Fussball 05.02.2018

«Man sollte uns nicht abschreiben»

«Es gibt noch viel Arbeit, aber wir sind auf gutem Weg»: SCD-Trainer Joël Durret.
Der SC Düdingen hat sein Team komplett, mit dem er in der Rückrunde der 1. Liga den Ligaerhalt schaffen will. Sechs Zuzüge hat der SC Düdingen in der Winterpause getätigt, fünf Abgänge hat er zu verkraften.

Eigentlich hatte der SC Düdingen geplant, seine 1.-Liga-Mannschaft in der Winterpause nur punktuell zu verstärken. Das Team stabilisieren, anstatt es wie in vergangenen Jahren mit zahlreichen Wechseln durchzuschütteln, so lautete die Devise. Geklappt hat das Vorhaben allerdings nicht ganz. «Weil wir in der Pause drei Stammspieler verloren haben, mussten wir einige Spieler mehr als geplant hinzuholen», sagt SCD-Trainer Joël Durret.

Nicht geplant gewesen war der Abgang von Mittelfeldspieler Andi Iseni, den es aus familiären Gründen zurück nach Frankreich zog. Auch Stürmer Karim Diarra hätte man gerne auf dem Birchhölzli behalten. «Er erhielt allerdings von Stade Payerne ein finanzielles Angebot, mit dem wir nicht konkurrieren konnten», erklärt Durret den Abgang des 23-jährigen Stürmers, der für den SCD in der Vorrunde drei Tore erzielt hatte.

Ebenfalls zu Stade Payerne zog es Kevin Pianaro. Unter Martin Lengen war der 23-jährige Mittelfeldspieler Stammspieler, nach dem Trainerwechsel musste er unter Joël Durret dreimal zuschauen. «Er glaubte nicht daran, dass er in der Rückrunde wieder zum Stammspieler werden könnte und zog deshalb einen Wechsel vor», erklärt der Trainer. Nicht mehr im Kader sind auch die beiden Ergänzungsspieler Fisnik Pajaziti und Evan Melo. Ersterer versucht sein Glück künftig in der 2. Liga interregional beim FC Farvagny, Melo legt wegen eines Auslandaufenthaltes eine Pause ein.

Hoffnungsträger Ziegler

Trotz der zum Teil kurzfristigen und gewichtigen Abgänge ist es dem SC Düdingen gelungen, sein Kader für die Rückrunde zu verstärken. Als kleiner Coup darf sicherlich die Verpflichtung von Aurélien Ziegler bezeichnet werden. Der 29-jährige Franzose spielte zuletzt in der dritten französischen Liga bei Racing Besançon. Davor hatte er eine Saison lang beim FC Echallens 1.-Liga-Erfahrung gesammelt. «Aurélien ist ein offensiver, sehr kreativer Mittelfeldspieler mit einer beeindruckenden Spielintelligenz», erklärt Joël Durret. «Er kann den Rhythmus sehr gut variieren. Er versteht es, sowohl mit dem Ball am Fuss das Spiel zu beruhigen als auch mit Pässen in die Tiefe das Tempo zu beschleunigen.»

Schon seit einiger Zeit vermisst man beim SCD einen Mittelfeldspieler, der dem Spiel die nötigen offensiven Impulse geben kann. Mit Ziegler scheint es nun, dass man dieses Manko beheben könne. Beim letzten Testspiel gegen den 1.-Ligisten Münsingen konnte der Neuzugang jedenfalls schon glänzen und auch seinen ersten Treffer verbuchen.

Eine gute Visitenkarte hatte in den Testspielen auch Yannick Moussa abgegeben. Gegen Münsingen steuerte der Verteidiger ein Tor und ein Assist zum 3:3-Unentschieden bei. Der 24-jährige Franzose, zuletzt beim Kantonsrivalen FC Freiburg engagiert, durchlief seine fussballerische Ausbildung beim FC Nantes. «Yannick ist ein sehr guter Aussenverteidiger mit viel Offensivdrang», sagt SCD-Trainer Joël Durret. «In Freiburg hat er eine sehr starke Vorrunde absolviert. Er wird unser Team ganz deutlich verstärken.»

