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ZiG-Blog: Jahresausblick

Das Jahr 2017 ist gerade erst angelaufen. Für die ZiG-Blogger ist das eine gute Gelegenheit, um in die Glaskugel zu schauen. Folgende Ereignisse könnten laut den Bloggern in den jeweiligen Monaten für (internationale) Schlagzeilen sorgen.

Januar: Das Jahr beginnt mit Trump

Am 20. Januar beginnt die vierjährige Amtszeit des neu gewählten 45.US-Präsidenten Donald Trump. Diese beginnt am Mittag um 12:00 in Washington DC und endet genau vier Jahre später um dieselbe Zeit, falls er nicht wiedergewählt werden sollte. Mit seinen 70 Jahren wird Donald Trump der älteste Präsident beim Amtsantritt sein. Er muss seinen Wählern beweisen, dass er die versprochenen Ziele realisieren kann. Es ist für ihn einfacher, seine Pläne auszuführen, da das Senatorenhaus und das Repräsentantenhaus auch aus einer Mehrheit von Republikanern zusammengesetzt sind und sie ihn so eher unterstützen können. Trumps politische Einstellung ist eher konservativ und richtet sich hauptsächlich gegen die illegalen Immigranten, so dass er die Grenzen strenger kontrollieren lassen will. Für ihn stehen die amerikanischen Interessen an erster Stelle, was ihn zu einem guten Präsidenten für die Amerikaner machen könnte. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, was für ihn zum Nachteil so wie auch zum Vorteil sein kann. Donald Trump ist und bleibt weiterhin ein sehr umstrittenes Thema, denn bei ihm weiss man nicht genau, was er als Erstes zu erreichen versucht.

 

Februar: Überraschungen an den Oscarverleihungen?

Am 26. Februar 2017 findet die begehrte Oscar Verleihung in Los Angeles statt. Gastgeber der 89. Preisverleihung ist der Komiker und Late-Night-Show-Moderator Jimmy Kimmel. Wer sich auf eine Nominierung freuen darf, wird am 24. Januar 2017 bekanntgegeben. Im letzten Jahr blickte die ganze Welt auf die lang erwartete Verleihung an Leonardo DiCaprio. Wer wird uns dieses Jahr überraschen? Die Favoriten für die Nominierung in der Kategorie Best Actor sind Casey Affleck mit seiner Performance in „Manchester by the sea“ und Joel Edgerton, welcher in Cannes als Favorit für seine Hauptrolle in „Loving“ bezeichnet wurde. Das Filmmusical „La La Land“ liegt an der Spitze in der Kategorie Bestes Picture und die darin auftretende Emma Stone ist seit dem Film Festival in Venedig Favoritin in der Kategorie Best Actress. Für die Kategorie Best Foreign Language Film bewarben sich insgesamt 89 Länder, wobei die Einsendungen Afghanistans, Armeniens, Kameruns und Tunesien nicht zugelassen wurden. Die Ehren-Oscars wurden schon am 12. November 2016 ausgezeichnet. Die Preisträger des vom Board of Governors der Academy of Motion Picture Arts and Sciences bestimmten Sonderpreises werden aufgrund ihres herausragenden Lebenswerks, ihrer ausserordentlichen Beiträge für die Weiterentwicklung des Films und ihrem bemerkenswerten Einsatz für die Academy ausgewählt. Dieses Jahr erhielten der hongkong-chinesische Schauspieler Jackie Chan, die britische Filmeditorin Anne V. Coates und die US-Amerikanischen Regisseure Lynn Stalmaster und Frederick Wiseman die Ehrenpreise.

 

März: Schafft Gotteron die Kehrtwende?

Am 4. März ist es wieder soweit: In der Schweiz werden die Play-offs eröffnet. Für Fribourg- Gotteron ist es noch ein weiter Weg bis dorthin. Durch harte Kämpfe, taktisches Spielen und Anfeuerung seiner Fans sind die Playoffs aber doch nur einen Katzensprung entfernt. Die Drachen haben schon oft gezeigt, was in ihnen steckt. Sie haben schon einmal den Weg zum Final gefunden und das hoffentlich nicht zum letzten Mal. Ein Grund mehr, den Kopf nicht hängen zu lassen, denn ein Drache gibt niemals auf!

 

April: Freiburg wird zur Kinostadt.

