Schwarzenburg 30.11.2017

Kinder benötigen mehr Platz – und die Gemeinde Millionen für einen Neubau

Das Modell zeigt das in Schwarzenburg geplante Schulgebäude mit je zwei Kindergärten und Tagesschule.
In Schwarzenburg gibt es immer mehr Kinder. Für sie will die Gemeinde neue Kindergärten bauen.

Am Dienstagabend fand in Schwarzenburg in der Aula des Oberstufenzentrums eine Infoveranstaltung der Gemeinde zu einem geplanten Neubau im Schulbereich statt.

Schwarzenbug hat im Dorf zu wenig Platz in seinen Kindergärten und Tagesschulen. Die Situation wird sich in den folgenden Jahren weiter anspannen, weil mehr Kinder den Kindergarten besuchen und die Tagesschule bean­spruchen werden. Zudem beabsichtigt die Gemeinde, zur aktuell schon regen Bautätigkeit auf einer Parzelle mindestens 60 neue Wohnungen zu bauen.

Zurzeit sind auf dem Gelände der Schule Schlossgasse ein Kindergarten und eine Tagesschule in zwei Holzbaracken untergebracht. «Sie sind jedoch bloss bis 2022 bewilligt. Spätestens dann müssen sie entfernt werden», sagte der für die Bildung zuständige Gemeinderat Daniel Schmied.

643 Quadratmeter

Aus dem Grund hat die Gemeinde vor fünf Jahren die 3B Architekten AG in Bern mit einer Machbarkeitsstudie für die Erweiterung der Schulräume beauftragt. Das Projekt wurde jedoch ein Jahr später mangels finanzieller Mittel sistiert, bis es die Gemeinde dieses Jahr wieder aufgenommen hat. Es sieht auf dem Areal der Schulanlage Schlossgasse einen Neubau mit 643 Quadratmetern Gesamtfläche und vier Schulräumen vor – je zwei für den Kindergarten und die Tagesschule.

Direkt ans Schulhaus darf nicht gebaut werden, weil es unter Denkmal- und Ortsschutz steht. «Aus demselben Grund dürfen wir auch keinen neuen Raum im Dachgeschoss einrichten», sagte Schmied.

Eröffnung 2019 vorgesehen

Für den geplanten Bau hat die Gemeinde im Herbst einen Kredit von rund 3,5 Mil­lionen Franken gesprochen, obwohl der Finanzplan dafür bis 2020 bloss einen Betrag von 3 Millionen Franken vorsieht. «Wir gehen davon aus, etwas günstiger als geplant bauen zu können und einen Beitrag vom kantonalen Förderprogramm zu erhalten, weil der Bau im Minergie-Standard gebaut wird», sagte Daniel Schmied auf Anfrage. Zuvor müssen jedoch an der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember die Stimmbürger dem Kredit zustimmen.

Falls sie das tun, wird im Oktober 2018 mit dem Bauen begonnen, damit das Gebäude im Juli 2019 bezugsbereit ist. Dann würden die Kinder vom Kindergarten Thunstrasse in jenem im Schulhaus Schlossgasse unterrichtet. Und die Tagesschule hätte wieder genug Platz. «Damit wäre das Platzproblem im Dorf mittelfristig gelöst», sagte Daniel Schmied.

Unterkellerung zu teuer

Zu dem Bauvorhaben stellten am Dienstagabend die rund 80 Einwohner im Saal jedoch einige Fragen.

Ein Mann wollte wissen, ob in absehbarer Zeit auch für die Oberstufenschüler zusätzliche Räume benötigt würden. «Die nächsten sechs Jahre sicher nicht», antwortete Gemeinderat Daniel Schmied. Geplant sei hingegen die Sanierung der Schulhäuser.

Ein anderer Einwohner befürchtet mehr Verkehr, immer mehr Eltern würden ihre Kinder in den Kindergarten fahren. Max Bütikofer, der Schulleiter Dorf, antwortete: «Wir weisen immer wieder auf den Pedibus im Dorf hin – offenbar ohne Erfolg. Vielleicht sollten wir diesbezüglich strenger mit den Eltern sein.»

Plan auf Kosten der Kleinsten?

Ein Mann fand es schlecht, dass Kinder, die zurzeit den Kindergarten Thunstrasse besuchen, auf dem Weg zum neuen Kindergarten mehrere Hauptstrassen queren müssen. «Wieso plant die Gemeinde auf Kosten der Kleinsten?», fragte er. Gesamthaft betrachtet seien die Räumlichkeiten und der Aussenbereich des geplanten Gebäudes die bessere Lösung als die bestehende Situation, antwortete Max Bütikofer.

Eine Lehrerin wollte wissen, ob das neue Gebäude unterkellert werde, um beispielsweise Zeichnungszimmer einzurichten. Darauf antwortete Architekt Franz Bamert von der 3B Architekten AG: «Der angestrebte Minergiestandard schreibt unter anderem die Lichtverhältnisse vor. Diesen Standard in Kellerräumen zu erfüllen, hätte den Bau massiv verteuert.» Das hätte den Rahmen der finanziellen Mittel von Schwarzenburg über­zogen, ergänzte Gemeinderat Daniel Schmied.