Fussball 09.10.2017

Bittere Niederlage für den SC Düdingen

Der Düdinger Yessin Sdiri (r.) gewinnt das Kopfballduell gegen Amine Erroutbi.
Der SC Düdingen ist in der ersten Qualifikationsrunde des Schweizer Cups gescheitert. Die Sensler zogen gegen Azzurri Lausanne trotz einer starken Leistung mit 0:1 den Kürzeren. Fussball kann zuweilen brutal sein.

Letzte Woche hatte der SC Düdingen in der 1.-Liga-Meisterschaft gegen Azzurri Lausanne 0:3 verloren, am Samstag musste er gegen den gleichen Gegner erneut als Verlierer vom Platz. Anders als vor Wochenfrist, als man bei der 0:3-Niederlage ziemlich enttäuschte, wussten die Sensler im Qualifikationsspiel für den Schweizer Cup zu gefallen. Mehr noch, sie zeigten ihre wohl beste Leistung der laufenden Saison. Der entscheidende Gegentreffer fiel auf sehr unglückliche Art und Weise, als der Ball einer Billardkugel gleich via Spielerrücken und -beine durch den Strafraum irrte und direkt vor den Füssen von Anthony Ciavardini zu liegen kam. Der Waadtländer brauchte in der 53. Minute nur noch zum 1:0 einzuschieben.

Fehlendes Abschlussglück

Schon Andreas Brehme wusste: «Hast du Scheisse am Fuss, hast du Scheisse am Fuss.» Als Brehme im Jahr 1996 mit diesen Worten die missliche Lage seines Vereins Kaiserslautern ziemlich undiplomatisch kommentierte, sicherte er sich einen Platz in der Fussball-Sprüche-Ruhmeshalle. Die Lauterer stiegen damals Ende Saison aus der Bundesliga ab, der Ausspruch des WM-Final-Torschützen von 1990 wird aber auch heute noch gerne zitiert, um auszudrücken: Wenn es nicht läuft, läuft es eben nicht. Und er lässt sich bestens auf die aktuelle Situation des SCD übertragen.

Die Düdinger hatten mindestens ein halbes Dutzend guter Torchancen, doch irgendwie wollte der Ball nicht rein. Oftmals fehlten bei den Schüssen nur Zentimeter, oder Lausannes Goalie Julien Manière zeigte unglaubliche Paraden. So auch gegen Ende der ersten Halbzeit, als er einen Knaller von Evan Melo aus dem Lattenkreuz fischte. «So einen Ball kann man eigentlich gar nicht halten», zollte Trainer Martin Lengen dem gegnerischen Goalie von der Tribüne aus Respekt. Wegen des im letzten Meisterschaftsspiel kassierten Platzverweises konnte Lengen am Samstag nur aus der Distanz miterleben, wie sein Team unter der Regie des Assistenztrainers Andreas Bachofner den Gast dominierte. Einzig während einer Viertstunde zu Beginn der zweiten Halbzeit verloren die Sensler die Kontrolle über das Spiel – was die Waadtländer prompt zum schmeichelhaften Führungstreffer nutzten.

Ansonsten standen die Platzherren in der Defensive sehr sicher, obwohl sie auf fünf ihrer sieben Verteidiger verzichten mussten. Yessin Sidri und Ced­ric Portmann, beides gelernte Mittelfeldspieler, füllten die Lücke in der Abwehr einmal mehr hervorragend aus. Überhaupt beteiligte sich die ganze Mannschaft an der Defensivarbeit.

Viel Selbstvertrauen getankt

Nur in der Offensive wollte es nicht richtig klappen. Die Düdinger suchten konsequent den gegnerischen Strafraum, und auch die Mittelfeldspieler schalteten sich in den Angriff ein – etwas, das man beim SCD in dieser Saison des Öfteren vermisst hatte. Nur das Abschlussglück, das es manchmal braucht, um solche Spiele zu gewinnen, war den Platzherren nicht hold. «Es ist bitter, wenn man so gut spielt, am Ende aber mit leeren Händen dasteht», sagte Trainer Lengen. «Aber wenn es nicht läuft, dann landen solche Prellbälle wie beim 0:1 eben vor den Füssen des Gegners und nicht vor den eigenen.»

Auch wenn es am Ende nicht zum Sieg gereicht hat, so konnten die Düdinger mit ihrem beherzten und starken Auftritt viel Selbstvertrauen tanken. «Man hat gesehen, dass wir nicht mehr weit weg sind von den Spitzenteams der 1. Liga», freut sich Lengen. «Noch fehlt uns ein kleines Bisschen, das können wir nicht verleugnen. Wir sind aber auf gutem Weg.»

Telegramm

Düdingen - Azzurri Lausanne 0:1 (0:0)

Birchhölzli. 250 Zuschauer. Tore: 52. Ciavarini 0:1.

SC Düdingen: Brenet; Sdiri, Cassara, Corovic, Portmann; Catillaz (74. Ndiaye), Pianaro, Sommer, Buntschu (65. Diarra); Dindamba; Melo (Nyangi).

FC Azzurri 90 Lausanne: Manière; Ciavardini, Lekiqi, Mutombo, Erroutbi; Galokho, Ukehaxhaj, Meuris, Ndoye (71. Cando); Kocapinar (61. Brahimi); Ramadani (82. Camara).