SC Düdingen 03.07.2017

Turbulente Saison, glückliches Ende

Auch wenn das Ende schmerzlich war: Die zweite Mannschaft des SC Düdingen hatte diese Saison für positive Ergebnisse gesorgt.
Von einer schwierigen sportlichen Saison sprach Co-Präsident Beat Hirschi an der Generalversammlung des SC Düdingen. Und er übernahm dabei selber die Verantwortung für den Krebsgang der 1.-Liga-Mannschaft.

Am Freitagabend trafen sich im Birchhölzli-Stadion 48 Mitglieder des SC Düdingen zur jährlichen Generalversammlung. Während draussen die erste Mannschaft trainierte, sprach drinnen Co-Präsident Beat Hirschi von einer schwierigen sportlichen Saison seines Vereins. Die turbulenten Wochen am Ende der Saison 2016/17 mit Trainerbeurlaubungen und schlechten Resultaten und schlussendlich doch noch mit einem Happy­end im Kampf um den Ligaerhalt im letzten Spiel gegen Vevey: All dies habe im Verein einige Spuren hinterlassen, führte Hirschi in seinem Jahresbericht aus. Bis Ende März sei die Welt noch in Ordnung gewesen, dann sei die erste Mannschaft von einem Sog erfasst worden, der sich nach und nach zu einem Wildwasserstrudel entwickelt habe, aus dem es fast kein Entrinnen mehr gegeben habe. Hirschi bedankte sich bei Joël Durret und Cédric Liechti – das Duo hatte in den letzten drei Partien als Ersatz für den beurlaubten Trainer Martin Lengen den Ligaerhalt geschafft – «für die grosse Arbeit, Herz und ­Charakter».

«Nur die schönste Nebensache der Welt»

Neben dem kritischen und auch selbstkritischen Rückblick auf die vergangene Saison schaute Beat Hirschi richtigerweise schon wieder nach vorne. «Fussball sei ein Kampf um Leben und Tod, pflegte der schottische Fussballtrainer- und spieler Bill Shankly in den 60er- und 70er-Jahren zu sagen», führte der Co-Präsident des grössten Sensler Fussballclubs aus. «Lassen wir es nicht zu, dass es bei unserem SC Düdingen zu einem solchen Kampf kommt, sondern gehen wir die Sache doch wieder ein bisschen ruhiger und gelassener an und vergessen nicht, dass es nur um die schönste Nebensache der Welt geht.»

In der nächsten Saison wolle man im Fanionteam vermehrt auf junge Talente aus der Region setzen. Im Team wird es zum grossen Umbruch kommen: Mehr als ein halbes Dutzend auswärtige Stammspieler haben nach der verknorzten Saison den Verein mehr oder weniger freiwillig verlassen.

Trotzdem auch sportliche Erfolge

Neben dem enttäuschenden Abschneiden des Fanion­teams in der 1. Liga gab es beim SC Düdingen, der im Moment 550 Mitglieder und 23 Mannschaften umfasst, in der abgelaufenen Saison auch sportliche Erfolge zu feiern. Die zweite Mannschaft erreichte etwas überraschend die Aufstiegsspiele für die zweite Liga, konnte dann aber dort nicht mehr an die guten Leistungen von vorher anknüpfen.

Bei den drei Inter-Juniorenmannschaften, die alle den zweiten Rang in ihrer jeweiligen Gruppe holten, stach der erneute kantonale Cupsieg des A-Teams besonders hervor. Wie Juniorenobmann Ueli Minder in seinem detaillierten Bericht ausführte, erreichten auch die weiteren Junioren-Mannschaften ihre angepeilten Ziele. Die Faktoren Freude und Kameradschaft sollten bei ihnen aber auch künftig ein wichtiges Element sein, betonte Minder. Ein Höhepunkt im Nachwuchswesen sei zudem der vom SCD im Frühling bestens organisierte Juniorentag auf dem Birchhölzli mit rund hundert Mannschaften ­gewesen.