Das internationale Film Festival Freiburg (FIFF) präsentiert vom 31.März bis zum 8.April 2017 bewegende (fiktive und nicht fiktive) Geschichten aus aller Welt. Zu Gast ist unteranderem der renommierte Douglas Kennedy, welcher die Wahl seiner sechs Filme Sur la carte… präsentiert und das Streben des Festivlas nach Kontrasten und nach Vielfalt so noch verstärkt. Passend zu diesem Ziel, bietet auch das Gastland Nepal aus dem Sektor Terra Incognita mit atemberaubenden Berglandschaften und berührenden Schicksalen ein breites Spektrum an Filmen. Bekannte Filme wie „Everest“ und „Sherpa“ (die den Kampf um den heiligen Berg aus zwei völlig verschiedenen Blickwinkeln zeigen), sorgten in den vergangenen Jahren bereits für viel Aufsehen. Ein weiterer Gast im Rahmen des Festivals ist David Lama (das junge Gesicht der „European Outdoor Film Tour“ des vergangenen Jahres) mit seiner persönlichen Erfahrung als Extrembergsteiger in seiner zweiten Heimat Nepal. Ein vielversprechendes Festival erwartet uns im April. Tadellose Kinoaufführungen und anregende Podiumsdiskussionen versetzen Freiburg während einer Woche in einen Ausnahmezustand und fast schon in eine andere Welt.

 

Mai: Die Schweiz am Song Contest.

Im Mai 2017 ist es wieder so weit: die Schweiz gewinnt nach 29 Jahren vielleicht wieder den Eurovision Song Contest. Obwohl die Auswahl der 6 jungen Kandidatinnen zuerst noch etwas spärlich schien, überzeugt die Schweizer Gewinnerin knapp die Jury, um sich für das zweite Halbfinale am 11. Mai qualifizieren zu können. Die Schweiz verfolgt deshalb, mit einem Kribbeln im Bauch, gespannt die zweite Runde des Eurovision Song Contest am 13. Mai 2017. Kann die normalerweise etwas untalentierte Schweiz den Contest in Kiew gewinnen? Die meisten schauen eher belustigt zu und denken sich gleichzeitig, dass sie gleich zu Hause hätte bleiben können. Doch im gleichen Augenblick zieht die Schweizer Sängerin das Unerwartetste der ganzen Show ab: Was die Zuschauer nicht wissen, ist, dass sie ein unglaubliches Ass aus dem Ärmel ziehen kann. Ihr neuer Song beschwört im Innersten die tiefsten Seelen aller Nationen Emotionen herauf, die schon seit langem als verschwunden galten. Auf dem Podium fiebert die Schweiz mit dem neuen Superstar mit. Nicht nur sie hatte eine unglaubliche Performance gebracht. Kann es sein, dass sie England, Russland und Lettland in den Schatten stellen kann? Kann die Schweiz beweisen, was sie noch drauf hat? Schauen Sie im Mai den spannenden Contest und seien Sie lieber auf das Unwahrscheinlichste gefasst.

 

Juni: Duell der Giganten.

Für alle Fussballfanatiker ist der 3. Juni ein fast heiliges Datum. An diesem Tag wird der Gewinner der jetzigen Champions League-Kampagne in Cardiff, Wales, feststehen. Es ist ein Duell auf Augenhöhe zwischen den 16 besten Mannschaften Europas. Mitunter sind die zwei Dauerbrenner aus Spanien, Real Madrid und der FC Barcelona, welche jedes Jahr den Titel als beste Mannschaft Europas suchen. 2017 wird endlich das Traumfinale eines jeden Fussballfanatikers im komplett ausverkauften Stadion stattfinden. Der sogenannte „El clasico“ ist ein Duell der Giganten. Unsere Prognose: Real Madrid hat im Finale die Nase vorn und kann den Pokal zum zweiten Mal in Folge und zum zwölften Mal insgesamt, mehr als jede andere Mannschaft, in die Hauptstadt Spaniens bringen. Es wird ein unglaublich enges Spiel, welches sich erst im Elfmeterschiessen entscheiden wird. Es ist weitaus mehr als nur ein Kampf zwischen den Stadtrivalen Madrid und Barcelona, sondern vielmehr auch ein nie anhaltendes Duell und Rivalität zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Mit dem Sieg im Finale macht Ronaldo einen grossen Schritt in Richtung Ballon d’Or, jedoch ist die Entscheidung, wer in diesem Jahr besser war, noch lange nicht gefallen.

 

Juli: Federers Comeback.

