Eishockey 08.09.2017

Feuertaufe für Gottéron-Trainer Mark French

Mark French: «Es macht wirklich Spass, mit diesen Spielern zu arbeiten.»
Ein Trainerwechsel ist immer auch ein Neustart für die Spieler, weil die Karten neu gemischt werden. Bei Gottéron gilt dies insbesondere für Verteidiger Benjamin Chavaillaz, der letzte Saison wenig spielte.

Er sei gespannt – so beschreibt Mark French seine Gemütslage vor dem ersten Ernstkampf als Gottéron-Trainer. Nach 26 Trainingseinheiten auf dem Eis und sechs Testspielen freue er sich nun, seine Spieler unter Wettkampfbedingungen agieren zu sehen. «Denn darum dreht sich in diesem Sport letztlich alles, um den Wettkampf, die Duelle und das Sich-Messen mit dem Gegner.» Der 46-jährige Kanadier ist soweit mit dem Zustand seiner Mannschaft zufrieden. «Bezüglich der Vorbereitung für das erste Wochenende mit den beiden Partien gegen Servette und Bern bin ich zuversichtlich. Natürlich ist man als Trainer nie zu 100 Prozent zufrieden, aber für uns ist es aktuell wichtig, im Moment zu leben. Deshalb haben wir den Fokus vorerst auf das Freitagspiel gelegt. Spielen wir so, wie wir es vorbereitet haben, werden wir Erfolg haben.»

Der Teamgedanke zählt

Die Spieler würden sein taktisches System mit jedem Tag besser verstehen, sagt French. «Die Spielausrichtung wird im Verlauf einer Saison selbstredend immer wieder je nach Situation angepasst. Konstant bleiben hingegen die Werte, die ich als Coach vom Team repräsentiert sehen will.» French denkt dabei in erster Linie an eine Mannschaft, die geschlossen auftritt. «Gute Teams überzeugen als Kollektiv und leben nicht primär von der individuellen Klasse einzelner ­Spieler.»

Dass dies bei Gottéron in der letzten, enttäuschenden Saison, als das Duo Julien Sprunger/Roman Cervenka die Freiburger praktisch im Alleingang gerettet hatte, der Fall gewesen war, entging auch French nicht. «Ich habe mir ein paar Spiele der letzten Saison auf Video angesehen. Das war wichtig für mich, um Informationen über die Liga, die Gegner und auch meine Spieler zu sammeln. Ich konnte so einiges lernen. Gleichzeitig habe ich aber versucht, mich nicht zu sehr vom Geschehenen tangieren zu lassen.»

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Vom Captain beeindruckt

Eine grosse Stütze in den ersten paar Wochen sei für ihn zudem Sprunger gewesen, sagt French. «Julien hat mich beeindruckt. Durch seine klaren Aussagen hat er mir den Einstieg sehr erleichtert. Julien ist nicht nur ein sehr, sehr starker Spieler, sondern auch als Repräsentant für den ganzen Club unverzichtbar.» Überhaupt sei er von seinem neuen Team angetan. «Es macht wirklich Spass, mit diesen Spielern zu arbeiten.» Der Zusammenhalt und die Einstellung seien so, wie es sich gehöre. «Als etwa die Nachricht kam, dass Goalie Reto Berra doch nicht für uns spielen wird, hat die Mannschaft gut darauf reagiert. Im ersten Augenblick war es zwar hart, aber schon bald blickten die Spieler wieder voraus.»

Heute nun geht es für French und Gottéron also los, ausgerechnet mit zwei Derbys gegen Genf und den SCB. Dass Servette gestern bereits gespielt habe, könne Vor- und Nachteil sein, erklärt French. «Positiv ist sicherlich, dass ich die Partie am TV mitverfolgen und mir so einige Gedanken machen kann.» Trotz dem Trainerwechsel von Chris McSorley zu Craig Woodcroft habe Genf seine Identität kaum verändert. «Servette hat viele Spieler im Kader, die wissen, wie man gewinnt.» Bedenken, dass Gottéron-Goalie Barry Brust, der sich nicht gerne auf die Finger hauen lässt, heute schon ein erstes Mal zuschlagen wird, hat French nicht. «Ich jedenfalls werde diesbezüglich nichts mit ihm besprechen. Sein Headcoach ist David (Red.: Goalietrainer Aebischer). Falls er es als nötig erachtet, wird er Brust etwas sagen.»

Slater als Cervenka-Ersatz

Für den Saisonauftakt fraglich ist Caryl Neuenschwander (angeschlagen); Nathan Marchon, Sebastian Schilt und Roman Cervenka fallen definitiv aus. Letzterer wird in der ersten Linie neben Michal Birner und Sprunger mit dem Ex-Servettien Jim Slater ersetzt. «Jim hat mich in der Vorbereitung angenehm überrascht. Er ist ein toller Mensch mit viel Leadership und ein effektiver Spieler. Mit seiner Physis ist er ein wichtiger Mann.» Die weiteren Sturmformationen dürften zumindest heute Abend Mottet/Bykow/Rossi, Schmutz/Meunier/Chiquet und Fritsche/Rivera/Vauclair heissen. «Wir sind aber immer noch auf der Suche nach der bestmöglichen Zusammenstellung.»

 

Er freue sich riesig auf dieses erste Spiel, wiederholt French zum Abschluss des Gesprächs noch einmal. «Ich konnte die Atmosphäre rund um diesen Club schon spüren. Trotzdem werde ich bestimmt überrascht sein von der Stimmung in der Eishalle. Ich denke, dass die Verbindung zwischen den Fans und der Mannschaft wirklich grossartig ist.»

Der heutige Gegner

Die Fakten zum HC Genf-Servette

• Erstmals seit dem Jahr 2001 startete Servette gestern mit einem neuen Trainer in die Saison: Auf Chris McSorley folgte Craig Woodcroft.

• Neben Johan Fransson und Romain Loeffel haben die Genfer mit Henrik Tömmernes einen dritten starken Offensiv-Verteidiger im Team. Bei Frölunda konnte sich Tömmernes letzte Saison in 53 Partien 47 Punkte notieren lassen.

• Neben Loeffel spielt mit Adam Hasani (von La Chaux-de-Fonds) neu ein zweiter ehemaliger Freiburger bei den Genfern.

• Servette muss mit Stürmer Noah Rod (NHL-Camp), Verteidiger Daniel Vuckovic (gesperrt) und Stammgoalie Robert Mayer auf einige wichtige Akteure verzichten.

fs