Basketball 01.07.2017

Olympic verliert seinen Captain

Nach langen Jahren bei Olympic lässt es Arnaud Cotture künftig für Genf krachen.
Eine schlechte und eine gute Nachricht für Olympic: Während Captain Arnaud Cotture den Freiburger Basketball-Club verlässt und bei Genf anheuert, bleibt Natan Jurkovitz dem NLA-Verein vorerst erhalten.

Dass sie die beiden noch jungen Power Forwards beziehungsweise Center Natan Jurkovitz (22) und Arnaud Cotture (21) unbedingt halten wollen, daraus hatten die Verantwortlichen von Playoff-Halbfinalist Olympic nach dem Saisonende nie ein Geheimnis gemacht. Trotzdem beschäftigen sich die Freiburger mit den möglichen Szenarien, dass zumindest einer der zwei grossgewachsenen Spieler oder gar beide den Rekordmeister verlassen könnten. Denn sowohl Cotture als auch Jurkovitz – der eine Ausstiegsklausel in seinem noch ein Jahr gültigen Vertrag besass – hatten angetönt, dass sie sich einen Transfer ins Ausland durchaus vorstellen könnten.

Überraschender Transfer

Einen Monat später herrscht nun Klarheit über die Zukunft des Duos. Am späten Donnerstagabend informierte Olympic – dem Zeitgeist entsprechend – auf seiner Facebook-Seite mit folgenden Worten darüber, dass Cotture den Verein in Richtung Genf verlässt: «Nach all den Jahren in Blau-Weiss hat der Adoptionsfreiburger entschieden zu gehen. Danke für alles, Arnaud, und viel Glück mit deinen neuen Farben. Auf Wiedersehen, Captain!» Der Entscheid des Wallisers hatte nicht nur Olympics Technischen Direktor Alain Dénervaud auf dem falschen Fuss erwischt. «Wir haben seit einiger Zeit Diskussionen mit Arnaud geführt und wir wussten auch vom Angebot der Genfer, so weit ist alles korrekt abgelaufen», hält er fest. «Überrascht waren wir dann aber insofern, als dass uns Arnaud versichert hatte, dass bei einem Verbleib in der Schweiz nur Freiburg in Frage käme.» Letzten Endes hätten den Spieler die Argumente des Genfer Präsidenten offensichtlich mehr überzeugt, konstatiert der Technische Direktor trocken. Die Freiburger wären ihrerseits bereit gewesen, für eine Vertragsverlängerung mit Cotture, der in der vereinseigenen Akademie geformt wurde und 2012 sein NLA-Debüt für Olympic gegeben hatte, tiefer in die Tasche zu greifen. Doch wie schon vor Jahresfrist, als Roberto Kovac ein lukratives Vertragsangebot der Genfer jenem von Freiburg vorgezogen hatte, hatte Olympic erneut das Nachsehen.

Nebst der schlechten Nachricht im Falle Cottures gibt es immerhin auch eine gute aus Freiburger Perspektive: Natan Jurkovitz hat sich entschieden, seinen Vertrag mit Olympic zu erfüllen. «Wenigstens bleibt uns einer der beiden erhalten, umso besser», sagt Dénervaud. Der schweiz-französische Doppelbürger wird damit eine noch wichtigere Rolle im Kollektiv der Freiburger einnehmen, und der Technische Direktor kann beginnen, sein Team um Jurkovitz herum aufzubauen.

Jaunin bleibt

Nach den Abgängen von Cotture und Eric Fongue (zu Neuenburg) stehen bis jetzt mit Jurkovitz, Boris Mbala und Jérémy Jaunin, der gestern verlängert hat, nur drei Spieler bei Olympic unter Vertrag. Gespräche mit Westher Molteni und Dusan Mladjan sind im Gang. Von ihrem Entscheid wird abhängen, wie die Ausländer-Strategie aussehen wird.

Reaktionen

«Für meine Entwicklung ist Genf besser»

Arnaud Cotture macht gegenüber der Zeitung «La Liberté» keinen Hehl daraus, dass ihm die Genfer ein «schönes Angebot» unterbreitet hatten. Den Ausschlag für einen Wechsel zu jenem Team, gegen das die Freiburger im Frühling in den Playoff-Halbfinals gescheitert waren und das anschliessend im Final dem BBC Monthey unterlegen war, hätten aber andere Überlegungen gegeben. «Für meine persönliche Entwicklung kam ich zum Schluss, dass Genf für mich interessanter als Olympic ist.» Der bald 22-jährige Walliser hatte zuletzt auch Kontakt zum französischen ProA-Team aus Dijon, zu einem Engagement kam es aber nicht. «Aber nur schon die Tatsache, dass ich in Dijon Tests machen konnte, ermutigt mich, auf diesem Weg weiterzumachen.»

Das Argument Aleksic

Auch der auf den Positionen 3 und 4 einsetzbare Natan Jurkovitz erklärt, dass er einige Offerten aus dem Ausland auf dem Tisch gehabt hatte. «Aber nirgends wurde mir eine gewisse Spielzeit zugesichert, und vor allem sah ich bei keinem dieser Vereine einen Coach wie Petar Aleksic, der fähig ist, mich so wie er weiter voranzubringen.» Bedenkt man, dass Jurkovitz erst zwei Jahre in der Nationalliga A spielt, fällt es schwer, ihm nicht recht zu geben.

fs