Laupen 30.11.2017

Der neue Achetringeler ist da

Der Achetringeler erscheint dieses Jahr im 92. Jahrgang. In der Jahreschronik der Region Laupen gibt es mehr über den Kirchenchor Sensetal zu erfahren. So lässt sich lesen, dass dem Neuenegger Sigristen der rasche Erfolg des Chors sauer aufstiess.

Seit 1926 schreibt ein Autorenteam akribisch auf, was sich in den Gemeinden der Region ereignet hat und Gesprächsstoff war. Dieser Tage erscheint die Jahreschronik Achetringeler zum 92. Mal. Laut der Achetringeler-Kommission handelt es sich um die älteste regionale Berichterstattung zur Geschichte im Kanton Bern.

Wie ihre Vorgänger nimmt auch die aktuelle Ausgabe die grossen Themen des ausgehenden Jahres 2017 auf: Der Rückgang an Gärtnereien in Thörishaus, der Kirchenchor Sensetal gestern und heute, Laupens Burgergemeinde im Wandel der Zeit, ein Grossfeuer mit glimpflichem Ausgang oder auch die Reformation in bernisch Murten. Das 44-seitige Heft liegt nun an verschiedenen Verkaufsstellen auf. Schülerinnen und Schüler gehen zudem von Haus zu Haus und verkaufen den Achetringeler.

Besuch der Gottesdienste

Was wird wohl den Neuenegger Pfarrer Ernst Schweizer bewogen haben, 1929 einen Kirchenchor in Neuenegg zu gründen? Dieser Frage ist der Achetringeler-Autor Franz Schweizer in Zusammenhang mit dem Kirchenchor Sensetal nachgegangen. Dafür hat der Redaktor alte Sitzungsprotokolle des Kirchgemeinderats konsultiert: Der Pfarrer sei von der Gemeinde Neuenegg aufgefordert worden, einen Kirchenchor ins Leben zu rufen. Als Begründung steht laut dem Autor Franz Schweizer im Protokoll: «Dadurch könne am ehesten der Besuch des Gottesdienstes gehoben werden.»

Der Pfarrer Ernst Schweizer habe sich bereit erklärt, die Sache an die Hand zu nehmen. Es soll ein Versuch gemacht werden, sei in dem Protokoll festgehalten. Die Idee stiess auf Anklang: Im Protokoll vom Mai 1929 stehe geschrieben, dass bereits drei Proben mit rund 50 Teilnehmern abgehalten wurden.

Geld für Liederbücher

Doch der Kirchenchor hatte von Anfang an Geldsorgen, wie im Achetringeler zu lesen ist: Pfarrer Schweizer habe die knauserigen Kirchgemeinderäte bestens gekannt und daher gleich selber einen Vorschlag präsentiert. Er habe vorgeschlagen, in der Gemeinde eine Sammlung zu veranstalten, um die erforderlichen 100 bis 200 Franken für Liederbücher und den Beitrag an den Kirchengesangsbund aufzubringen.

Eine solche Sammlung habe daraufhin tatsächlich stattgefunden und war laut der Jahreschronik Achetringeler erfolgreich. Im Juli 1929 sei der Chor zum ersten Mal in der Kirche aufgetreten, «mit gutem Erfolg».

Dem Sigristen gefällt es nicht

Fast alle waren begeistert, nur dem Sigristen stiess der Erfolg des Kirchenchors laut Achetringeler sauer auf: «Im Protokoll des Kirchgemeinderates vom November 1930 wird über ihn berichtet: ‹Sein Sohn als Untermieter habe ihm die Wohnung gekündigt, des Lärmes wegen, der speziell vom Kirchenchor verursacht werde.›» Auch im Wirtshaus habe sich der Sigrist darüber beklagt. Die Reklamation des Sigristen brachte jedoch nichts: Der Kirchgemeinderat habe klar festgehalten, dass der Sigrist nicht berechtigt ist, Versammlungen in der sogenannten Unterweisungsstube zu verbieten.

Mit den Jahren wurde der Kirchenchor Neuenegg regionalisiert. Immer mehr Sängerinnen und Sänger aus anderen Kirchgemeinden sind dabei. Deshalb entstand der Name Kirchenchor Sensetal.

Bernisch Murten

Der Text zu diesem Chor ist nur einer von vielen Beiträgen aus dem aktuellen Achetringeler. Auch Porträts von älteren Menschen lassen sich darin finden. Ein weiterer Artikel ist der Reformation in bernisch Murten gewidmet. Dieser Text stammt von Jakob Schluep aus Münchenwiler. Darin ist zu erfahren, dass die Gemeinden Clavaleyres und Münchenwiler nicht abstimmen konnten, die Reformation wurde von Bern 1528 verfügt. Murten und Kerzers stimmten hingegen ab.

Achetringeler, Chronik Nummer 92. Herausgeberin: Achetringeler- Kommission, Laupen. Chefredaktor: Res Nadig. Verkaufspreis: 12 Franken. Verkaufsstellen gibt es in Laupen, Neuenegg, Mühleberg, Thörishaus, Ferenbalm, Kriechenwil, Golaten, Gurbrü, Münchenwiler und Wileroltigen. Weitere Infos: www.achetringeler.ch