Basketball 06.03.2017

Der Leader deklassiert das Schlusslicht

Freiburgs Justin Roberson (rechts) und Co. hatten gegen Winterthur leichtes Spiel.
In einem Spiel, das eigentlich nie eines war, schickte Freiburg Olympic Winterthur mit einer 103:53-Packung nach Hause. Nach diesem Sieg beträgt der Vorsprung des Leaders auf die Konkurrenz bereits vier Punkte.

Leader gegen Schlusslicht – und trotzdem kamen am Samstag 1357 Zuschauer in die Halle St. Leonhard. Um es gleich vorwegzunehmen: Spannung gab es ab dem 2:2 keine mehr, aber immerhin wunderschöne Kombinationen und knallende Dunks. Das allerdings nur auf der einen Seite, denn Freiburg Olympic liess nie die leisesten Zweifel aufkommen, wer diese Partie für sich entscheiden würde.

Winterthur ohne den Top-Skorer

Eine Hiobsbotschaft gab es für die Zürcher schon vor Beginn der Partie: Topskorer Rash Whack musste wegen Schmerzen im Knie auf der Bank Platz nehmen und konnte gar nie ins Geschehen eingreifen. Als in der zweiten Minute einer der drei Amerikaner Winterthurs, Shane Southwell, zum 2:2 ausglich, durfte man noch auf eine ausgeglichene Partie hoffen. Aber dazu wollte es der Heimklub diesmal nicht kommen lassen. Als drei Minuten später der Winterthurer Coach Zuflucht in einer Auszeit suchen musste, stand es bereits 14:2 für die Saanestädter. Noch vor Ende des ersten Abschnitts wuchs der Vorsprung auf 20 Punkte an. Eine Partie, die eigentlich nie eine war, konnte bereits nach diesem Startviertel als entschieden bezeichnet werden. Daran konnte zu Beginn des zweiten Abschnittes auch der ehemalige Freiburger Stefan Petkovic mit zwei erfolgreichen Dreiern nur bedingt etwas ändern. Immerhin durfte der am Ende zum besten Akteur seines Teams gekrönte Spieler damit viel Applaus des Freiburger Publikums erhaschen.

Der zweite Ex-Freiburger in den Reihen der Zürcher ist der grossgewachsene Kevin Monteiro. Er liess in seinen Aktionen viel Nervosität aufblitzen und kam erst gegen Ende zu ein paar Pünktchen. Auf Freiburger Seite kam der Wright-Ersatz Troran Brown zu seinem Heimdebut. Wie die restlichen Akteure der Freiburger lieferte er eine akzeptable, aber keine überragende Leistung ab. Gegen einen derart inferioren Gegner allerdings reichte da auch eine durchschnittliche Teamleistung.

Alle 12 Spieler mit Punkten

Auf dem Matchblatt dürfen 12 Spieler aufgeführt werden. Eher selten kommt es dazu, dass ein Trainer sein ganzes Kontingent aufs Parkett bringen kann. Noch seltener aber geschieht das, was Freiburg Olympic am Samstag zustande brachte: Alle 12 Akteure kamen auch zu Punkten. Die 103 erzielten Punkte verteilten sich schön regelmässig auf die Spieler des Heimteams. Petar Aleksic darf tatsächlich stolz sein auf sein Team, denn die Leistung fiel auch dann nicht ab, wenn beinahe die gesamte zweite Garde auf dem Parkett stand. Ohne diese Kollektivleistung schmälern zu wollen, muss allerdings festgehalten werden, dass keine Mannschaft gegenüberstand, die den Namen «Gegner» verdiente. Im Schlussviertel verabschiedeten sich auch noch gleich alle drei US-Amerikaner der Gäste mit fünf persönlichen Fouls in die Kabine.

Titelverteidigung als Ziel

So leicht wie am Samstag wird es in Zukunft für Olympic kaum mehr sein, zwei Punkte ins Trockene zu bringen. Dennoch dürfen sich die Freiburger berechtigte Hoffnungen auf eine Titelverteidigung machen. Die Saison dauert noch lange, aber die härtesten Konkurrenten nehmen sich immer wieder gegenseitig Punkte weg, wovon Olympic jetzt gleich mehrmals profitieren konnte. Der Meistertitel ist der einzige Pokal, der an der Saane bleiben könnte, denn der Ligacup ging ja gegen Mon­they verloren. Auch im Schweizer Cup sorgte derselbe Gegner aus dem Wallis für ein frühes Ausscheiden des Favoriten. Auch in der Meisterschaft wartet man auf den ersten Erfolg gegen dieses Monthey. Was am Samstag fehlte, ist also für den Rest der Saison noch garantiert: Spannung.

Telegramm

Freiburg Olympic - Winterthur 105:53 (54:27)

St. Leonhard; 1357 Zuschauer; SR: Marmy/Mazzoni/De Martis.

Freiburg Olympic: Taylor (13), Jaunin (6), Cotture (12), Roberson (11), Jurkovitz (14), Brown (6), Ebenda (2), Molteni (12), Desponds (2), Mladjan (14), Daramola (4), Leemans (2).

Winterthur: Monteiro (7), Downing (12), Southwell (8), Marchand, Jennings (8), Savon (2), Henrici (2), Ramirez, Hulliger (5), Petkovic (9).

Bemerkungen: Olympic ohne Fongué und Mbala, Winterthur ohne Whack (alle verletzt). – 5 Fouls: Downing (33.), South­well (38.), Jennings (40.). Beste Spieler: Cotture / Petkovic. Teilresultate: 27:11; 27:16; 26:7; 23:19.

Reaktionen

«Wir waren in allen Belangen schwächer»

Olympic-Trainer Petar Aleksic: «Ich bin zufrieden mit der Kollektivleistung meines Teams. Wir haben auch bei grossem Vorsprung für einmal den Rhythmus beibehalten und den Gegner nicht mehr zurückkommen lassen. Aber die Saison ist noch lang; so leicht wird es kaum mehr sein, zu Punkten zu kommen.»

 

Winterthur-Spieler Stefan Petkovic: «Ich darf mit Stolz die Halle in Freiburg verlassen, auch wenn ich nicht so viele Minuten im Einsatz stand. Ich bin trotzdem stolz darauf, heute zum besten Spieler meines Teams gewählt worden zu sein. Wir waren heute in allen Belangen schwächer. Dennoch war es für mich sehr schön, wieder einmal in der Stadt zu spielen, in der ich meine ‹Pubertät› erlebte und basketballerisch zu Höhenflügen ansetzen durfte...»

bb