Fussball 2. Liga Bilanz 14.06.2017

Der FC Ueberstorf überstrahlt alle – Kerzers inkonstant

Der Ueberstorfer Philipp Spicher (vorne) im Duell mit Fabrice Heimo vom FC Plaffeien.
Von den fünf Deutschfreiburger Teams hat in der abgelaufenen 2.-Liga-Saison nur Ueberstorf die Erwartungen vollauf erfüllt. Der FC Plaffeien liess in der Rückrunde den nötigen Biss vermissen, Kerzers die Konstanz. Eine Bilanz.

Der FC Ueberstorf darf aus Deutschfreiburger Sicht durchaus als die Überraschung der abgelaufenen 2.-Liga-Saison bezeichnet werden. Ein zweiter Rang hinter dem souveränen Leader Romont, das hatten den Senslern vor der Saison nur wenige zugetraut. Einmal mehr bestach das Team des abtretenden Stefan Brülhart aber durch seinen zielstrebigen und erfolgsorientierten Fussball. Nach der Vorrunde auf dem siebten Rang klassiert, spielte Ueberstorf die erfolgreichste Rückrunde aller Teams und kam bis auf sechs Punkte an Romont heran. «Dass in der Meisterschaft früh schon fast alles entschieden war, kam uns entgegen», bilanziert Brülhart. «Anders als viele Mannschaften, die es in der zweiten Saisonhälfte haben schleifen lassen, blieben wir bis zuletzt engagiert und motiviert. Wir wollten diesen zweiten Platz unbedingt.»

Plaffeien fehlte in der Rückrunde der Biss

Den nötigen Biss liess in der Rückrunde zuweilen auch der FC Plaffeien vermissen. Die Sense-Oberländer konnten nach der Winterpause nur drei Punkte mehr gewinnen als die beiden Absteiger Matran und Bösingen. Der Fall vom fünften auf den neunten Platz war die Folge. «Zu Beginn der Rückrunde haben wir rasch gemerkt, dass nach vorne nichts mehr drin liegt. Als dann auch noch das unglückliche Ausscheiden im Freiburger Cup dazukam, war die Luft draussen», sagt Trainer David Vogelsang. «Wir hätten uns wohl aus dieser Baisse befreien können, wenn nicht phasenweise bis zu sechs Stammspieler ausgefallen wären. Doch mit unserer Verletzungsmisere war das unmöglich.»

Wenn die sportlichen Perspektiven fehlen, ist es für die Trainer zuweilen schwierig, ihr Team zu motivieren. Das mussten neben David Vogelsang auch schon andere Coaches erfahren. Seit die höchste kantonale Liga in der Saison 2013/14 von zwölf auf vierzehn Mannschaften aufgestockt wurde, ist jedes Jahr für die Hälfte der Teams die Meisterschaft nach spätestens zwei Dritteln der Spiele frühzeitig gelaufen. Ist der Tabellenführer «entrückt», so wie Romont in diesem Jahr, und der Abstieg stellt keine Gefahr mehr dar ist – wofür lohnt es sich dann, zu kämpfen? Champions League- oder Europa-League-Plätze gibt es in der 2. Liga keine zu holen. «Obwohl wir eine schlechte Rückrunde mit nur vier Siegen absolviert haben, trennen uns nur sechs Punkte vom Tabellenvierten Ursy. Das zeigt doch, dass in der 2. Liga mit dem aktuellen Meisterschaftsmodus etwas schief läuft», gibt David Vogelsang zu bedenken.

Trotz der missglückten Rückrunde zieht der Plaffeier Trainer in erster Linie positive Aspekte aus der abgelaufenen Saison: «In der Vorrunde haben wir gezeigt, dass wir jedem Gegner Paroli bieten und ihn bezwingen können. Darauf lässt sich aufbauen.» Zuerst geht es für David Vogelsang aber darum, seine Mannschaft für die nächste Saison zusammenzustellen. Mindestens fünf Stammspieler, darunter die beiden besten Torschützen Yves Käser und Durim Seipi, verlassen die Sensler Equipe. «Momentan wissen wir noch nicht, ob wir überhaupt genügend Spieler zusammenbringen. Wir haben etliche Spieler angefragt, aber alle wollen lieber mit ihren Kollegen in der 3. Liga kicken als sich in der 2. Liga zu behaupten. Ambitionierte Spieler findet man bei den heutigen Jungen immer weniger.»

Kerzers zu inkonstant

Der FC Kerzers, dem man Anfang Saison am ehesten zugetraut hatte, dem Favoriten Romont ein Bein zu stellen, landete «nur» auf dem dritten Schlussrang. Eigentlich habe man bis zum Saisonende um den Titel mitkämpfen wollen, zwei, drei unnötige Niederlagen in der Rückrunde hätten dieses Unterfangen leider verunmöglicht, bedauert Sportchef Guido Wildhaber. Die Seeländer holten in der Vor- und der Rückrunde zwar gleich viele Punkte, über die ganze Saison hinweg waren die Leistungen allerdings zu inkonstant. «Dass mit Romont und Ueberstorf diese beiden Mannschaften zuoberst klassiert sind, überrascht nicht», sagt Trainer Marc Flühmann. «Konstanz zeichnet die guten Teams aus.»

2. Liga

2. Liga

Beste Torschützen der Saison 2016/17

In den 182 2.-Liga-Spielen der Saison 2016/17 wurden insgesamt 699 Tore erzielt, was einem Schnitt von 3,8 Treffern pro Partie entspricht. Das ist eine leichte Abnahme von 0,4 Toren gegenüber der letztjährigen Saison. or

26 Tore: Marco Fasel (Ueberstorf)

24 Tore: Leandro Carmona (Romont)

23 Tore: Leotrim Sadikaj (Murten)

21 Tore: Steve Doutaz (Gumefens)

Florian Panchaud (Ursy)

20 Tore: Loïc Chatagny (Romont)

16 Tore: Yves Käser (Plaffeien)

15 Tore: Marem Ajdaroski (Kerzers)

14 Tore: Sébastien Bagnoud(Belfaux)