Vom 3. bis 16. Juli 2017 steht wieder das traditionelle Wimbledon-Turnier in London an. Hoffentlich mit dabei: der 17-fache Grand-Slam-Sieger Roger Federer und sein jüngerer Landsmann Stan Wawrinka, der momentan die Weltnummer 4 ist. Experten vermuten, dass 2017 wohl Federers letztes Jahr in der Tennisbranche sein wird und dass er bald zurücktreten wird. Nach eigenen Angaben denkt der Schweizer Tennisstar jedoch noch nicht an einen Rücktritt, mit der Begründung, dass er sonst nicht kürzlich eine so lange Turnierpause gemacht hätte. Wegen einer Knieverletzung war Federer nämlich dazu gezwungen, seine grossen Termine 2016, wie zum Beispiel die Olympiade und das US Open, abzusagen. Sein Comeback ist aber in diesem Januar bereits über die Bühne gegangen, weshalb unsere Nation hoffentlich noch auf weitere Jahre mit unserem Tenniskönig und auf einen achten Wimbledonsieg hoffen kann. Auch lokal bietet der Juli 2017 viel Gesprächsstoff: Zum vierten Mal findet auf dem Platz Georges-Python vom 11. bis 16. Juli das Festival Les Georges statt. Es handelt sich um fünf Konzertabende unterschiedlicher Musikrichtungen, wobei am Dienstag- und am Freitagabend die Türen jedem gratis offenstehen. Ausserdem findet in diesem Sommermonat zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder ein kantonales Lager aller 14 Scharen der Jubla Freiburg statt. Das zwei-wöchige Sommerlager wird im Entlebuch durchgeführt und hat laut den Organisatoren das Ziel, dass die Kinder „über den Tellerrand hinausblicken und neue Bekanntschaften knüpfen können“.

 

August: Viel Folklore in Freiburg.

Im August 2017 findet die 43. Ausgabe des Folkloretreffens in Freiburg statt. Es werden über 200 Tänzer/innen, Sänger/innen und Musiker/innen aus fünf verschiedenen Kontinenten in Freiburg erwartet. Die meist jungen Leute, das Durchschnittsalter beträgt 23 Jahre, wollen uns Schweizern mit ihren Darbietungen ihre Kultur und ihren Lebensstil nähern bringen. Die Folkloregruppen werden von einem Komitee mit präzisen Auswahlkriterien ausgewählt, um eine möglichst tolle Darbietung zu garantieren. Die Gruppen kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, wie z.B. aus der Ukraine, aus Lettland, von den Osterinseln usw. Das Orchester ist eins der wichtigsten Auswahlkriterien, denn ein Tanz ohne musikalische Begleitung hat weniger Ausdrucksstärke. Im Dorf der Nationen in Freiburg kann das Publikum jeweils am Abend die Folkloregruppen und ihre Tanzaufführung bestaunen. Das Publikum kann sich auf tolle Unterhaltung und viel Spass freuen.

 

September: Das Asylzentrum rückt näher.

Das stark kritisierte Asylzentrum Guglera in der Gemeinde Giffers sollte eigentlich im September 2017 eröffnet werden. In der Gemeinde Giffers war dem Projekt gegenüber starke Ablehnung zu spüren. An einem vom Bund veranstalteten Infoabend im Februar 2016 drückten die Einwohner ihre Ablehnung gegenüber dem Zentrum aus. Der „Asylanten-Tsunami“ würde die Ruhe im Dorf stören und das Dorf-Image wäre danach nicht wiederherstellbar. Ausserdem gleiche das Vorgehen des Bundes einer Diktatur. Da das Zentrum durch eine Privatperson an den Bund weiterverkauft wurde, war keine Befragung der Dorfbevölkerung nötig. Dies war wohl ein starker Mitgrund für die Empörung bei den Senslern. Der Bund ist den Forderungen bereits entgegengekommen: Das Zentrum Guglera soll nun maximal 250 Personen, 50 weniger als ursprünglich geplant, beherbergen. Das Zentrum liegt 4 Kilometer ausserhalb des Dorfes und ist ein Ausreisezentrum. So werden in der Guglera künftig Asylsuchende, welche abgelehnt wurden, auf ihre Ausreise warten. Im Oktober 2016 wurde das künftige Asylzentrum Ziel eines Sabotageaktes. 6 Etagen wurden überflutet und starker Sachschaden verursacht. Ironischerweise waren die Täter keine ausländerfeindlichen Rechtsextremen, sondern Anarchisten des gegenübergesetzten Extrems des politischen Spektrums, welche gegen die unmenschlichen Bedingungen in Asylzentren protestieren wollten. Wie gravierend die Situation für Giffers nun wirklich ist, wird sich im Winter 2017 herausstellen, dann wird das Asylzentrum voraussichtlich eröffnet werden.

 

Oktober: Ein Jahr nach der Katastrophe.

