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Heu auf der Eu

In diesem Jahr wird bei den heissen Temperaturen schon früh das Heu auf den Jauner Alpwiesen eingefahren. Wo im Winter die Skifahrer über die Pisten zur Talstation saussen, bin ich dieser Tage beim "Sommerservice" dabei. Statt Pistenfahrzeuge sind Ladewagen unterwegs, statt Schneeschaufeln, Heurechen und -gabeln. Auf der Eu wird das Heu nicht nur als Tierfutter verwendet, auch die Touristen-Seele wird damit verwöhnt.

 

Die Eu ist der stattliche Bauernbetrieb von Christian Schuwey, den er mit seinem Vater Martin bewirtschaftet. Scheune und Wohnhaus liegen in unmittelbarer Nähe zum Sessellift und so hat Mutter Charlotte ein touristisches Angebot geschaffen. An einem Heutag wie heute, treffen die verschiedenen Helfer aus Familien- und Bekanntenkreis vor dem Wohnhaus im Schatten ein. Wer nicht schon auf der Webcam die Situation studiert hat, wird nun ins Bild gesetzt, was heute zu tun ist. Die Wiesen sind alle Nordhänge, eher feucht und relativ steil. Je nach Witterung ist mehr oder weniger Handarbeit angesagt und die kritischen Plätzchen haben alle ihre Namen. Da die Technik immer mehr Arbeit abnimmt, bleibt immer noch Zeit zum Schwatzen, Schwitzen und die Natur geniessen. Heuer waren keine dreckverschmierten Beine zu beklagen, dafür sind die Rossbremen eine Plage. Dass das Heu schon vor dem längsten Tag in der Scheune liegt, ist schon selten.

 

Nach getaner Arbeit gibt es ein ausgiebiges Zvieri bei Charlotte, die sich unterdessen um eine ganze Schaar Enkelkinder gekümmert hat. Über die Anzahl Ladewagenfahrten mit Onkel Christian wird akribisch Buch geführt, damit keiner zu Kurz kommt. Schliesslich ist die neue Maschine kindersicher und sollte effizient genutzt werden. Bei 10 Grosskindern kein Problem! Charlotte hat unterdessen auch das Heubett wieder bezugsbereit gemacht. Neben ihren Gästezimmern bietet sie im Sommer auch ein Romantik Heubett an. Martin hat das ehemalige Bienenhaus hergerichtet und die Weiblichen Schuwey's haben daraus ein heimeliges Zimmer gestaltet. Ob aus dem Bett, dem Frühstückstüblein, der Imkerterasse oder aus dem stillen Örtchen, überall ist der Blick frei auf Wiesen, Berge und Heu. Der innovative Familienbetrieb hat schon Gäste aus der ganzen Welt beherbergt und diesen die Alpwirtschaft näher gebracht. Heu dazu gibt es genug.

 

 

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