Eishockey 01.04.2017

Einige offene Fragen für nächste Saison

Eine der wichtigsten Fragen lautet: Spielt Ausnahmekönner Roman Cervenka auch nächste Saison noch in Freiburg?
Wer kommt? Wer geht? Bei Gottéron gibt es rund um die Mannschaft für kommende Saison diverse Fragezeichen. Offiziell bestätigt ist noch kaum ein Transfer, alle vier Ausländerpositionen sind noch offen. Eine Bestandesaufnahme.

Die Bitte um ein Interview, um Bilanz zu ziehen und in die Zukunft zu blicken, beantwortete Sportchef Christian Dubé gestern mit zwei Worten: «Conférence lundi». Am Montagmorgen wird der Club an einer Pressekonferenz den Medien verraten, welche Schlüsse er aus der missratenen Saison zieht. Und er wird wohl auch erste Transfers vermelden. Bis dahin will Dubé nichts sagen. Im Gegensatz zu Präsident Michel Volet oder Generaldirektor Raphaël Berger war er nach dem Sieg von Donnerstag deshalb auch nicht in den Katakomben des St. Leonhard anzutreffen.

Abgänge trotz Vertrag?

Viele Fragen bleiben somit zumindest bis Montag offen. Offiziell bestätigt ist bislang einzig der Zuzug von Biel-Stürmer Matthias Rossi. Definitiv sind zudem die Abgänge von Benjamin Neukom (Langnau), Dennis Saikkonen (Kloten), Greg Mauldin, Alexandre Picard, Ryan Vesce, Mathieu Maret, Michael Loichat und Daniel Steiner. Sie wurden gestern bei der Abschlussfeier verabschiedet. Torhüter Benjamin Conz hat zwar noch einen Vertrag für nächste Saison, wird aber den Club ebenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verlassen müssen. Zwar hat Gottéron die Verpflichtung von National-Goalie Reto Berra immer noch nicht offiziell bestätigt, Grund, daran zu zweifeln, dass Berra nächste Saison Gottérons Stamm-Goalie sein wird, besteht allerdings nicht. Und für einen zweiten Torhüter verfügt Conz definitiv über ein zu hohes Salär, weshalb der Club versuchen wird, ihn bei einem anderen Team unterzubringen. Das Goalie-Duo mit Berra dürfte nächste Saison der 20-jährige Ludovic Waeber bilden, der aus der eigenen Junioren-Abteilung stammt und diese Saison an NLB-Team Ajoie ausgeliehen war.

Gut möglich, dass nebst Conz noch andere Spieler Freiburg trotz weiterlaufenden Vertrags verlassen werden. So etwa Benjamin Chavaillaz, der in dieser Saison nur selten zum Einsatz gelangte, geschweige denn überzeugte, oder auch Lorenz Kienzle, der zuletzt aus nicht ganz ersichtlichen Gründen meist auf der Tribüne sass.

Dafür könnte Tristan Vau­clair, der eigentlich noch beim NLB-Club Martigny unter Vertrag steht, wieder zu Gottéron zurückkehren. Erstens stecken die Walliser in finanziellen Schwierigkeiten und legen ihren Spielern nahe, sich einen neuen Club zu suchen, zweitens überzeugte der Stürmer in den letzten Wochen bei seinen Auftritten mit Gottéron.

Zudem dürfte Laurent Meunier, der in dieser Saison bei La Chaux-de-Fonds spielte, ebenfalls zu Freiburg zurückkehren. Der Franzose spielte bereits in der Saison 2008/09 für Gottéron – damals als Ausländer. Mittlerweile ist der Stürmer zwar bereits 38 Jahre alt, verfügt allerdings nun auch über den Schweizer Pass.

Mit welchen Ausländern?

Offen sind noch sämtliche Ausländerpositionen. Roman Cervenka wird der Club sicherlich zu halten versuchen. Der tschechische Ausnahmekönner steht jedoch auch auf dem Notizzettel diverser anderer Clubs. Trotzdem scheint ein Verbleib Cervenkas durchaus möglich. Der Stürmer präsentierte sich in den letzten Wochen wie verwandelt, machte mit seinen Mitspielern Spässchen, zeigte sich viel kommunikativer und schien deutlich besser integriert als über weite Strecken der Saison. Zudem soll es Cervenkas Familie in der Region Freiburg gut gefallen. Nicht ausgeschlossen ist auch eine Vertragsverlängerung seines Landsmanns und Linienpartners Michal Birner.

Für die weiteren Ausländerpositionen kursierten bisher nur Gerüchte: Schwedische Medien hatten vor Wochen berichtet, Broc Little, zweitbester Skorer der schwedischen Liga, spiele nächstes Jahr in Freiburg. Wenig später berichtete allerdings «Le Matin», Gottéron sei zwar tatsächlich am amerikanischen Linköping-Stürmer interessiert gewesen, dieser habe sich aber gegen Freiburg entschieden.

Ebenfalls mit Freiburg in Verbindung gebracht wurde der schwedische Nationalspieler Magnus Nygren. Spielerisch wäre der kräftige Offensivverteidiger eine Topverpflichtung. Allerdings sorgte der 26-jährige Captain des schwedischen Traditionsclubs Färjestads BK zuletzt neben dem Eis für viel Negativschlagzeilen: Nygren beschimpfte letzte Woche in einem schwedischen Fast-Food-Restaurant zunächst einen dunkelhäutigen Mann mit rassistischen Worten und lieferte sich anschliessend mit einem anderen Mann eine Schlägerei. Die Szene wurde gefilmt und von der schwedischen Zeitung Aftonbladet online gestellt. Der Eklat warf hohe Wellen, so dass sich Nygren und sein Club seither immer wieder öffentlich entschuldigen. Ob eine Verpflichtung Nygrens bei der ohnehin angespannten Stimmung, die momentan um Gottéron herrscht, für die Freiburger wirklich sinnvoll wäre, bleibt deshalb fraglich.