Vor wenigen Tagen ist ein weiterer Spieler des FC Freiburg zum Birchhölzli-Team gestossen: der 19-jährige Mittelfeldspieler Robyn Chirita. Dass er ein Aggressivleader ist, der gerne die Zweikampfduelle sucht, konnte er beim Stadtclub in der Vorrunde bei sechs Einsätzen unter Beweis stellen.

Überraschende Rückkehr von Rebronja

Etwas überraschend kehrt auch Adnan Rebronja zum SC Düdingen zurück. Im Januar 2016 aus Rapperswil zum SCD gestossen, trug der 27-Jährige eineinhalb Jahre das SCD-Dress. Sechs Tore hat Rebronja letzte Saison für die Sensler erzielt. In der zweiten Meisterschaftshälfte konnte er die in ihn gesteckten (hohen) Erwartungen allerdings nicht mehr erfüllen, weshalb der Verein seinen Vertrag nicht verlängerte. Der Stürmer wechselte zum FC Freiburg, wo er sehr gute Leistungen zeigte, bis ihn eine Verletzung ausbremste. «Wir hoffen auf möglichst viele Tore von ihm», sagt Durret.

Tore schiessen, das soll in erster Linie auch Neuzugang Marco Fasel vom FC Ueberstorf. Mit beeindruckenden 26 Treffern hat er sich letzte Saison zum Torschützenkönig der 2. Liga gekrönt. Nun will Fasel versuchen, sich in der 1. Liga durchzusetzen. Dass in dem 24-Jährigen viel Potenzial schlummert, hat er in den bisherigen drei Testspielen beweisen können. Gegen Münsingen gelang ihm gar sein erster Treffer für das neue Team.

Durrets Zuversicht

«Unter dem Strich haben wir sicherlich an Qualität gewonnen», ist Trainer Joël Durret angesichts der Neuzugänge überzeugt. «Die Entwicklung, die wir in den letzten drei Wochen seit dem Trainingsanfang gemacht haben, zeigt mir, dass wir auf gutem Weg sind. Es gibt noch viel Arbeit, wenn wir aber so weitermachen, bin ich zuversichtlich für die Rückrunde.»

In der Rückrunde, die für den SCD am 3. März mit dem Auswärtsspiel gegen Thun U21 beginnt, geht es für Durret und sein Team darum, den Ligaerhalt zu schaffen. Die Ausgangslage ist nicht ganz einfach, sieben Punkte beträgt Düdingens Rückstand auf den Strich. «Abschreiben sollte man uns noch nicht», gibt sich der SCD-Trainer kämpferisch.

SC Düdingen

Das Kader für die Rückrunde

Torhüter: Maxime Brenet, Kai Stampfli.

Verteidiger: Jan Bürgy, Flavio Cassarà, Elvis Corovic, Jens Hofer, Loïc Marmier, Yannick Moussa (neu, Freiburg), Jannick Rytz, Yessin Sdiri, Fabian Suter.

Mittelfeld: Christoph Catillaz, Robyn Chirita (neu, Freiburg), Elie Dindamba, Frédéric Piller, Cédric Portmann, Nando Sommer, Aurélien Ziegler (Racing Besançon/FRA).

Stürmer: Lionel Buntschu, Marco Fasel (neu, Ueberstorf), Steve Mballa (neu, Jun. A), Ndiaw Ndiaye, Dylann Nyangi, Adan Rebronia (neu, Freiburg).

Trainer: Joël Durret.

Abgänge: Andi Iseni (Pause), Kevin Pianaro (Stade Payerne), Fisnik Pajaziti (Farvagny), Karim Diarra (Stade Payerne), Evan Melo (Auslandaufenthalt).