Eishockey 06.12.2017

Einer mit Skorerpotenzial

Will künftig statt im Ambri-Dress für Gottéron seine Tore bejubeln: Lukas Lhotak.
Gottéron hat für die nächsten beiden Saisons Lukas Lhotak (24) unter Vertrag genommen. Der tschechische Stürmer mit Schweizer Lizenz hat seine Torgefährlichkeit bei Ambri unter Beweis gestellt, stagnierte zuletzt aber.

Das Kader von Gottéron für die nächsten Saisons nimmt weiter Gestalt an. Nach den zwei Verteidigern Philippe Furrer (von Lugano) und Noah Schneeberger sowie dem Stürmer Samuel Walser (beide Davos) – alles Internationale – meldete der Verein gestern den Zuzug von Lukas Lhotak. Der 24-jährige Tscheche mit Schweizer Lizenz stürmt zurzeit für Ambri-Piotta. Er unterschrieb mit Freiburg einen Vertrag über zwei Jahre.

Mit 15 Jahren in die Schweiz

In Prag geboren kam Lhotak bereits als 15-Jähriger zu Ambri, wo er in der Saison 2009/10 für die Elite-Novizen in 10 Partien 10 Tore erzielte. Danach wechselte er noch einmal für ein halbes Jahr in seine tschechische Heimat zurück, kehrte 2011 aber definitiv ins Tessin zurück. 2013 gab er für die Biancoblu sein Debüt in der NLA. Seither steht der 183 cm grosse und 92 kg schwere Stürmer in 227 Spielen in der höchsten Spielklasse bei 33 Toren und 22 Vorlagen. Seine bislang produktivste Saison hatte Lhotak 2015/16, als in der Qualifikation 13 Treffer erzielen konnte. «Lukas ist sicherlich ein Stürmer, der weiss, wo das Tor steht», erklärt Gottérons Sportdirektor Christian Dubé. Zuletzt jedoch stagnierte Lhotak, der auf der Flügel- und der Centerposition eingesetzt werden kann. Im laufenden Championat kommt er auf fünf Tore (davon vier im Powerplay) sowie ein Assist und war teilweise überzählig oder musste gar bei Ambris Partnerteam Ticino Rockets aushelfen. Trainer Luca Cereda setzt ganz offensichtlich nicht auf den künftigen Gottéron-Stürmer. Einer der Gründe mag die Minus-13-Bilanz sein – zusammen mit Langnaus Roland Gerber ist es die schlechteste der gesamten National League.

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Ein Top-9-Stürmer

Die Skorerqualitäten und das physische Potenzial sind indes Argumente genug für Dubé. Damit stand er nicht alleine. Auch der SC Bern und der Lausanne HC hatten Interesse an Lhotak gezeigt, der sich aber trotz tieferen Bezügen für Gottéron entschieden hat, weil die Perspektiven bei Freiburg für ihn besser sind. «Eine neue Herausforderung bei einem ambitionierten Verein wird ihm guttun. Ich sehe Lhotak als Top-9-Stürmer», bestätigt Dubé, der die läuferischen Qualitäten seiner Neuverpflichtung herausstreicht. Zum Transfer beigetragen habe auch Michal Birner. Der tschechische Stürmer von Gottéron habe mit seinem Landsmann, der letzte Saison im Rahmen der Euro Hockey Tour drei Länderspiele für Tschechien bestritten hatte, ausführlich gesprochen und ihn von einem Wechsel an die Saane überzeugt.

Dubé nicht in Eile

Mit Andrei Bykow, Chris Rivera, Matthias Rossi, Flavio Schmutz, Julien Sprunger, Tristan Vauclair, Samuel Walser und Lukas Lhotak stehen nun acht Stürmer für nächste Saison im Kader von Gottéron. Die Verträge von Michal Birner, Roman Cervenka, Nelson Chiquet, John Fritsche, Nathan Marchon, Laurent Meunier, Killian Mottet, Caryl Neuen- schwander und Jim Slater laufen aus. «Ich bin nicht in Eile und schaue, was sich ergibt», hält Dubé fest. Es sei noch nichts entschieden, und die Türe sei für die meisten weiter offen. Das gilt etwa für Mottet. «Zuerst war ich mit ihm nicht zufrieden, zuletzt hat er aber besser gespielt.»

Gut möglich ist aber auch, dass Dubé auf dem Transfermarkt noch einmal zuschlagen wird. Ein verfügbarer Stürmer mit Potenzial wäre Mike Künzle von den ZSC Lions, die jüngst mit Simon Bodenmann (vom SCB) sowie Denis Hollenstein (von Kloten) ihren Angriff weiter veredelt haben und auch Roman Wick in ihren Reihen behalten. «Künzle ist wohl zu teuer für uns», wiegelt Gottérons Sportdirektor ab. «Für die drei Nationalspieler musste ich bereits tief in die Tasche greifen.»

Vertrag verlängert

Goalie Ludovic Waeber bleibt Gottéron weitere zwei Jahre treu

Neben dem Engagement von Stürmer Lukas Lhotak gab Gottéron gestern zudem die Vertragsverlängerung mit Torhüter Ludovic Waeber um zwei Saisons bekannt. Das 21-jährige Eigengewächs wurde in den beiden letzten Jahren in die NLB zu Martigny beziehungsweise Ajoie ausgeliehen und kehrte auf diese Saison hin zu seinem Stammclub zurück. Der zweimalige Junioren-WM-Teilnehmer, der in der Vergangenheit grosses Verletzungspech und sich die Kreuzbänder in beiden Knien gerissen hatte, konnte in seinen bisherigen Einsätzen Punkte sammeln. «Ludovic hat einige gute Spiele gemacht und uns Siege gesichert, als Barry Brust verletzungsbedingt ausgefallen ist», sagt Christian Dubé. «Ich bin wirklich zufrieden mit seiner Entwicklung.» Dass Waeber die Fähigkeiten besitzt, nächste Saison bereits die Nummer 1 im Tor von Gottéron zu sein, falls Reto Berra nicht aus Übersee zurückkehren sollte, glaubt der Sportdirektor dennoch nicht. «Der Plan ist, dass Ludovic die Nummer 2 ist und weiter Erfahrungen sammelt.»

Der junge Torhüter selbst ist sich ebenfalls darüber im Klaren, dass ihm noch viel Arbeit bevorsteht. «Ich bin sehr froh und stolz, dass ich verlängern konnte. Gottéron ist mein Verein. Die nächsten Jahre werden für meine Weiterentwicklung entscheidend sein. Ich möchte mich bei der Vereinsleitung sowie den Fans für ihr Vertrauen bedanken», liess er sich in der Medienmitteilung zitieren.

fs