Staatsrat hat informiert, was die kantonalen Behörden in den letzten Jahren für Kommunikation ausgegeben haben. Über den Nutzen gewisser Kampa­gnen kamen im Grossen Rat Zweifel auf.

Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates hatte in einem Postulat vom Staatsrat wissen wollen, welche Inhalte der staatlichen Kommunikation wie viel kosten. Der Staatsrat hat dazu einen 16-seitigen Bericht verfasst und die Kosten für die reine Informationstätigkeit sowie für Kommunikations- und Imagekampa­gnen gesondert aufgelistet.

Für die Information gegen aussen sind bei staatlichen Stellen Personen im Umfang von 12,2 Vollzeitstellen angestellt, die im Jahr 1,5 Millionen Franken an Lohnkosten ausmachen. Diese Aufgabe wurde von den Grossräten bei der gestrigen Debatte nicht infrage gestellt.

Hingegen äusserten sich gleich mehrere Grossräte kritisch über das Kosten-Nutzen-Verhältnis von gewissen Kampagnen. Von 2010 bis 2015 wurden dafür rund 5 Millionen Franken aufgewendet. Die Kosten für drei Aktionen ragten dabei heraus: 1 Million Franken für «Off» zur Reduktion des Energieverbrauchs, 1 Million Franken für «Freiburg macht glücklich» und den Verein «Fribourgissima Image Freiburg» sowie 800 000 Franken für das Erscheinungsbild des Staates mit dem Staatslogo.

Wie misst man den Erfolg?

Claude Brodard (FDP, Le Mouret) lobte im Namen der Ratskommission zwar die Qualität und den Umfang des Berichts, er störte sich aber am «negativen Ton» des Textes: «Es macht den Anschein, als fühle sich der Staatsrat durch das Postulat angegriffen.» Er griff die Kampagnen des Staates auf und meinte: «Es ist kein roter Faden ersichtlich. Die Strategie könnte kohärenter und besser durchdacht sein.»

Benoît Piller (SP, Avry-­sur-Matran) hielt fest, dass im Bericht immer nur von tollen Resultaten dieser Kampagnen die Rede ist. «Doch wenn die Off-Kampagne 1 Million Franken kostet: Wie misst man, ob es ein Erfolg war?» Er wünschte sich vom Staatsrat eine selbstkritischere Haltung.

Emanuel Waeber (SVP, St. Antoni) sagte: «Es ist eine rein interne Bewertung. Ich vermisse den objektiven und kritischen Blick.» Paul Herren (SVP, Kerzers) verlangte ein Pflichtenheft, und Johanna Gapany (FDP, Bulle) wünscht sich mehr Partnerschaften bei Kampagnen.

Staatsrat Georges Godel (CVP) sagte, die Regierung ziehe eine positive Bilanz, weil sie von den Kampagnen überzeugt sei. Um das Staatslogo würde Freiburg von vielen Kantonen benieden, und die Aktivitäten von Fribourgissima verhelfen Freiburg zu viel Aufmerksamkeit in der ganzen Welt. Der Staat gehe bei den Kampagnen viele Partnerschaften ein. Die Image-Kampagne sei gar verlängert worden: Gastauftritte beim Pferdemarkt Saignelégier 2018 und beim Winzerfest Vevey 2019 stehen bevor.

uh