Granges-Paccot 07.12.2017

Ein Buch über ein Vorzeigebauwerk

Dieses Holz ist nun Teil des Polizeigebäudes.
Soeben ist das neue Polizeigebäude in Granges-Paccot eingeweiht worden, nun gibt es bereits ein Buch darüber. Ein Bildband von Melanie Rouiller hebt die Arbeiten mit heimischem Holz hervor.

791 Kubikmeter Holz von Fichtentannen aus den Freiburger Staatswäldern sind für den Bau des neuen Kommando-, Führungs- und Ausbildungszentrums der Kantonspolizei verwendet worden. Ihr Anteil an den Gesamtkosten von 40,5 Millionen betrug 3 Millionen Franken.

Die Verwendung von Holz ist das eigentliche Markenzeichen des Gebäudes Mad3 am Chemin de la Madeleine in Granges-Paccot. Ein Rechtsgutachten hatte ergeben, dass ein Bauherr sein eigenes Holz verwenden darf, ohne dass er den strengen Regeln der öffentlichen Ausschreibung unterworfen ist. «Das hat das ganze Projekt deblockiert», so Michel Niquille, Sekretär des Verbands Freiburger Holzwirtschaft Lignum. Um dem besonderen Charakter dieses Baus gerecht zu werden, hat Lignum nun ein Buch herausgegeben, das die Verwendung von Holz auch optisch festhält. Von blossem Auge ist durch die Metallverkleidung das Holz von aussen nicht sehr sichtbar.

Am Anfang dieses Projekts stand ein Auftrag des kantonalen Amts für Wald, Wild und Fischerei an die freischaffende Fotografin Mélanie Rouiller aus Vaulruz. Sie hielt die Momente fest, als die ersten Bäume für das Polizeigebäude geschlagen wurden. Rouiller verfolgte das Projekt dann weiter, indem sie auch beim Transport, dem Sägen und dem Trocknen dabei war. Schliesslich hielt sie auch die Bereitstellung des Holzes, die Montage und die Arbeiten am Polizeigebäude fest.

Aufgrund des umfangreichen Bildmaterials schlug Lignum Freiburg vor, daraus ein Buch zu machen. Dieses 130-seitige Werk liegt nun vor. Neben dem Branchenverband wurde es finanziell auch durch das Amt für Wald, Wild und Fischerei, das Hochbauamt sowie das Bundesamt für Umwelt unterstützt.

Rouiller begleitete die Arbeit ab Anfang 2015. Die Herausforderung ihres Projekts war, dass auf den Bildern immer nur die Bäume und das Holz zu sehen sind, die schliesslich im Polizeigebäude auch verwendet wurden. Das Holz stammt aus neun Staatswäldern im Kanton vom Greyerz- bis in den Sensebezirk. Zur Verarbeitung kamen mehrere Sägereien im Kanton zum Zug. Einzig die Montage geschah ausserhalb des Kantons, in Grindelwald.

«Ich hätte bei dieser Arbeit verschiedene Lehren in der Holzbranche machen können», sagte Mélanie Rouiller gestern bei der Präsentation. «Gerade die Arbeit in den Sägereien ist sonst in der Öffentlichkeit kaum bekannt.»

Nachahmungseffekt

Sehr schwierig sei beispielsweise gewesen, das Trocknen des Holzes im Bild festzuhalten. Fasziniert war Rouiller dann, als der Bau in Granges-Paccot Form annahm: «Da haben sich die Holzelemente wie Legostücke zusammengefügt.»

Für Gilles Schorderet, Präsident von Lignum, stellt der Holzbau des Polizeigebäudes genau die Werte dar, die Lignum verteidigt: nachhaltiges Material, kurze Weg, Förderung der lokalen Wirtschaft.

Das Beispiel des Polizeigebäudes macht auf kommunaler Ebene bereits Schule, betonte Michel Niquille. In Broc, Ursy und Bulle gebe es nun ähnliche Projekte.

Publikation «Mad3». Bildband von Mélanie Rouiller. Bestellen bei Lignum Freiburg.