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Herzen, Rosen, Schmetterlinge im Bauch auf Bestellung

Die Werbung versucht uns zu suggerieren, dass wir am Tag X – wenn wir denn aufmerksame Liebende sein wollen – unseren Liebsten mit Herzen, Blumen, Parfums, einem Festessen oder sonst etwas Extravagantem verwöhnen müssen.

Natürlich geht es um den Valentinstag, der zeitlich günstig zwischen Weihnachten und Ostern angesiedelt ist.
Zwischen Ostern und den Sommerferien, quasi als Lückenfüller, lädt dann der Muttertag zum Kauf von Blumen, Torten oder Mixer ein.

Doch bleiben wir beim Valentinstag.
Er geht zurück auf einen oder mehrere christliche Märtyrer namens Valentinus, die der Überlieferung zufolge enthauptet worden sind. Der Gedenktag wurde 469 für die katholische Kirche eingeführt, im Jahr 1969 aber aus dem römischen Generalkalender gestrichen.

Der Bekanntheitsgrad des Tages förderten jedoch vor allem Blumen- und Süsswarenhändler durch intensive Werbung. Natürlich schlagen auch Wirte, Goldschmiede, Confiseure und viele andere die Werbetrommel und bieten ihre Ware feil für den romantischsten Tag des Jahres, der offenbar die Gelegenheit ist, dem Partner seine Liebe zu erklären.

Jahr für Jahr überkommen mich Schauer des Grauens, wenn für den Valentinstag aufgerüstet wird: Herzen in Form von Girlanden, Kissen, Fotorahmen, mit Herzen bedruckte Shirts, Socken, Taschen, Gläser, die Farben rot und golden dominieren. Sowohl bei den Herzen als auch bei den Blumen. Und wenn die roten Rosen zu allem Überfluss – und Überdruss – noch mit Goldglitter besprüht werden, wird es richtig hässlich.

Brauchen wir, so komme ich nicht umhin mich zu fragen, wirklich einen (kommerziellen) Schubs, um unseren Lieben – egal ob Mutter, Partner, Freundin oder Kind – zu zeigen, dass wir sie liebhaben, schätzen, was sie uns Gutes tun, dankbar sind für ihre Anteilnahme, ihre Unterstützung, ihr Lachen, ihre Umarmung. Für ihr Dasein?

Und erfreut ein Präsent, das ich an diesem von Geschäftsleuten festgelegten ‚Tag der Liebenden‘ bekomme wirklich mein Herz – und kommt es von Herzen?

Ich kann gut und gerne auf diesen Tag verzichten.
Mitten im Jahr mit einem Blumenstrauss überrascht zu werden finde ich viel schöner und meinem Liebsten bereite ich an einem banalen Dienstag im März oder Donnerstag im August eine Freude.
Zudem bin ich überzeugt, dass es die kleinen Aufmerksamkeiten sind, die unser Herz erwärmen und unsere Liebe lebendig erhalten. Es kann das Schoggistängeli sein, welches sie ihm in die Lunch-Box schmuggelt oder die Porzellantasse, die sie auf einem Spaziergang mit ihm in einem Schaufenster bewunderte und die sie ein paar Tage später in ihrem Schrank entdeckt, die Massage nach einem strengen Tag oder eine feste Umarmung nach einer Enttäuschung.
Jeder Tag bietet unzählige Gelegenheiten seine Zuneigung zeigen zu dürfen.
Worauf also warten wir?

 

www.ich-schreibe-fuer-dich.com

Kommentare zu diesem Artikel

Veronique Monet

Ist Valentinstag eh etwas für Alte?
Ich finde ihn recht überflüssig und bin mit Ihnen einer Meinung: Für Zuneigung und Liebe gibt es keinen Tag und keine Grenzen!