Gottéron 08.01.2018

ZSC-Spieler googeln Barry Brust

Barry Brust brachte die ZSC-Spieler und auch die Fans zur Verzweiflung. Während die verletzten Zürcher seinen Namen googelten, deckten ihn die ZSC-Fans mit "Fuck you"-Rufen ein. Und Barry Brust? Der hatte Spass dabei.

Mann des Wochenendes war ganz klar Freiburgs Torhüter Barry Brust. 90 der 93 Schüsse auf sein Tor wehrte der Kanadier in den beiden Spielen gegen die ZSC Lions ab und parierte gestern Nachmittag im Zürcher Hallenstadion am Ende im Penaltyschiessen auch noch drei der vier Zürcher Versuche.

«Barry hat ein grossartiges Wochenende gezeigt. Am Samstag hat er für uns das Spiel gewonnen – und am Tag danach noch einmal eine so starke Leistung zu zeigen, ist schon bemerkenswert», sagte Trainer Mark French nach dem gestrigen Spiel.

Von ZSC-Spielern gegoogelt

Mit jeder Minute schien sich Brust an diesem Wochenende wohler zu fühlen. Als er gestern bei Spielmitte zudem noch einen Pass rückwärts durch die eigenen Beine spielte, weckte er endgültig auch das Interesse der verletzten ZSC-Spieler auf der Pressetribüne. Christian Marti googelte kurzerhand Barry Brust und diskutierte anschliessend mit Robert Nilsson und Co. über Lebenslauf, Statistiken und Stil des Torhüters.

Showman Brust schaffte es auch sonst immer wieder, sich in den Mittelpunkt zu stellen. So lieferte er sich etwa eine Privatfehde mit ZSC-Stürmer Mike Künzle, die bereits im ersten Drittel des Samstagsspiels begann, als Brust Künzle – für einen Goalie eine Rarität – hinter dem Tor checkte und kurz danach etwas theatralisch hinfiel, als sich Künzle zu einem kleinen Revanchefoul hinreissen liess. Dass die Fehde am Sonntag weiterging, war der Teamleistung durchaus förderlich. Als bei Gottéron im Schlussdrittel der Tank leer war, weckte Brust mit seinen Mäzchen die dringend benötigten Emotionen bei den Gästen.

Hier geht's zum Artikel über die Spiele gegen den ZSC mit Stimmen.

«Fuck you, Barry, fuck you»

Gleichzeitig zog er sich wenig überraschend den Zorn der Zürcher Fans auf sich. Bei jedem Puckkontakt wurde er von den über 10 000 Fans lautstark ausgepfiffen. Wie wohl er sich in dieser Rolle fühlt, zeigte er nach dem Spiel, als ihn die Zürcher Anhänger mit den unmissverständlichen Sprechchören «Fuck you, Barry, fuck you!» eindeckten. Zunächst winkte Brust den Fans lächelnd zu, ehe er sich die Hand ans Ohr hielt, um den Zuschauern zu signalisieren, sie seien nicht laut genug. Brusts Kommentar dazu? «It was fun!» Er macht keinen Hehl daraus, dass er gerne der Buhmann der Gegner ist. «Ich respektiere die Passion der Fans. Aber wir werden doch auch für Entertainment bezahlt, und ich glaube, das Publikum hat seine Unterhaltung bekommen.» Sagt es und verschwindet breitbeinig in der Kabine, wo er von seinen Mitspielern mit einem liebevollen «Fuck you, Barry, fuck you» empfangen wird…

fm