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Abwaschmaschinengeflüster

Abwaschmaschine = Fehler F13 -> google-it = hä? = Monteur

Dingdong. Hach, endlich ist er da, der Gschürrwäschmaschyna-Mentsch. Der Herr begrüsst mich mit einem freundlichen „Guten Tag Madame“ und ist mir sofort sympa, mit seinem welschen Accent. Es macht ihm offenbar keine Mühe, als Romand Deutsch zu sprechen und hoffentlich auch nicht, das Ding zu reparieren, welches konstant Fehler F13 angibt.

Seit sieben Tagen wasche ich das Geschirr von Hand ab und ja: Das ist glasklar ein First-World-Problem. Es hat aber sogar seine Vorteile: Das Geschirr glänzt im Moment wunderbar - so ganz ohne Elektrizität und ohne Tablette mit Diamanten drin - und strahlt fast wie Mühleberg. Ich gleich dazu, wie die Sun, jetzt, wo Monsieur die Dinge bestimmt wieder zum Laufen bringen wird.

Während er die Maschine begutachtet gucke ich mein grünes Schnitzerli an, mit dem ich in den letzten fünf Tagen eine tiefe Freundschaft aufgebaut habe. Bald bist du dran. Ab mit dir in die Maschine, bei 60 Grad, so wie die Kinder nach dem Jublalager, die ordentlich in der Badewanne eingeweicht werden müssen, für ein paar Stunden oder mehr, aber etwas weniger warm, bitteschön.

Der Herr fragt mich nun: „Wie alt ist denn das Gerät?“ Meine Augen rollen nach oben, und zwar nach links: „Exakt an meinem Geburtstag, da ist mein altes Gerät ausgestiegen und ich musste mir ein neues zulegen. Am 40igsten, vor fünf Jahren.“ Meine Augen rollen nach rechts. „Vielleicht war es auch der 35igste.“

Ja das ist so eine Sache mit dem Verkalken. Der Monteur meint, es sei ganz normal, hier unteren Sensebezirk, da gibts ganz viel Kalk, dieses Problem haben wir oft, doch das können wir lösen. Ich sage dem Herrn, ich gehe jetzt einkaufen, in der Zwischenzeit, und denke dabei, heute Mittag gibts frischen Fisch, ist gut fürs Gehirn.

Auf dem Weg zum Einkaufszentrum erinnere ich mich an eine Freundin. Einst erzählte sie mir, sie habe ihrem Kater Nassfutter geben wollen. Anstatt es in den Napf zu tun, habe sie es in die Mulde der Abwaschmaschine reingestopft, dort, wo eigentlich das Pulver hineinkommt. Das sind so Tage.  

Du läufst den ganzen Tag mit verkehrtem Pulli herum. Beim Zähneputzen abends guckst du dich im Spiegel an und fühlst dich wie ein kleines Kind - obwohl Ü40. Du bist froh, dein Name steht nicht auf dem Zetteli, so wie damals, im Pfadilager, merkst aber bald, die meisten Leute kennen dich so oder so, jetzt mit exakter Kleidergrösse, Ü40.

Ach egal, nach dem Fischeinkauf wollte ich mein Auto öffnen, doch es gelang mir nicht, bis ich begriff, dass ein Klon davon auf demselben Parkplatz stand. Exakte Marke, gleiche Farbe, doch anderes Numéro. Sagen Sie jetzt bitte nicht, Ihnen sei das noch nie passiert.

Monsier Tu-dois-plus-laver-la-vaiselle-toi-même-merci-1000 war dann schon weg, als ich nachhause kam, um den gesunden Fisch zu dünsten, MSC (mier sy clean) versteht sich. Vielleicht hilft der ja, um Fehler F14 zu beheben. 

Kommentare zu diesem Artikel

izzie miller

herrlich ihr blogg madame!!

Manu

Immer wieder amüsant deine Texte zu lesen. Chapeau Madame ;-)