Fussball 13.11.2017

Mit einer Niederlage in die Pause

Der Freiburger Isaac Bamele (r.) nimmt beim Zweikampf die Hände zu Hilfe.
Die Winterpause kommt für den FC Freiburg im richtigen Moment: Beim 1.-Liga-Spitzenkampf in Martigny verloren die Pinguine mit 1:2 und warten nun seit fünf Begegnungen auf einen Sieg.

Beim aufstrebenden Martigny kassierte der FC Freiburg seine zweite Niederlage in Folge. Nach einer schwachen ersten Halbzeit und einem 0:1-Rückstand steigerte sich der FCF in der Folge, doch nach dem Ausgleich kassierte er gleich wieder einen Gegentreffer und musste gar in Unterzahl spielen. Trotzdem waren die Pinguine nahe an einem Punktgewinn, aufgrund des klaren Chancenplus von Martigny war der Sieg der Walliser aber verdient.

Kurioses Tor zum 1:0

Was bis im September noch alles gut gegangen war, klappte gegen Ende der Vorrunde auf einmal nicht mehr. Natürlich war Freiburg als Spitzenklub auf einmal nicht mehr der Jäger, sondern der Gejagte, wodurch die Gegner vorsichtiger agierten. Das Schlachtenglück und die Effizienz waren je länger, desto weniger auf Seite der Pinguine. Doch dank dem guten Punktepolster kann der Klub nun doch im ersten Drittel überwintern, auch wenn viele Teams nahe zusammenliegen.

Bei Dauerregen auf dem tiefen, aber recht gut spielbaren Terrain fand Freiburg nicht so recht ins Spiel. So verwunderte es nicht, dass die aufsässigen Walliser nach einer halben Stunde mit einem kuriosen Tor in Führung gingen: Nach einem weiten Ball eilte Goalie Sléo Freiburghaus aus dem Tor, sein Befreiungsschlag knallte aber genau an die Brust des heranstürmenden Biljali und landete dann im Tor der Freiburger. Auch wenn der Gegentreffer unglücklich war, musste Freiburg froh sein, mit diesem knappen Rückstand in die Pause zu gehen. Denn die Heimelf hatte weitere klare Möglichkeiten gehabt.

Reaktion nach der Pause

Nach der Pause kam Vedad Efendic für den schwachen Robyn Chirita, und das Spiel der Freiburger wurde sofort besser. Nach einem Freistoss durch Nguyen Phi stieg Machado am höchsten und verwertete per Kopf zum überraschenden Ausgleich (49.).

Doch dieser hielt leider nicht lange stand, denn nur einige Minuten später führte eine ähnliche Situation auf der Gegenseite für die erneute Führung der Gastgeber. Kurz darauf musste Freiburg infolge eines verbalen Ausrasters von Issac Bamele in Unterzahl spielen, trotzdem setzte man den Gegner unter Druck. Christopher Nzinga eilte auf einmal allein aufs Tor zu (68.), verlor aber das Duell gegen den Walliser Schlussmann.

Die grösste Ausgleichsmöglichkeit vergab jedoch der eingewechselte Mehdi Benhaddouche, der einen Querpass von Efendic aus drei Metern an den Pfosten statt ins verwaiste Tor setzte. Ein Punktgewinn wäre zwar möglich, aber auch schmeichelhaft gewesen, denn Martigny vergab auch weitere klare Chancen.

Nach der Partie war Captain Julien Bize enttäuscht: «Schade, dass wir in Unterzahl spielen mussten, sonst wäre mehr möglich gewesen. Wir waren nach der Pause klar besser als vorher und haben auch in Unterzahl gut gespielt, wie auch in den letzten Partien. Leider gelang uns kein positives Resultat. Das Glück und die Effizienz fehlten zuletzt, daran müssen wir in der Winterpause arbeiten, um weiter in der Tabellenspitze mitspielen zu können.»

Trotz allem positive Bilanz

Nach dem knappen Ligaerhalt in der letzten Saison gab es beim FC Freiburg viele Wechsel und ein neues Trainerduo. Angesichts der vielen Umbrüche genoss die Mannschaft im Vorfeld der Meisterschaft nicht viel Kredit, doch das neu zusammengewürfelte Team fand sich schnell und überraschte in positiver Hinsicht. So wurden von den sieben ersten Spielen gleich sechs gewonnen, so dass der Stadtklub eine Zeit lang gar die Tabellenspitze anführte.

Allerdings gewann das Team auch Partien, wo es nicht besser war als der jeweilige Gegner, und war damit etwas zu gut klassiert. Dann kam der Schnitt – nicht ein Einbruch, denn die Mannschaft spielte weiterhin gut –, doch die Resultate waren nicht mehr wie zu Beginn. Das begann beim Derby gegen den SC Düdingen, als man wie gegen Carouge in extremis noch einen Punkt rettete. Dann wurden aber noch drei Spiele verloren, so dass man im Klassement auf den vierten Platz zurückfiel. Im Gegensatz zu den beiden anderen Freiburger 1.-Liga-Teams Düdingen und Portalban/Gletterens steht der FC Freiburg aber immer noch gut da.

Telegramm

Martigny - Freiburg 2:1 (1:0)

Octodure. – 200 Zuschauer. – SR: Carrard. Tore: 29. Biljali 1:0. 49. Machado 1:1. 57. Cakaj 2:1.

FC Martigny-Sports: Da Cruz; Rodrigues, Yerly, Cakaj, Cotter; Tissières (60. Ambrosio), Pereira, Ndongabi (82. Sarrasin), Biljali; R. Mehmetaj (75. Di Stefano), Constantin.

FC Freiburg: Freiburghaus; Moussa, Baizidi, Bize, Bamele; Phi, Machado (82. Benhaddouche), Marques, Chirita (46. Efendic); Quintero (64. Rebronja), Nzinga

Bemerkungen: Freiburg ohne Ndarugendamwo und M’Sabeg (gesperrt) sowie ohne Rondon (verletzt), Martigny ohne Meite, H. Mehmetaj und Bozic (gesperrt) sowie ohne Orsi und Morganella (verletzt). – Platzverweise: 59. Bamele, 93. Baizidi (beide Ampelkarte).