03.02.2018

FC Sion

In Bedrängnis, aber nicht am Abgrund

Nach der schlechtesten Vorrunde seit dem Aufstieg 2006 geht der FC Sion als Tabellenletzter in die zweite Saisonhälfte. Im Wallis haben sie Angst vor dem Abstieg, aber nicht vor der Zukunft des Klubs.

2006 ist der FC Sion in die Super League aufgestiegen. Seither hat er es in elf Saisons ein einziges Mal geschafft, sich unter den ersten drei zu klassieren. Eine schwache Bilanz gemessen am finanziellen Aufwand und an den Ansprüchen des Präsidenten Christian Constantin. Doch so schlecht wie im Moment stand es sportlich um den FC Sion nie in all diesen Jahren.

Constantins Meinungsumschwung

Nach dem verlorenen Cupfinal, dem Ausscheiden in der Europa-League-Qualifikation und dem Abrutschen auf den letzten Platz in der Super League sagte Constantin, der zudem nach seiner Attacke gegen TV-Experte Rolf Fringer mehrere Monate Stadionverbot hat: «2017 war das schlimmste Jahr seit ich Präsident bin.» Das stimmt so nicht ganz, denn schliesslich hatte Constantin den Klub 1997 nach dem Double im Grössenwahn wirtschaftlich (fast) gegen die Wand gefahren und damit einen Prozess eingeleitet, der in den sportlichen Abstieg 1999 sowie den Zwangsabstieg 2002 mündete.

Diesmal soll eine Relegation, die «nicht auszuschliessen» sei, wie Constantin sagte, nicht zum Chaos führen. Constantin deutete zuletzt zwar immer wieder an, den FC Sion aus dem Spitzenfussball zurückzuziehen, aber nun sendete er Signale aus, wonach er bei einem Abstieg bei nur wenig kleinerem Budget weiterfahren und sofort wieder aufsteigen wolle. Wie es Ancillo Canepa im FC Zürich nach dessen Abstieg vor zwei Jahren vorgemacht hat.sda