Freiburg 20.04.2017

Ist am Ende vielleicht doch nur Bares Wahres?

Digitale Zahlungsarten sind im Trend. Wie wichtig ist Bargeld noch für die nächste Generation? Die ZiG-Reporter haben bei der Jugend von heute nachgefragt und stellten fest, dass Banknoten unter Jugendlichen noch längst kein Auslaufmodell sind.

Die Möglichkeit, digital und bargeldlos zu bezahlen, ist die nächste Revolution im Umgang der Menschen mit ihrem Geld. In Zukunft wird es vermutlich kaum noch Geldscheine geben. Doch wie wichtig sind bargeldlose Zahlungsarten für die nächste Genera­tion? Durch eine Umfrage wollten die ZiG-Reporter herausfinden, welche Beziehung die Jugend von heute zum Bargeld und zu den digitalen Zahlungsarten hat.

Der Überblick ist besser

Für die Umfrage wurden 87 Schülerinnen und Schüler vom Kollegium Gambach in Freiburg befragt. Laut der Umfrage tragen rund 70 Prozent der Befragten zehn bis 40 Franken Bargeld im Portemonnaie. Obwohl rund 80 Prozent Gymnasiasten nach eigenen Angaben eine Kreditkarte besitzen, bezahlt nur jeder Dritte mehrmals pro Woche damit. Der Wandel vom Bargeld zu digitalen Zahlungsmitteln scheint also bei der Jugend noch gar nicht so weit fortgeschritten zu sein. Wieso bleibt Bargeld für die digitale Generation trotzdem weiterhin so attraktiv?

«Wenn ich mit Bargeld bezahle, behalte ich den Überblick über mein Budget viel besser. Die Ausgaben sind kontrollierbarer», ist ein Beispiel eines Pro-Arguments, welches von einem Jugendlichen genannt wurde. Ein Grund, weshalb Jugendliche nicht immer gleich das Plastikkärtchen aus der Brieftasche zücken, ist auch, dass man noch nicht überall mit Kreditkarte bezahlen kann. Zwar sind Kartenleser schon heute äusserst weit verbreitet, jedoch zum Beispiel nach wie vor nicht bei jeder Dorfkäserei oder jedem Tante-Emma-Laden vorhanden. Mit Bargeld geht der Kunde also auf Nummer sicher. Hinzu kommt noch die Einschränkung, dass bei der Verwendung von Kreditkarten oft Mindestbeträge und Gebühren vorgegeben sind.

Selbstkontrolle ist wichtig

«Wenn ich mit Bargeld bezahle, gehe ich bewusster mit meinem Geld um», sagt ein befragter Schüler. «Es schmerzt viel mehr, das eigene Bargeld auszugeben, als einfach die Karte einzustecken und bloss noch einen Pin-Code einzutippen.» Aufgrund der Umfrageergebnisse kann im Allgemeinen festgestellt werden, dass bei Jugendlichen die Selbstkontrolle ein wichtiger Grund für den Gebrauch von Bargeld ist. Gäbe es nur noch Kreditkarten, dann würden zudem für Jugendliche so wichtige Bräuche wie das Taschengeld oder das Maisingen wegfallen.

Nichtsdestotrotz sehen viele der Befragten auch die grossen Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Sie sind platzsparend, das Bezahlen geht schneller und es können höhere Beträge bezahlt werden, ohne Unmengen an Bargeld auf sich zu tragen. Wie würden sich die Leute ohne jegliches Bargeld wohl verhalten? Könnten sich die Leute jemals an das bargeldlose Bezahlen gewöhnen? Das wird wohl die Zukunft zeigen. Zum heutigen Zeitpunkt schwören die Jugendlichen jedoch noch auf das klassische Geld in Papierform.