Basketball 13.11.2017

Reife Leistung von Olympic

Der Freiburger Murphy Buratowski (r.) versucht gegen Marko Mladjan zum Wurf zu kommen.
Auch nach sieben Spielen bleibt NLA-Leader Olympic ungeschlagen. Die Freiburger setzten sich gestern im St. Leonhard im Spitzenkampf gegen Genf mit 86:67 durch und präsentierten sich erstaunlich abgeklärt.

Mit Olympic und Genf trafen gestern nicht nur die beiden zurzeit besten Teams der NLA aufeinander, sondern gleichzeitig auch die zwei finanzstärksten. Dass die Calvinstädter wenn nötig aber noch tiefer als die Freiburger in die Tasche greifen können, illustrierte sich zuletzt am Transfer von Arnaud Cotture. Der Walliser Center, ein Produkt der Akademie Olympics, wechselte auf diese Saison hin die Lager. Dabei machte Cotture keinen Hehl daraus, dass nebst weiteren Gründen das Angebot von Freiburg zwar gut gewesen sei, das des amtierenden Vizemeisters aber eben noch eine Spur besser. So stand Cotture gestern zusammen mit den weiteren Ex-Freiburgern Roberto Kovac und Marko Mladjan in der Startformation der Gäste. Die Verbindung Freiburg-Genf ist indes keine Einbahnstrasse. Aufseiten des Heimteams finden sich mit Dusan Mladjan, Chad Timberlake und Jérémy Jaunin ebenfalls Spieler, die in der Vergangenheit bereits das Trikot des Gegenübers getragen haben.

Jurkovitz nicht vermisst

Alsbald sollte sich zeigen, dass die Begegnung der Affiche eines Spitzenkampfes würdig war. Die Intensität und der Spielrhythmus waren hoch, die Mannschaften schenkten sich nichts. Olympic liess sich von einem schnellen 0:6-Rückstand – Marko Mladjan und Kovac trafen aus der Distanz – nicht beirren. Insbesondere in der Defensive machten die Freiburger die Schotten dicht. Nur gerade einmal 34 Punkte gestatteten sie Genf in der ersten Halbzeit zu – eine Parforce-Leistung. Und auf der anderen Seite des Parketts spielte die Mannschaft von Trainer Petar Aleksic überlegt, immer auf der Suche nach der optimalen Wurfposition. Speziell aus der Distanz erwiesen sich die Freiburger als inspiriert: 9 von 15 Dreierversuchen fanden den Weg in den Korb, was eine aussergewöhnliche Dreierquote von 60 Prozent ergab. Das Resultat war eine in diesem Ausmass unerwartet komfortable 47:34-Führung zur Pause. Und dies alles ohne Teamstütze Natan Jurkovitz, der sich im letzten Spiel gegen Lausanne-Pully eine Muskelverletzung an den Adduktoren zugezogen hatte und laut Olympics Sportchef Alain Dénervaud vier bis sechs Wochen pausieren muss.

Aufgrund des Ausfalls von Jurkovitz war Aleksic dazu gezwungen, plus/minus mit sieben Spielern zu rotieren. Diese Einschränkung fiel jedoch kaum ins Gewicht. Olympic knüpfte in Halbzeit zwei zunächst nahtlos an die Vorstellung der ersten zwanzig Minuten an. Bis zur 26. Minute bauten die Hausherren ihr Polster auf 18 Zähler aus (63:45). Dann aber kassierte Freiburg ein 0:10-Teilresultat. So schrumpfte der Vorsprung bis Ende des dritten Viertels doch wieder auf acht Punkte, auch weil sich die Genfer zu viele Offensiv-Rebounds krallen konnten. Aus der Ruhe bringen liessen sich die Gastgeber deshalb nicht. Olympic zeigte eine erstaunlich reife Leistung und ist zu diesem noch frühen Zeitpunkt der Saison klar weiter als die Genfer, die nebst vielen neuen Spielern mit dem schwedischen Nationaltrainer Vedran Bosnic auch einen neuen Coach haben. Cotture etwa ist noch nicht wirklich in Genf angekommen. Mit nur vier Punkten, dafür aber fünf persönlichen Fouls endete der enttäuschende Arbeitstag des Ex-Freiburgers vorzeitig. Nicht zuletzt dank dem unter dem Korb allzeit präsenten Topskorer Babacar Touré und dem überzeugenden Talent Boris Mbala (10 Punkte) brachte Olympic den siebten Saisonsieg sicher nach Hause (86:67).

«Bin stolz auf unser Team»

«Ich bin wirklich stolz auf unser Team. Wir hatten einen Plan und haben ihn umgesetzt. Genf bei 67 Punkten zu halten ist definitiv eine starke Leistung», sagte Timberlake, der dem Umstand, dass es gegen seine Ex-Kollegen gegangen war, keine allzu grosse Bedeutung zumessen wollte.

«Olympic wollte den Sieg mehr als wir», analysierte seinerseits der ziemlich angefressene Genfer Coach Bosnic. «Ich hasse es zu verlieren. Der Fokus bei den Freiburgern war grösser. Besonders vor der Pause haben wir dem Gegner zu viel erlaubt. Mich stören deshalb die 47 kassierten Punkte viel mehr als die Tatsache, dass wir vor der Pause nur 34 Zähler erzielen konnten.»

Olympic-Trainer Aleksic schliesslich strich den guten Teameffort heraus. «Auch ohne Jurkovitz haben wir auf dem Parkett gut kommuniziert und harmoniert. Ein spezielles Lob geht an Mbala, der eine tolle Vorstellung bot.» In dieser ausgeglichenen Liga weiter ungeschlagen zu sein sei bemerkenswert, schloss Aleksic.

Telegramm

Olympic - Genf 86:67 (47:34)

St. Leonhard. 1553 Zuschauer. SR: Michaelides, Stojcev, Tagliabue.

Freiburg Olympic: Touré (18), Mbala (10), Jaunin (10), Miljanic (10), Buratowski (14), D. Mladjan (14), Timberlake (10), Souare.

Genf: Addison (17), Pythoud (2), Gravet (2), Medford (9), Cotture (4), Kovac (9), M. Mladjan (11), Grünninger, Elliott (13).

Bemerkungen: Olympic ohne Jurkovitz und Frossard (beide verletzt).