Basketball 29.09.2017

Elfic mehr denn je in der Favoritenrolle

Mit dem neuen Trainer Laurent Plassard und Marielle Giroud ist Elfic Freiburg in der NLA der Frauen das Mass der Dinge.

Erstmals seit sieben Jahren startet das Frauen-NLA-Team von Elfic Freiburg morgen Samstag mit einem neuen Trainer in die Saison. Auf Romain Gaspoz, mit dem Elfic unter Berücksichtigung seiner Möglichkeiten «nur» 2011 den Meistertitel und zweimal den Ligacup (2016/2017) gewonnen hat, folgt Laurent Plassard. Der 52-jährige Franzose ist seit Jahren in der Schweiz wohnhaft unter trainierte unter anderem während sechs Jahren das NLA-Team aus Martigny. Für die Freiburgerinnen ist es so etwas wie ein Neustart, auch wenn Plassard nicht alles über den Haufen werfen will. «Die Basis stimmt, ich werde deshalb im Zeichen der Kontinuität arbeiten. Aber natürlich werde ich einen persönlichen Touch einbringen und die eine oder andere Anpassung im Spiel vornehmen.» Verteidigen und rennen: So lautet die Philosophie des Franzosen zusammengefasst. «Wichtig ist, dass wir in der Defensive stark sind, aggressiv agieren – und dann kontern, indem wir den Ball teilen. Ich will ein Kollektiv auf dem Parkett sehen.»

Triple muss das Ziel sein

Plassard weiss selbstredend um die eklatante Schwäche Elfics der letzten Jahre, in den entscheidenden Momenten das Maximum abrufen zu können. Seit dem letzten Meistertitel 2011 stand Freiburg immer im Playoff-Final, teils als klarer Favorit, scheiterte aber immer wieder an seinen Nerven. So auch im Cup, wo es im April im Endspiel gegen Winterthur eine gänzlich unerwartete Niederlage absetzte. Legt der Franzose deshalb ein besonderes Augenmerk auf den mentalen Aspekt? «Ich würde in diesem Zusammenhang nicht vom Mentalen sprechen, sondern vom Selbstvertrauen. Das müssen wir uns im Training erarbeiten, damit wir auf dem Feld nicht zu viel überlegen. Wenn wir wissen, was im Spiel zu tun ist, haben wir auch das nötige Selbstvertrauen.»

Elfic geht mehr denn je als Favorit in die Saison. Mit Marielle Giroud konnte von Serienmeister Hélios, der nun definitiv kleinere Brötchen backen wird, die zurzeit wohl beste Schweizer Spielerin verpflichtet werden. Zusammen mit Alexia Rol und Aggressivleaderin Nancy Fora bürgt sie für Qualität, die kein anderes Team bei den Schweizerinnen so aufweisen kann. «Wir sind die Gejagten. Dessen sind wir uns bewusst, und wir werden damit umgehen können», sagt Plassard. Alles andere als der Titel – und auch der Gewinn der zwei Cup-Wettbewerbe – wäre für Elfic eine immense Enttäuschung, auch wenn der Franzose Genf und Troistorrents als Konkurrenten auf dem Zettel hat.

Noch fehlt eine Ausländerin

Im Heimspiel gegen Pully morgen Samstag wird Elfic Freiburg wohl mit nur einer Ausländerin – der Belgierin Noémie Mayomobo – auflaufen. Die ursprünglich verpflichtete Amerikanerin Kaylin Williams verliess den Club Anfang Woche, nachdem sie sich nicht wirklich integrieren konnte. «Wir sind intensiv auf der Suche nach einer Spielerin für die Center-Position.»

Die neue Spielerin soll spätestens nächste Woche präsentiert werden können, damit sie noch bis zum ersten Spiel im Eurocup gegen Venedig (11. Oktober) integriert werden kann. Ein Wettbewerb, der Plassard am Herzen liegt. «Für uns ist der Eurocup eine gute Möglichkeit, gegen stärkere Teams Fortschritte zu erzielen. Wir sind Wettkämpfer und werden kein Spiel im Voraus verloren geben.»

Saison 2017/18

Kader Elfic Freiburg

Alexia Rol (Jg. 89/181 cm/Pos. 2,3), Noémie Mayombo (neu/BEL/91/170/1,2/ Hastanesi/TUR), Marielle Giroud (neu/ 87/183/4,5/Hélios),Tiffanie Zali (95/182/3,4), Nancy Fora (97/176/1,2), Yeinny Dihigo Bravo (96/181/4,5). Camille Delaquis (98/171/1,2), Marlene Zimmermann (99/169/2,3), Elea Jacquot (01/184/3,4), Alyson Perriard (97/171/2,3), Malorie Nein (98/176/2,3), Marie Butty (98/174/2,3).

Trainer: Laurent Plassard (neu). Assistentin: Jamila Studer (neu).

Abgänge: Jazmine Davis (USA, Enea AZS Poznan, POL), Breanna Brock (USA, Istanbulgucu, TUR), Caroline Turin (Rücktritt), Marina Lugt (Pully), Romain Gaspoz (Trainer, BC Boncourt).