Wie schon oft hatte der Vorstand auch aus der Seniorenabteilung Erfreuliches zu berichten. Die Senioren 40+ gewannen den fast schon zur Tradition gewordenen Meistertitel und werden den SCD in den kommenden Wochen an der Schweizer Meisterschaft ­vertreten.

Nach wie vor gesunde Finanzen

Wie in allen Sportvereinen auf diesem Niveau hat auch der SC Düdingen alle Jahre wieder Mühe, seine Kosten möglichst mit Einnahmen auszugleichen. «Der Rubel rollt nicht mehr so locker wie vor ein paar Jahren», sagte Beat Hirschi, der beim Traktandum Finanzen die abwesende Clubkassierin Astrid Engel vertrat. «Einen Franken einnehmen ist Knochenarbeit, einen Franken ausgeben tut man schnell, zu schnell.» Bei Einnahmen von 671 041 Franken und Ausgaben von 670 560 Franken ergab sich für den SC Düdingen ein symbolischer Gewinn von 482 Franken. Dank guter Arbeit in den letzten Jahren beträgt der das Eigenkapital immer noch stolze 118 377 ­Franken.

Auch für die kommende Saison sieht das Budget eine mehr oder weniger schwarze Null vor. Nach wie vor wichtig für eine ausgeglichene Rechnung sei das traditionelle Grümpelturnier Ende Saison. Bei diesem wird es laut Co-Präsident Erwin Spicher jedoch «von Jahr zu Jahr schwieriger, die nötigen freiwilligen Helfer zu finden».

Eine weitere Mitteilung gab es noch betreffend Birchhölzli-Restaurant zu vermelden: Marius Bächler übernimmt den Restaurationsbetrieb, und sein Vorgänger Beat Hirschi konzentriert sich wieder auf die sportliche Seite des Vereins.

Vorstandstrio im letzten Jahr

Beim Traktandum Wahlen gab es doch einige Überraschungen. Die beiden Co-Präsidenten Beat Hirschi und Erwin Spicher stellten sich für ein weiteres Jahr als Vorstandsmitglieder zur Verfügung. Mit dem an der letzten GV zurückgetretenen Alexander Schmutz – hauptsächlich verantwortlich für Marketing/Sponsoring – konnte man ein ehemaliges Mitglied nochmals für ein Jahr ins Boot zurückholen. Die Vakanz des zurückgetretenen und gestern nicht anwesenden Sportchefs René Cavigelli konnte hingegen noch nicht gefüllt werden. Bis auf Weiteres übernimmt Beat Hirschi diese nicht einfache Funktion.

Die zwei Co-Präsidenten Hirschi und Spicher betonten aber, es sei nun «time for a change», sie würden ihren Posten nur für ein weiteres Jahr ausüben. Es gebe viele junge, motivierte Personen im Club und in dessen Umfeld. Es sei an ihnen, die Geschicke des SCD in den nächsten Jahren in die Hände zu nehmen.

Von der GV wurden Pat Kläy, Stefan Sojcic, René Cavigelli und Peter Minder zu Freimitgliedern ernannt.

SC Düdingen

Mutationen im 1.-Liga-Kader

Bis heute getätigte Zuzüge: Lionel Buntschu (Jahrgang 1997, zurück von Farvagny), Elie Dindamba (94, FC Bulle), Maxime Mason (92, FC Bulle), Ndiaw Ndiaye (94, FC La Sarraz), Nando Sommer (96, FC Plaffeien), Kevin Pinaro (94, FC La Sarraz), Fisnik Pajaziti (97, Inter A). – Weitere Inter-A-Spieler, die die Vorbereitung mit mitmachen: Yves Boschung, Cédric Portmann und Jannik Rytz. – Dazu neu im Staff: Adrian Schneuwly (Goalietrainer), Judith Buchs und Marina Brülhart ( Masseusen).

Abgänge: Ermin Gigic (zum FC Muri-Gümligen), Adan Rebronja (zum FC Freiburg), Dino Rebronja (?), Manuel Schwarz (FC Plaffeien), Fabian Stoller (?), Ovi Mendizov (?), Jose Muala (?), Tolga Mertoglu (?).