Murten 10.08.2017

Auf den Spuren des Terminators

Patrick Rapp aus Murten fährt seit acht Jahren einen 400 PS starken Hummer. Hauptsächlich, um seinen Wohnwagen zu ziehen.

«Ich kann mein Auto von der Beiz aus anrufen und sagen: Bitte heizen! Und es macht es.» Patrick Rapp gerät ins Schwärmen, wenn er von seinem Hummer H2 spricht. Und er ist nicht der Erste: Der Terminator Arnold Schwarzenegger wollte unbedingt den militärischen Vorgänger des Hummer, den Humvee, nachdem 50 davon über den Film-Set von «Kindergarten-Cop» gerollt waren. Das Armeefahrzeug konnte nicht zivil zugelassen werden, deshalb entstand eine Partnerschaft zwischen Schwarzenegger und dem Hersteller General Motors: Der Hummer H2 war das Resultat davon.

«Heute wird der Hummer nicht mehr hergestellt», sagt Patrick Rapp. «Er wurde General Motors zu teuer.» Er selbst leistet sich den Hummer, auch wenn das Fahrzeug für den Besitzer ebenfalls recht teuer zu stehen kommt. Gemäss Police habe der H2 einen Versicherungswert von rund 130 000 Franken. Alleine ein Rad koste 4000 Franken, so der Murtner. Rapp arbeitet heute als Techniker bei der Toblerone-Fabrik in Bern-Brünnen, doch gelernt hat er den Beruf des Automechanikers. «So kann ich am Auto vieles selber machen, und es kommt mich dadurch nicht immens teuer», sagt er. «Aber man muss für so ein Auto schon Benzin im Blut haben.»

Rapps Hummer H2 wurde 2007 hergestellt, er selbst hat das Fahrzeug vor acht Jahren gekauft. Der H2 hat einen 6,2-Liter-Motor, leistet rund 400 PS, ist 2,10 Meter breit und verbraucht 22 bis 23 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Es ist denn auch die Leistung, welche Rapp zum Kauf des Hummer animierte. Er besitzt nämlich einen 8 Meter langen Wohnwagen. Als er diesen mit dem Vorgängerauto, einem Grand Cherokee, eine Bergstrasse hinaufziehen wollte, ging es plötzlich nicht mehr weiter. Mit dem Hummer passiert ihm dies nicht mehr: «Der Kauf hatte also rein praktische Gründe.»

Und doch lobt er auch die technische Ausstattung des kantigen Fahrzeugs in den höchsten Tönen. Der Sechsplätzer habe für jeden Beifahrer einen Fernseh-Bildschirm, dazu eine Play-Station.

Eigentlich sei sein Hummer ein Fahrzeug für die Wüste, sagt der Murtner. Es ist auch nicht die Spitzengeschwindigkeit, die den H2 auszeichnet, Rapp mag viel eher das «cruising». Und eigentlich ist ja der Hummer bloss sein Viertfahrzeug. Daneben besitzt er noch zwei Oldtimer, und hauptsächlich fährt er das 30-jährige Modell eines VW Golf. Auch wenn er diesem nicht von der Beiz aus sagen kann, dass er die Sitze vorheizen solle.

Mein Auto und ich: In einer Sommerserie stellen die FN spezielle Autos und ihre Besitzer vor.