FREIBURG 18.04.2017

Auf der Jagd nach dem besten Hasen

Beim Grabensaal in der Freiburger Altstadt hat der Künstler Hubert Audriaz das Oster-Märchenland aufgestellt.
Der Freiburger Künstler Hubert Audriaz hat mit seiner Schokohasenjagd in der Altstadt rund hundert Kindern ein Lachen ins Gesicht gezaubert. Am Ostermontag fand das wilde Rennen im Grabensaal statt.

Von wegen «dabei sein ist alles». Beim Anblick des Tempos, das die Kinder bei der Jagd um die Schokoladenhasen an den Tag legen, spüren die Zuschauenden, wie ernst es den Kindern ist. Schliesslich geht es um leckere Schokolade. Und darum, das Osterwunderland, das Hubert Audriaz aufgestellt hat, so schnell wie möglich zu durchqueren. Audriaz hat es mal wieder geschafft: Den Kindern steht der Spass, die Aufregung, die Magie ins Gesicht geschrieben. Noch hält das Wetter an diesem Ostermontag. Audriaz’ «Der verwunschene Spiegel», bei dem er sein Dörfchen im Grabensaal ganz österlich dekoriert und die Kinder auf Schoko-Hasen-Jagd durch die Wiese schickt, findet noch die ganze Woche statt. «Falls es schneien sollte, müssen die Kinder halt auf Skis kommen», sagt er augenzwinkernd. Im Innern des kleinen Dorfes brennt ein Feuer, und so wie immer, wenn ein Lagerfeuer brennt, duftet es irgendwie nach Abenteuer und Kindheitserinnerungen und Campen. «Ich mag diesen Ort – er ist mitten in der Stadt Freiburg und trotzdem in der freien Natur», sagt Audriaz und versteckt drei blaue Hasen in einem riesigen Feld voller Löwenzahn. Währenddessen laufen weiter oben im Grabensaal junge Hasen durch einen grossen Käfig. Drei Mädchen stehen fasziniert davor, füttern den Hopplern Kleeblätter und quietschen «Wie süss!».

Quer durch den Löwenzahn

Um fünf vor vier Uhr läutet Audriaz die Glocke. Die Kinder versammeln sich am Startpunkt. Phase eins der Mission: Die Kinder müssen in der Wiese, die dekoriert ist mit Riesenhasen, die kleinen Köstlichkeiten finden. Die Kleinsten dürfen losrennen, nach ein paar Sekunden auch die Älteren. Einfach: Für jedes Kind hat es einen. Ein kleines Mädchen schnappt sich drei. Zum Glück hat der Hasenmeister noch einen ganzen Sack voll Schokolade in der Hinterhand. «Das ist halt einfach ein Abenteuer. Ich erfinde wahnsinnig gerne Abenteuer.» Phase zwei ist komplizierter. Im Löwenzahnfeld liegen drei blaue Plüschhasen. Wer die findet, hat das grosse Los gezogen und sahnt einen richtig grossen, dicken Schokohasen ab. Die Herausforderung: Das Feld ist riesig, der Löwenzahn wild und hoch gewachsen, und die Konkurrenz besteht aus rund hundert Kindern, die dasselbe Ziel haben. «Ich habe extra meinen Trainingsanzug angezogen, um schneller rennen zu können», sagt die sechsjährige Léonor. Und los gehts – die Kinder durchkämmen lachend und schreiend das Feld. Schnell sind die Plüschhasen gefunden, einige Kinder wollen es nicht wahrhaben und suchen weiter. Ein friedlicher Anblick, diese lachenden Kinder im Löwenzahnfeld. Nur wenige Kinder vergiessen Tränen der Empörung, weil sie die Plüschhasen nicht gefunden haben. Und trotz all des Kampfes um die Schokohasen ist die Stimmung österlich. «Ich geb dir die Hälfte von meinem», sagt ein Kind zu einem weinenden kleinen Bruder.

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«Die Osterhasenjagd ist ein Abenteuer. Ich erfinde wahnsinnig gerne Abenteuer.»

Hubert Audriaz

Freiburger Künstler