POSIEUX 10.08.2017

«Ich bin sehr schockiert und wütend»

Vandalen liessen auf dem Schulbauernhof in Sorens in der Nacht von Sonntag auf Montag 60 Hirsche laufen und beschädigten die Gehege. Der Verlust von ein bis zwei Jungtieren ist nicht ausgeschlossen. Das Landwirtschaftliche Institut Grangeneuve hat eine Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht.

Ein oder mehrere Vandalen haben in der Nacht vom Sonntag auf den Montag an mehreren Stellen die Gehege der Hirschzucht auf dem zum Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve gehörenden Schulbauernhof in Sorens beschädigt. Dies teilte das Institut Grangeneuve gestern mit. Die Täter benutzten dabei Werkzeuge zum Brechen von Ketten an den Toren und Aufschneiden der Zäune. Allem Anschein nach gingen die Vandalen systematisch vor. 60 Hirsche wurden regelrecht aus ihren Weiden getrieben. Dieser Vandalenakt gefährdet das Leben der Tiere. Denn die Aussetzung von Hirschen aus der Zucht gilt gemäss dem Landwirtschaftlichen Institut als Tierquälerei. Die Tiere sind in der freien Wildbahn nicht überlebensfähig und müssen in so einem Fall aus Gründen der öffentlichen Sicherheit zum Abschuss freigegeben werden. Das Landwirtschaftliche Institut hat Anzeige gegen unbekannt eingereicht. Glücklicherweise konnten die Hirsche noch am Montagmorgen gefunden und zum grössten Teil wohlbehalten wieder in ihre Gehege zurückgeführt werden, worüber man in Grangeneuve sehr erleichtert ist. Die Tiere befanden sich nicht einmal 200 Meter von ihrem Gehege entfernt, wie der Betriebsleiter des Schulbauernhofs, Philippe Charrière, auf Anfrage sagte. Allerdings sei der Verlust von ein oder zwei Jungtieren nicht ausgeschlossen. Der Sachschaden beträgt etwa 4000 Franken. Das Reparieren der Schäden habe zwei Tage gedauert, 1500 Meter Zaun hätten ersetzt werden müssen. Der Wert der ganzen Hirschherde betrage zwischen 40 000 und 50 000 Franken.

«Sicher kein Bubenstreich»

«Ich bin sehr schockiert und wütend», so Charrière weiter. «Das war sicher kein Buben­streich, sondern ein krimineller Akt.» Die aufgeschnittenen Zäune würden auch belegen, dass es sich um eine geplante und nicht um eine improvisierte Tat handle. «Niemand geht spontan mit solchem Werkzeug spazieren», sagt er. Die Angst gehe um im Schulbauernhof. Denn zusätzliche Sicherheitsmassnahmen zu treffen sei schwierig. Charrière geht davon aus, dass sich die Tat vermutlich gegen Ende der Nacht, zwischen drei und vier Uhr ereignet haben muss. Wer diese Tat begangen haben könnte, sei völlig offen. Vielleicht stehe falsch verstandene Tierliebe dahinter, vielleicht sogar eine psychisch kranke Person.

«Die Ermittlungen sind noch am Laufen», sagte Bernard Vonlanthen, Adjunkt Kommunikation bei der Kantonspolizei, auf Anfrage. Einen Zusammenhang mit den Bränden in der Broye, bei denen Pferde und Kühe umkamen (die FN berichteten), sehen sowohl Vonlanthen als auch Charrière als wenig wahrscheinlich an. Die Polizei bittet darum, allfällige Beobachtungen zu melden.