Fussball 13.03.2017

Freiburg im Abschluss ohne Überzeugung

Eine Woche nach dem Heimsieg gegen La Sarraz kassierte der FC Freiburg im Abstiegskampf in Naters eine 0:2-Niederlage und fällt in der Tabelle wieder hinter die Oberwalliser zurück. Die Tore fielen kurz nach der Pause und in der Nachspielzeit.

Bis in die Nachspielzeit hinein konnte Freiburg gestern auf einen Punktegewinn hoffen, ehe Naters’ Captain Saleh Chihadeh nach einem Konter mit dem 2:0 alles klar machte. Am verdienten Sieg der Walliser gab es am Ende nichts zu rütteln, der Heimklub hatte vorab im Sturmspiel mit dem Duo Matus/Chihadeh die besseren Spieler. An und für sich gefielen die Freiburger durch ein gepflegtes Mannschaftsspiel, im Angriff fehlten ihnen aber nach wie vor die torgefährlichen Stürmer.

Naters mit dem so wichtigen Führungstor

Am letzten Wochenende genügte den Freiburgern gegen ein schwaches La Sarraz ein einziges Tor zum Sieg, ein solches wollte den Pinguinen in Naters über die gesamte Spieldauer nicht gelingen. In der ersten Halbzeit hatte Naters eindeutig mehr vom Spiel und zwei ausgezeichnete Möglichkeiten. Nach 19 Minuten klatschte ein Abschluss des Tschechen Martin Matus aus fünf Metern an die Oberkante der Latte, und ein paar Spielminuten später schoss der gleiche Spieler ein Zuspiel seines schnellen und trickreichen Flügels Chihadeh knapp am Tor vorbei. Dazwischen annullierte der junge Schiedsrichter Rosset trotz gewaltigen Protesten der Platzherren noch einen Treffer der Walliser wegen Offside. So gesehen schmeichelte das 0:0 zur Pause den Freiburgern, die einzig bei einem Rush des Offensivverteidigers Gianluca Nuncera (29.) zu einer Halbchance gekommen waren.

Noch hatten nicht alles Fans nach der Pause ihr Bier abgeholt, da ging Naters dem Spielverlauf entsprechend, aber doch nicht zwingend, in Führung. Einen nicht sonderlich scharf getretenen Freistoss von Hannes Borter liess FCF-Keeper Marc Ummel kurz abprallen, und der gut gefolgte Center Matus konnte abstauben. Kurz nach diesem Gegentor nahm Freiburgs Trainer Christian Zermatten, der ja bis Mitte der Vorrunde Naters gecoacht hatte, zwei Offensivwechsel vor und liess nun mit einer Doppelspitze spielen. Vom eingewechselten Khallil Lambin ging dann auch die grösste Gefahr aus. Schade nur, dass der junge, dunkelhäutige Stürmer vier Minuten vor Spielende aus ausgezeichneter Position den Ausgleichstreffer vertändelte. Statt des möglichen Ausgleichs fiel dann in der Nachspielzeit noch das 2:0 für Naters; zu diesem Zeitpunkt hatte der FCF laut seinem Trainer jedoch alles nach vorne geworfen und somit die sonst sichere Abwehr etwas entblösst.

«Nicht alles war schlecht»

FCF-Coach Christian Zermat­ten war trotz der Niederlage nicht unbedingt enttäuscht: «Wir haben während der ganzen Partie unser Spiel aufgezogen, schade, dass das Passspiel öfter etwas ungenau war. Das war nebst einer kompakten Naterser Abwehr auch ein Grund, dass wir nicht zu mehr klaren Torchancen kamen. Trotz der Niederlage war bei uns nicht alles schlecht.» Zudem habe man in dummen Momenten die zwei Tore erwischt, vor allem das unnötige erste Gegentor habe sein Team zurückgeworfen.

Für den FC Freiburg folgt nun am nächsten Samstag das Cupauswärtsspiel gegen ­Stade Lausanne, wo man gemäss dem Coach etwas entspannter an die Aufgabe herangehen könne. Punkto Tabelle macht sich Zermatten keine Sorgen. Er nehme Spiel um Spiel, und bei den knappen Abständen sei bis zuletzt alles möglich.

Telegramm

Naters - Freiburg 2:0 (0:0)

Sportplatz Stapfen. – 500 Zuschauer. – SR: S. Rosset. Tore: 47. Matus 1:0, 93. Chihadeh 2:0.

FC Oberwallis Naters: Kurmann; Steiner, De Oliveira, Robles, Korneta; Borter (73. Spahiu), Feldner; Millius (58. Mustafi), Bernini (87. Indermitte), Chihadeh; Matus.

FC Freiburg: Ummel; Déglise, Kanté, Eize, Nucera; Pinto (57. Sdiri), Rodrigues; Bennaddouche (70. Chirita), Charrière (57. Lambin), Efendic; Nzinga.

Bemerkungen: Naters ohne Zwimpfer (verletzt), Schalbetter (gesperrt); Freiburg ohne Uka, Tchaoule (beide verletzt), Rodrigues (krank). – Lattenschuss: Matus (19.). – Verwarnungen: Charrière (54.), Matus (76.), Kurmann (88.).