Eishockey 07.09.2017

Vier Junge spielen um ihre Zukunft

Der 21-jährige Düdinger Andrea Glauser will nach seinem Abstecher in die NLB wieder ganz oben angreifen.
Auf die Gottéron-Youngsters Nelson Chiquet, Andrea Glauser, Nathan Marchon und Ludovic Waeber wartet ein wegweisendes Jahr.

Gottéron stellt im Liga-Vergleich eine der erfahrensten Equipen. Wirklich junge Spieler sind neben Yannick Rathgeb, der bereits eine wichtige Rolle einnimmt, nur Goalie Ludovic Waeber, Verteidiger Andrea Glauser sowie die Angreifer Nelson Chiquet und Nathan Marchon. Das Quartett hat nicht nur die Jugend gemeinsam, für alle vier steht eine wegweisende Saison bevor: Ihre Verträge mit Gottéron laufen im Frühling 2018 aus.

Waeber endlich angekommen

Der 21-jährige Goalie Waeber hatte 2014 einen Vierjahresvertrag mit seinem Stammclub unterschrieben. «Es ist immer mein Ziel gewesen, einmal im Fanionteam im Tor zu stehen.» Nachdem er die beiden letzten Jahre in die NLB zu Martigny beziehungsweise Ajoie ausgeliehen worden war, um Spielpraxis zu sammeln, erfüllt sich nun in dieser Saison der Wunsch des langjährigen Junioren-Internationalen. «Ich will zeigen, dass ich einen Platz in der NLA verdiene.»

Ludovic Waeber will sich auf der grossen Bühne zeigen.

Waeber, der in seiner Karriere viel Verletzungspech und sich in beiden Knien das Kreuzband gerissen hatte, wird zu seinen Einsätzen kommen, wenn die Nummer 1, Barry Brust, zugunsten eines vierten ausländischen Feldspielers weichen wird. Um sich auf die härteren Schüsse und das höhere Tempo in der National League einstellen zu können, sei Goalietrainer David Aebischer eine grosse Hilfe. «Er weiss, wovon er spricht, und kann sich gut in dich reinfühlen. Das macht viele Worte überflüssig.»

Die Umfrage gibt's am Schluss des Artikels.

Glauser denkt nicht zu weit

Kein Neuland ist die Belle Etage des Schweizer Eishockeys für Andrea Glauser. Als er letzte Saison in die NLB an Thurgau ausgeliehen wurde, war dies für ihn deshalb zuerst eine Enttäuschung, hatte er doch in den Playoffs 2016 gegen Genf überzeugen können. Jetzt ist der 21-jährige Düdinger zurück bei Gottéron. «Ich will möglichst viel spielen und dabei die Vorgaben des Trainers umsetzen.»

Andrea Glauser im Sommertraining.

Dass mit Mark French ein neuer Chef an der Bande steht, der zuletzt in einer nordamerikanischen Junioren-Liga aktiv war und die Ausbildung junger Spieler schätzt, kommt Glauser entgegen. «Seine Tür steht immer offen, wenn man Probleme hat. French arbeitet gerne mit jungen Spielern – jedenfalls mit jenen, die wirklich vorankommen wollen.» Heute will Glauser noch nicht allzu viel darüber nachdenken, dass sein Kontrakt Ende Saison auslaufen wird. «Zeige ich gute Leistungen, wird sich ein neuer Vertrag von alleine ergeben.»

Hier geht's zum Gottéron-Quiz - viel Erfolg.

Chiquet erstmals Profi

Genau so lief es zuletzt bei Stürmer Nelson Chiquet ab. Der 19-jährige Jurassier, der 2013 zum Gottéron-Nachwuchs gestossen war, überzeugte im Frühling mit seiner kämpferischen Art und verdiente sich so seinen ersten Profi-Vertrag. «Das ist natürlich ein Meilenstein in meiner Karriere. Noch aber habe ich nichts erreicht.» In dieser Saison will er den nächsten Schritt gehen. «Mein Ziel ist, fixer Bestandteil des Teams zu werden.» French spreche viel mit den jungen Spielern. «Gleichzeitig ist er sehr strikt. French ist hart, aber fair.»

Chiquet (links) und Marchon starten mit unterschiedlichen Ausgangslagen.

Marchons letzte Chance

Härte, die dem vierten Youngster im Bunde, Nathan Marchon, womöglich abgeht. Regelmässig in den Landesauswahlen aufgeboten, konnte sich das 20-jährige Club-Eigengewächs bisher nicht im Fanionteam festbeissen. Der Stürmer ist zwar schnell und technisch beschlagen, aber es fehlt die Robustheit, was sich auch an seinen zahlreichen Blessuren zeigt. Für Marchon ist es die letzte Chance, sich in der höchsten Spielkasse zu beweisen. Ansonsten dürfte seine Zukunft eine Stufe tiefer liegen.