Zunächst über Haiti, danach Kuba und schlussendlich die Küste der USA: „Matthew“, ein Hurrikan, der über dem karibischen Meer entstanden war, hatte im Oktober 2016 grossen Schaden über die Welt gebracht. Städte waren überschwemmt, Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen, Bäume und Strommasten wurden zerstört und Menschen kamen ums Leben. Wie sieht die Situation nun, ein Jahr später, aus? Die betroffenen Staaten an der Südostküste der USA (South - & North Carolina, Georgia, Florida) haben sich alle weitgehend von dem Schrecken erholt. Die Sanierungskosten waren hoch – aber zahlbar. So bleibt die Erinnerung an den Sturm nur noch durch die Menschen, die er bei seinem Wüten in den Tod gerissen hatte. In Kuba und Haiti schaut man hingegen einer weniger schönen Wahrheit ins Auge: Der Staat kann für die angerichteten Zerstörungen nicht aufkommen und Menschen, deren Häuser bei dem Hurrikan zerstört wurden, leben zum Teil in grösster Armut. Die Situation hat grosse Unruhen hervorgebracht, die dem Staat, der schon instabil genug ist, zusätzliche Lasten bringt. Zudem sinkt auch die Zuversicht der Bevölkerung, die ein Jahr nach der Katastrophe immer noch keiner Hilfe vom Staat entgegensehen kann. Menschen leben in Evakuierungshütten, die nach dem Sturm notfallmässig und minimalistisch erbaut wurden. In solchen Hütten müssen oft auch gesamte Familien unterkommen, da es leider mehr Opfer als verfügbare Hütten gibt. Hilfsorganisationen sind jedoch vor Ort und helfen dort, wo der Staat und die Regierung keine Macht mehr haben. So werden nach und nach neue Häuser gebaut, neue Bäume gepflanzt, neue Hoffnung gesät. Wollen auch wir ein Auge auf diejenigen werfen, die gesehen werden müssen und uns so gemeinsam zu einer besseren Welt bewegen?

 

November: Kalte Tage – heisse Handys.

Die kalten Novembertage treiben die Menschen in die warmen Räume. Die Picknicks im Park, die Unterhaltungen auf dem Balkon oder das gemeinsame Sonnen am Wasser werden durch Sofas und Stühle am Kamin ersetzt. Aber natürlich kann das kalte Wetter den ständigen Kontakt mit seinen Liebsten nicht unterbrechen. Glücklicherweise gibt es sogenannten Soziale Medien. Die Realität wird immer virtueller geprägt und besonders im November ausgelebt. Natürlich werden altbekannte soziale Netzwerke wie Whatsapp oder Facebook usw. immer noch die Langeweile aus unserem Leben treiben. Aber da auch die Technologie immer auf dem neusten Stand sein muss und sich immer neu erfindet, erwarten wir auch im November neue Überraschungen. Fraglich ist dann doch schlussendlich ob diese Neuheiten wirklich unser Leben sinnvoller und spannender gestalten.  Trotz dem Vorurteil des traurigen Novembers ist es wichtig, das Rascheln der Blätter am Boden oder den dichten Nebel, der alles wie eine mysteriöse Märchenlandschaft erscheinen lässt, zu geniessen und wenn es sein muss, auch für die Ewigkeit festzuhalten und zu teilen. Denn schliesslich darf man nicht vergessen, dass es ein Privileg ist, die Schönheit und Freude auf dieser Welt so schnell mit Vielen teilen zu können.

 

Dezember: Der Mann mit Bart ist zurück.

Der lang ersehnte Nikolaus-Umzug der Freiburger findet in diesem Jahr am 2. Dezember statt. Die Drittklässler des Kollegiums Sankt Michael wählen ihren St.Nikolaus. Auf dem Areal des Gymnasiums füllt ein Weihnachtsmarkt den Bauch von Jung und Alt mit Lebkuchen, Waffeln, Keksen, Glühwein und weiteren Leckereien. Die Reise des St-Nikolaus beginnt, er wird sich auf dem Rücken des Esels bis zur Kathedrale führen lassen, begleitet durch seine Schmutzli und die Querflötenspieler. Die Festivität zieht bis zu 30‘000 Menschen in die Altstadt, die Strassen sind auch dieses Jahr gefüllt mit Zuhörern und aufgeregten Kindern. In seiner Rede kritisiert er Trumps Handeln, die Abschaffung des Valete und den übermässigen Medienkonsum in der Gesellschaft. Er erfreut sich darüber, dass die Schweiz sich im Verlaufe des Jahres 2017 bemühte hatte, die Bedingungen des Pariser Klimaabkommen zu erfüllen und ihr die Integration der Flüchtlinge gelungen war.

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