1

Bitte mehr Vernunft, liebe Klimahysteriker

Ich finde die Klimahysteriker auf beiden Seiten ätzend. Natürlich hatte sich das Klima verändert, lange bevor der Mensch die Erde massiv verändert hat. Weil es viel mehr Menschen und viel mehr sowie viel teurere Infrastruktur gibt, sind die Schäden der Naturkatastrophen viel grösser, ohne dass es mehr Naturkatastrophen gibt. Deshalb lohnt es sich, Schäden zu vermeiden. Und wer Schäden vermeiden will, muss sich mit den Ursachen beschäftigen und herausfinden, was wir beeinflussen können und was nicht. Der Sensler Hugo Raetzo, Experte Gefahrenprävention beim Bundesamt für Umwelt fällt in dieser Debatte sehr positiv auf.

Ja, die jährliche Durchschnittstemperatur der unteren Schichten der Erdatmosphäre ist in den letzten 100 Jahren um jährlich 0.02 Grad Celsius gestiegen. Der Temperaturanstieg ist stärker als je zuvor in der Erdgeschichte. Ob oder wie stark dieser Klimawandel von uns Menschen verursacht wird, ist umstritten. Es gibt Leute, die den Temperaturanstieg an sich bestreiten. Der Streit um die Ursachen sollten nicht davon ablenken, dass wir Menschen sorgsamer mit dieser Welt umgehen sollten, nicht nur im Interesse der schönen Natur, sondern im Interesse zukünftiger Generationen.

Wie in anderen Bereichen auch, gibt es nun Politiker und Journalisten, die den Klimawandel schlechthin bestreiten. Andere gehen weniger weit und bestreiten bloss, dass der Mensch hauptverantwortlich für die Erderwärmung ist. Auf der anderen Seite wird jeder bei einem Gewitter überflutete Keller als Folge des Klimawandels und nahender Weltuntergang dargestellt. Journalisten brauchen Stories für ihr Publikum, Politiker brauchen Probleme die sie mit Gesetzen lösen wollen. So ist unsere Bundespräsidentin Doris Leuthard mit den Journalisten ihres SRG Service public nach Grönland geflogen, uns schmelzende Gletscher zu zeigen und vor den verheerenden Folgen des Klimawandels zu warnen. Kurz danach ist sie nach Bondo im Bergell geflogen, um uns den verheerenden Bergsturz als Folge des Klimawandels zu verkaufen. In Grönland war die wissenschaftliche Evidenz etwas besser als in Bondo. Aber die Politik, so lehrt uns die mit einem katastrophalen ökologischen Fussabdruck umherreisende Frau Leuthard, muss handeln. Sie kann nicht auf gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse warten.

Ich wünsche mir etwas weniger politische Aktionitis, dafür etwas mehr Ökologie auf der Basis ökonomisch wirksamer Anreize. Und von den Medien erwarte ich etwas mehr kritische Distanz zu den politischen Entscheidungsträgern, von den Wissenschaftlern ebenfalls. Apropos Wissenschaft: Der Sensler Hugo Raetzo, Experte Gefahrenprävention beim Bundesamt für Umwelt fällt in dieser Debatte sehr positiv auf. Bravo!

Kommentare zu diesem Artikel

Silvan Jampen

Wahre Worte, Felix!