Armut 13.08.2017

Charles Lewinsky zog als Kind das Theater dem Essen vor

Der Autor Charles Lewinsky wuchs in armen Verhältnissen auf, seine Mutter war alleinerziehend. Abends hiess es oft "Wollen wir ins Schauspielhaus oder wollen wir etwas zu Abend essen?" Für beides reichte das Geld nicht. Der kleine Charles wählte jeweils das Theater.

Er sei Mitglied in der Jugendtheatergemeinde gewesen, erzählte der Verfasser von "Melnitz" und "Andersen" der "SonntagsZeitung". Da habe man vergünstigt ins Schauspielhaus gehen können - für einen Franken, wenn man früh genug anstand.

Es war die grosse Zeit des Schauspielhauses mit den immigrierten Stars wie Therese Giehse und den Uraufführungen der Stücke von Frisch und Dürrenmatt. "Ich könnte Ihnen heute noch die komplette Besetzung auswendig aufsagen", so Lewinsky.

Nächsten Freitag erscheint Lewinskys erster Kriminalroman. "Der Wille des Volkes" spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der es nur noch eine Partei gibt - eine rechte. Die heisst im Buch "Eidgenössische Demokraten" und nicht "SVP". Aber "Ähnlichkeiten mit lebenden Figuren sind wohlverdient", so Lewinsky.

SDA