Guggisberg 09.11.2017

Das Guggisblatt feiert Jubiläum

Das Redaktionsteam 2014 von links: Bruno Lötscher, Vreni Bürki, Michaela Lichtle, Sabine Rüegsegger, Andreas Leutwyler und Karin Zbinden.
Seit zehn Jahren hat Guggisberg eine Zeitung. Hinter dem Guggisblatt steckt die Idee, die Bewohner des weitläufigen Gemeindegebietes näher zusammenrücken zu lassen. Das Blatt erfreut sich grosser Beliebtheit.

Das Gemeindegebiet von Guggisberg erstreckt sich auf knapp 55 Quadratkilometern. Der höchste Punkt ist die 2151 Meter hohe Schibe, der tiefste Punkt liegt auf 708  Metern beim Zusammenfluss von Niederriedgraben und Sense. Das grosse Gemeindegebiet ist zu 40 Prozent bewaldet und zeichnet sich durch zahlreiche Weiler und alleinstehende Bauernhöfe aus. Anfang Jahr zählte Guggisberg rund 1600 Einwohnerinnen und Einwohner. Um den Zusammenhalt der Bewohner des weitläufigen Gebietes zu stärken, beschloss die Bevölkerung 2006, eine eigene Zeitung zu lancieren. Dieses Jahr feiert das Guggisblatt sein 10-Jahr-Jubiläum.

«Näher zusammenrücken»

Vreni Bürki war 2006 Gemeinderätin von Guggisberg. «Die Gemeinde hat sich damals Gedanken darüber gemacht, wie sie die Abwanderung in Guggisberg stoppen könnte», erzählt Bürki. «Wir organisierten deshalb eine Zukunftskonferenz mit der Bevölkerung.» Es sei darum gegangen herauszufinden, wie sich die Gemeinde bewegen könnte. Aus diesem Treffen heraus sei die Idee einer gemeindeeigenen Zeitung entstanden. «Weil die Bewohner von Guggisberg weit verstreut wohnen, wollten wir eine Plattform schaffen, die der gegenseitigen Information dienen kann.» Guggisberg sollte näher zusammenrücken, fügt Vreni Bürki hinzu.

Zeitungsname gesucht

In einem zweiten Schritt hätten sie interessierte Bewohnerinnen und Bewohner zu einem Workshop eingeladen. «Wir fragten nach, wer bereit ist, bei dem Projekt mitzuarbeiten.» Aus dem Workshop bildete sich ein Team von sechs Guggisbergern, die erste Ausgabe erschien am 1. August 2007. Einen Namen hatte das Blatt damals noch nicht, es standen drei Fragezeichen an der Stelle (siehe Bild oben). «Wir forderten die Leserinnen und Leser dazu auf, Vorschläge einzureichen. Das klappte und bereits die nächste Ausgabe trug den Namen Guggisblatt.

Ein ehrenamtlicher Job

Das Guggisblatt erscheint seither alle drei Monate. Die Haushalte auf dem Gemeindegebiet erhalten das Blatt gratis, können aber mit dem Anfang Jahr beigelegten Einzahlungsschein einen Betrag überweisen. «Die erste Ausgabe druckten und kopierten wir noch im Schulhaus», erzählt die Schulleiterin Vreni Bürki lachend. Danach sei etwas Geld auf das Guggisblatt-Konto eingegangen: «Die Gemeinde hat einen Anstossbeitrag geleistet, und wir konnten Inserate verkaufen.» So hätten sie sich den professionellen Druck leisten können. Eine Ausgabe koste rund 2000 Franken, sagt Bürki. «Es fallen vor allem Druck- und Portokosten an.» Die Mitglieder des Guggisblatt-Teams arbeiteten ehrenamtlich.

Wenig Personalwechsel

Viele, die aus Guggisberg weggezogen seien, hätten das Blatt abonniert. «Wir können inzwischen auf 240 Abonnenten, zum Teil sogar aus dem Ausland, zählen», freut sich Vreni Bürki. Diese bezahlten 15  Franken pro Jahr – oder mehr: «Viele überweisen einen höheren Betrag.»

In den zehn Jahren hat das Guggisblatt-Team nur wenige Personalwechsel erfahren. «Wir sind schon lange dasselbe Team», sagt Bürki. Es funktioniere gut, und sie hätten eine schlanke Organisation auf die Beine stellen können.

Für Bürki ist jedoch klar, dass nun Zeit ist für einen Wechsel: Drei Personen des Sechserteams seien aus Guggisberg weggezogen. «Mit etwas Wehmut haben wir als gesamtes Team beschlossen, zurückzutreten», gibt Bürki preis. Eine Delegation des Redaktionsteams sei deshalb auch schon mit dem Gemeinderat zusammengesessen. Diese ist am Bestehen der Zeitung interessiert und sucht eine Nachfolge. «Schön wäre, wenn die Zeitung weiter bestehen könnte, wenn Jüngere das Ruder übernehmen würden.» Das Guggisblatt sei eine gute Sache und gerade junge Menschen, die sich für den Journalismus interessierten, könnten hier eine gute Plattform finden. «Das Guggisblatt ist eine spannende Sache und würde sich auch dazu eignen, erste journalistische Erfahrungen zu sammeln.»

Zahlen und Fakten

Alle drei Monate 1000 Exemplare

Das Guggisblatt erscheint seit dem 1. August 2006 alle drei Monate und weist immer 16  Seiten auf. Die Themenliste der Zeitung ist breit: Von Einsätzen der regionalen Feuerwehr über Infos aus den Schulen bis zu Porträts von Menschen aus Guggisberg und Theaterberichten ist alles vorhanden. Auch eine Agenda gehört zum Guggisblatt. Die Auflage beträgt 1000 Exemplare. Für die Einwohner von Guggisberg ist das Blatt gratis. Auswärtige können ein Jahresabo zum Mindestbeitrag von 15 Franken beziehen.

emu
«Das Guggisblatt ist eine spannende Sache und würde sich auch dazu eignen, erste journalistische Erfahrungen zu sammeln.»

Vreni Bürki

Redaktorin Guggisblatt