0

Skitourensaison

Der Titel ist irreführend, die Skitourensaison hat gar noch nicht richtig begonnen. Unentwegte wagen sich zwar schon seit Mitte November auf die Tourenski, allerdings sind die Verhältnisse alles andere als ideal. Für mich kein grösses Problem, weil Skitouren im Dezember und Januar eher eine neuzeitliche Erscheinung sind. Ich freue mich auf die längeren Tage und mehr Sonnenschein. Und für mich endet die Skitourensaison meistens erst Ende Mai.

Meine ersten Skitouren habe ich wohl Anfang der 80er Jahre gemacht. Wenn ich mich recht erinnern kann, fanden dieses aber fast ausnahmslos eher spät in der Saison statt. Das heisst wohl ab dem Monat März. Vorher nutzte man mehrheitlich die bequemere Aufstiegsvariante, sprich Bergbahnen. Nach einem Schneefall gab es haufenweise unverspurte Hänge, weil Neuschneefahren eigentlich nur geübten Skifahrern vorbehalten war. Freeriden war noch kein Alltagsbegriff und die Ski waren noch durchs Band recht schmal. Meine Erinnerungen an die damaligen Skischuhe sind so schlecht, dass ich es lieber verdränge. Wie auch immer; ohne gute Technik war Neuschneefahren mühsam und kräfteraubend; insofern hielt das durchschnittliche Skifahrer davon ab, die je länger je besser präparierten Pisten zu verlassen.

Obwohl die Pisten - zumindest für meine Begriffe - heutzutage nicht überfüllt sind, gibt es eine eindeutige Verlagerung zu Skitouren und Skifahren abseits der Pisten. Skitouren zu machen, hat sich mittlerweile zu einer massentauglichen Angelegenheit entwickelt. Das dürfte einerseits dem Trend zu mehr Individualität entsprechen. Andererseits hat sicherlich das verwendete Material dazu beigetragen. Sprich breitere und leichte Ski wie auch adäquate Tourenskischuhe. Mit diesem Material kommt man einfacher den Berg hoch wie auch hinunter.

Sofern man nicht in unwegsamen Gelände oder abgelegenen Gegenden unterwegs ist, sind immer Gleichgesinnte anzutreffen. Mich persönlich stört das nicht. Ich stelle nur fest, aber so viel zum Thema Individualität. Ganz unproblematisch ist diese Entwicklung trotz allem nicht, denn die Freiheit ist nicht grenzenlos. Da alle nach unverspurten Hängen suchen, wird kaum Rücksicht genommen auf die in diesen Gegenden vorkommenden Wildtiere. Durch Flucht und Stress werden die im Winter so oder so knappen Energiereserven der Tiere so sehr in Anspruch genommen, dass dies durchaus über Leben und Tod entscheiden kann. Dabei wären die Regeln ganz einfach; u.a. Wildruhezonen und Wildschutzgebiete beachten, im Wald auf den markierten Routen und Wegen bleiben und Waldränder und schneefreie Flächen meiden.

Ich warte nun noch die etwas kräftigeren Schneefälle ab, vorausgesetzt Frau Holle hat ein Einsehen mit uns Schneesportlern. Die Touren in höheren Lagen spare ich mir für später in der Saison auf, auch wenn dort die Schneesituation nun wohl in Ordnung wäre. Zwischen dem Gurnigel und Charmey hat es etliche bekannte Skitouren; darin sind inbegriffe sind kurze Wege und wunderschöne heimatliche Berge.

Kommentare zu diesem Artikel