Fussball 12.06.2017

Seisa 08 bleibt im Aufstiegsrennen

Seisa-Spieler Philippe Schärli (in Weiss) im Duell mit Damien Pellet.
Der FC Seisa 08 wahrt seine Chancen auf den Aufstieg in die 2. Liga: Die Sensler errangen am Samstag bei Vully einen hart umkämpften Arbeitssieg. Das Siegtor fiel erst in der fünften Minute der Nachspielzeit.

«Man hat gegen die Deutschen erst gewonnen, wenn sie mit dem Bus aus der Stadt raus sind», sagte der berühmte niederländische Fussballtrainer Arie Haan Mitte der Achtzigerjahre. Diese etwas überspitzte Feststellung lässt sich, nach der dritten Runde der Aufstiegsspiele, nun auch auf den FC Seisa 08 übertragen. Nach dem überraschenden Sieg vor zehn Tagen gegen Gruppensieger Düdingen II wurde nun im Vully wieder zugeschlagen. Diesmal lagen die Spieler von Trainer Markus Sturny sogar zweimal zurück, aber in der 95. Minute gelang ihnen durch Beda Mathis der Siegtreffer. Etwas Glück war schon dabei, aber weil die Sensler gegen Schluss hin mehr Siegeswillen zeigten, wurden sie dafür fürstlich belohnt. Für den bereits 1935 gegründeten FC Vully-Sport hat dieses erste Heimspiel nicht nur einen bitteren Nachgeschmack, es könnte auch das Ende der Aufstiegsträume bedeuten.

Die beiden Finalisten hatten bereits in früheren Jahren mit der 2. Liga Bekanntschaft gemacht. Die Seeländer spielten nämlich schon von 1967 bis 1969 und von 2002 bis 2011 in dieser Kategorie mit. Und vor der Fusion von Heitenried und St. Antoni war auch dem FC Heitenried unter Trainer Magnus Baeriswyl bereits 1994 der Aufstieg gelungen. Das Unterfangen war allerdings von kurzer Dauer, denn nach einer Saison war das Abenteuer 2. Liga bereits wieder vorbei.

Zäher Spielbeginn

In der ersten Halbzeit dominierte in beiden Lagern das Motto «Verlieren verboten». Aus den beidseits verstärkten Abwehrreihen heraus wurde versucht, mit schnellen Kontern zum Erfolg zu kommen. Daraus entwickelte sich ein von vielen Zweikämpfen geprägtes, zähflüssiges Spiel. Nach der Pause, als beide Mannschaften die anfängliche Nervosität abgestreift hatten, bekamen die Zuschauer bis zum Schluss ein gutes, spannendes Spiel zu sehen.

Praktisch mit dem ersten Angriff gelang den Einheimischen nach zwölf Minuten bereits die Führung. Nach einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld der Sensler drückte Patrick Mülhauser aus 15 Metern ab und liess Torhüter Martin Zahno keine Chance. Nach einem groben Schnitzer in der Hintermannschaft der Einheimischen gelang Fabio Schärli aus dem Gedränge heraus der Ausgleich (35.)

Beide Mannschaften kamen wie verwandelt aus der Kabine. Als den Seeländern nach einer Druckperiode zu Beginn der zweiten Halbzeit durch Mittelstürmer Seimid Tukanovic die erneute Führung gelang, sah es alles andere als gut aus für Seisa 08. Vully suchte nun mit dem dritten Tor vehement die Siegsicherung, und die Sensler ihrerseits setzten zwangsläufig voll auf Angriff. Daher entwickelte sich ein Spiel auf Messers Schneide, das sowohl auf die eine als auch auf die andere Seite hätte kippen können. Matchwinner wurden schliesslich Torhüter Martin Zahno, der mit zwei ausgezeichneten Paraden die Sensler im Spiel behielt, sowie Beda Mathis mit dem Siegestor. Yanick Aebischer gelang eine Viertelstunde vor Schluss der Ausgleich. Fünf Minuten später traf der gleiche Aebischer nur den Pfosten. In der langen Nachspielzeit reichte es den Senslern durch Beda Mathis zum glücklichen Sieg. «Nach dem mühsamen Beginn haben wir uns gesteigert und sind zum glücklichen Sieg gekommen», sagte Trainer Markus Sturny nach dem Spiel.

Telegramm

Vully-Sport – Seisa 08 2:3 (1:1)

Chablais Sugiez; 220 Zuschauer; SR Jaquet.

Tore: 12. Mülhauser 1:0. 36. Fabio Schärli 1:1. 60. Turkanovic 2:1. 75. Yanick Aebischer 2:2,. 95. Beda Mathis 2:3.

FC Vully: Sa Nogueira; Pham, Brülhart, Lauper, Pellet; Pittet (64. Binder) Mülhauser (79. Lenherr); Oliveira (84. Eichenberger), Kurtic; Scarinzi, Turkanovic.

FC Seisa 08: Martin Zahno; Rumo, Yannick Aebischer, Simon Zahno, Noesberger; Marc Bertschy (87. Jeremy Aebischer), Yanick Aebischer; Philippe Schärli (46. Beda Mathis), Sandro Brülhart; Fabio Schärli (68. Fabian Aebischer), Armando Mathis.