Wünnewil-Flamatt 20.03.2017

Feuerwehrkorps stehen vor Herausforderungen

«Die Zeiten ändern sich – die Feuerwehren auch.» Dies sagte Barbara Wyssbrod, Präsidentin des Freiburgischen Feuerwehrverbandes, an dessen Delegiertenversammlung. Dies bedeutet, dass sich die Feuerwehrkorps anpassen müssen.

Der Freiburgische Feuerwehrverband (FFWV) setzt sich für die Interessen der Feuerwehrleute ein. Im Mittelpunkt steht dabei eine gute, sinnvolle und bezahlbare Ausbildung für alle. Dies betonte Barbara Wyssbrod am Freitagabend vor 84 Delegierten und vielen Gästen in der OS-Aula in Wünnewil. Ihr Ziel ist es auch, die Zusammenarbeit mit der Kantonalen Gebäudeversicherung (KGV) zu vertiefen und sich besser an den Schweizerischen Verband (SFWV) anzubinden, um als echter Partner anerkannt zu werden. «Wir wollen auch die Bezirksverbände besser unterstützen», sagte sie. So wird der im Jahr 2016 erwirtschaftete Überschuss von 10 000 Franken voll für bezirksinterne Kurse verwendet werden. Fortgeführt sollen zudem die Erfahrungsaustausch-Tagungen werden.

Weil der Fortschritt nicht aufzuhalten ist, müssen sich auch die Feuerwehren anpassen. «Wir müssen effizient, schnell und professionell handeln», führte sie weiter aus. Und dies bedeutet für sie, dass die Feuerwehrkorps – nebst der guten Ausbildung – über bestes Material verfügen müssen. Und im Ernstfall gibt es für sie keine Gemeinden- oder Kantonsgrenzen. «Wir müssen auch Anreize für die Jugend schaffen, um den Nachwuchs zu sichern», sagte sie weiter und dachte dabei ebenfalls an die Jugendfeuerwehren, die schon Kindern ab acht Jahren eine Grundausbildung ermöglichen. Sie dankte auch allen Feuerwehrleuten, deren Sold nicht einmal die Spesen für die Einsätze decken, sowie den Arbeitgebern, welche Feuerwehrleute für die Ausbildung und für Einsätze freigeben.

Dass es auch einen Schweizerischen Verband braucht, legte der neue Direktor Urs Bächtold dar. So erinnerte er an die schwierige Lobby-Arbeit des Verbandes, um den Feuerwehr-Sold von der Steuer zu befreien oder um die Null-Alkoholtoleranz für Fahrer von Feuerwehrfahrzeugen wieder aufzuheben. Der Verband sei aber auch da, um Fragen aller Art zu beantworten, auch juristische. «Wir wissen es besser als Herr Google, fragt uns», sagte er.

Für ein Ja am 21. Mai

Sowohl Staatsratspräsident Maurice Ropraz als auch KGV-Direktor Jean-Claude Cornu begründeten, weshalb das Freiburger Stimmvolk am 21. Mai ein Ja zum neuen KGV-Gesetz in die Urne werfen sollte. «Das Personal wird nicht schlechter bezahlt, aber das neue Gesetz erlaubt uns mehr Flexibilität», betonte Cornu zum umstrittenen Punkt, der vorsieht, dass das KGV-Personal nicht mehr dem Gesetz über das Staatspersonal unterstellt wird. «Das Personal des Amtes für Strassenverkehr und Schifffahrt ist sehr zufrieden mit dem autonomen Status», hielt Ropraz fest. Er wies auf die vielen Verbesserungen hin, welche das neue KGV-Gesetz mit sich bringt, zum Beispiel, was die Versicherung der Gebäude zum Neuwert ohne Prämienerhöhung oder die Entschädigung bei Rauchentwicklungen betrifft. Aber auch in Sachen Prävention erlaube das Gesetz neue, moderne und effiziente Hilfsleistungen. Der neue Sicherheitsdirektor Maurice Ropraz rief in Erinnerung, dass er als ehemaliger Greyerzer Oberamtmann die Ziele, Wünsche und Sorgen der Feuerwehrkorps und der Gemeinden bestens kenne und er sich dafür auch einsetzen werde.

Châtillon macht Freude

Jean-Claude Cornu freute sich auf die Eröffnung des neuen Feuerwehr-Ausbildungszentrums in Châtillon Anfang Juni. Schon die ersten Kurse hätten ihn begeistert. Er warb auch für das neue Konzept, das die Aufgaben der Feuerwehren nach 2020 neu definieren werde. Dabei zählte er auch auf die Mitarbeit des FFWV.

An der Versammlung wurde Alt-Staatsrat Erwin Jutzet in Abwesenheit mit Applaus zum Ehrenmitglied ernannt. «Ich habe viel mit ihm gestritten, aber am Ende haben wir immer Lösungen gefunden», sagte Barbara Wyssbrod und kam zum Schluss, dass Jutzet viel für die Feuerwehr getan habe. Geehrt wurde auch die scheidende Kassiererin Nicole Benninger.

Willkommen geheissen wurden die Delegierten und Gäste von Andreas Freiburghaus, Ammann von Wünnewil-Flamatt. Der ehemalige Feuerwehrkommandant erklärte, dass die Feuerwehren von Wünnewil und Flamatt fusioniert haben und diese mit jener von Überstorf die Feuerwehr Unterer Sensebezirk bilden.