Eishockey 10.11.2017

Larri Leeger per sofort zum EV Zug

Larri Leeger.
Gottéron hat den eigentlich bis 2019 laufenden Vertrag mit Larri Leeger aufgelöst. Der 31-jährige Verteidiger, der in dieser Saison oft nur überzählig war, wechselt zum von Verletzungen geplagten EV Zug. Ersatz holen die Freiburger für ihn nicht.

Es ist bisher eine schwierige Saison für Larri Leeger. Gottéron-Trainer Mark French hat nie wirklich auf den finnisch-schweizerischen Doppelbürger gesetzt. Zuletzt war Leeger oft überzählig, und wenn er spielte, dann im vierten Block. In den zwölf Partien, die er diese Saison absolvierte, stand er im Schnitt gerade einmal 8:33  Minuten auf dem Eis. Damit hat sich seine Eiszeit im Vergleich zum letzten Jahr mehr als halbiert. «Letzte Saison zeigte Larri recht gute Leistungen. Diese Saison aber hatte er Mühe, sich an das System des neuen Trainers anzupassen. So etwas kommt bei Trainerwechseln immer mal vor», sagt Sportchef Christian Dubé gegenüber den FN. Einen Larri Leeger als überzähligen Verteidiger auf der Tribüne zu haben, kann sich Gottéron allerdings nicht leisten. Dubé hatte den Zürcher 2016 mit einem gut dotierten Vertrag von Lausanne nach Freiburg gelockt.

In Top 4 eingeplant

Die Situation sei zuletzt für beide Seiten unbefriedigend gewesen, sagt Dubé. «Larri war mit seiner Rolle nicht zufrieden. Er hat nicht in Freiburg unterschrieben, um achter Verteidiger zu sein. Und auch wir haben ihn als Top-4-Verteidiger eingeplant, als wir ihn unter Vertrag nahmen.»

Deshalb hat Christian Dubé in den vergangenen Tagen das Gespräch mit Leeger gesucht. «Es war eine sehr offene, ehrliche Diskussion.» Mit dem Resultat, dass Club und Spieler den eigentlich noch für diese und nächste Saison gültigen Vertrag «im gegenseitigen Einvernehmen» aufgelöst haben, wie der Club in einem Communiqué schreibt. Ganz kostenlos dürfte diese Vertragsauflösung für Gottéron nicht sein. Auf die Frage, ob Freiburg eine Abfindung zahlen müsse, antwortet Dubé, solche Informationen blieben intern, man habe aber eine Lösung gefunden, die für beide Seiten stimme. Hätte Gottéron keine Abfindung zahlen müssen, hätte Dubé das mit Bestimmtheit ganz einfach so gesagt.

Dennoch wird durch den Abgang eines gut bezahlten Verteidigers Geld frei – sowohl für diese als auch für nächste Saison. «Mit der Freistellung von Leeger hat die Vereinsführung nun die Möglichkeit, die Defensivabteilung ihres Fanionteams mit neuen Elementen auszubauen», steht im Communiqué. Das beziehe sich aber erst auf nächste Saison, präzisiert ­Dubé. «Für diese Saison werde ich keinen Ersatz holen.» Er habe mit Trainer Mark French gesprochen, und sie seien zum Schluss gekommen, dass das Kader in Sachen Verteidiger in dieser Saison auch so gross genug sei. Inklusive des Ausländers Jonas Holos und des derzeit wegen einer Gehirnerschütterung ausfallenden Yannick Rathgeb hat Freiburg nun noch acht Verteidiger im Kader.

Larri Leeger wird seine Karriere derweil in Zug fortsetzen. Er hat bei den Zentralschweizern, die in der Krise stecken und bei denen mehrere Verteidiger wochenlang ausfallen, einen Vertrag bis Ende Saison unterschrieben.