Archiv 05.07.2000

Poly Laupen verkauft

Die Poly Laupen befindet sich seit dem 1. Juli offiziell im Besitz der Amcor-Rentsch-Gruppe. Durch den Verkauf solle der Produktionsstandort Laupen gesichert werden, erklärt der vormalige Eigentümer.

Amcor Rentsch seit 1. Juli neue Besitzerin

Das Personal der Poly Laupen war am Montag über den Verkauf orientiert worden. Ex-Eigentümer Konrad Feller erklärte, er habe nicht nur das Gefühl, dass das Weiterbestehen des Betriebes gewährleistet sei, sondern dass die Poly unter der neuen Eigentümerschaft gar weiter wachsen könnte.

Wie die Amcor und die Poly in einem gemeinsamen Communiqué schreiben, werde das gesamte Poly-Team in Laupen, insgesamt 120 Personen, von der Amcor Rentsch übernommen. Die Leitung der Poly hat neu Horst Hochrein, der auch den Produktionsbetrieb in Rickenbach leitet. Konrad Feller wird andere Aufgaben in der Amcor-Rentsch-Gruppe übernehmen.

Familienbetrieb über
drei Generationen

Die Poly Laupen war ein Familienbetrieb und Konrad Feller stand ihm in der dritten Generation vor. Wie Feller gegenüber den FN sagt, sei er zu 100 Prozent Eigentümer gewesen, und somit sei der Verkauf auch sein Entscheid gewesen. Das Kader sei über den Schritt informiert gewesen.

«Das oberste Ziel war, den Standort in seiner jetzigen Grössenordnung zu erhalten. Für eine Firma mit der Struktur der Poly, die international operiert, ist das Umfeld immer schwieriger und das Risiko grösser geworden», erklärt Feller.
Das Personal habe diesen Schritt auch verstanden und gar mehrheitlich positiv aufgenommen, sagt Feller. Vorerst werde sich auch in der Produktion nichts ändern, später werde es wohl zu einzelnen Strukturbereinigungen kommen.
Die Poly Laupen ist ein in der Schweiz führender Hersteller von Kartonverpackungen für die Tabak- und die Lebensmittelindustrie. Auch die Amcor Rentsch bewegt sich auf demselben Gebiet: gedruckte Verpackungen für die Tabakindustrie, Spezialverpackungen in den Bereichen Kosmetik, Haarkoloration und Süsswaren.
Tatsächlich betont Konrad Feller, hätten sich die beiden Firmen gegenseitig bestens gekannt. Seit anfangs der 60er Jahre arbeite man in vielen Bereichen (Kapazitäten, technische Entwicklung, Auftritte) zusammen, so dass der Verkauf der Poly ein gut absehbarer Schritt sei. Im Übrigen sei die Ascor-Rentsch-Gruppe nicht jener Interessent mit der höchsten Preisofferte gewesen.

Mehr Flexibilität gegenüber Kunden

Poly und Amcor sehen nun die Möglichkeit einer noch engeren Zusammenarbeit und Ergänzung der beiden Betriebe in der Offset- sowie der Tiefdruckproduktion. Die Bereiche würden erweitert und tragen zur Flexibilität der Firma gegenüber den Kunden bei. «Die Einbindung der Poly Laupen in die europäische Amcor-Rentsch-Gruppe wird mit Sicherheit die Weiterentwicklung des Produktionsbetriebes Laupen in naher Zukunft positiv beeinflussen.»

Amcor Rentsch betreibt Produktionsstätten in der Schweiz, in Frankreich, Deutschland, Irland, Spanien, Portugal, Polen und in Kürze auch in Russland.
Die Gruppe ist eine 100-prozentige Tochter der Amcor Limited, einer australischen Verpackungsgruppe mit einem weltweiten Umsatz. Das europäische Portfolio besteht aus der Amcor-Rentsch-Gruppe, der Amcor Flexibles Europe und der Amcor Mediflex. Das Unternehmen stellt Zigarettenverpackungen in Europa, China, Singapur, Malaysia und Australien her. Das weltweite Tabakgeschäft wird in England koordiniert.
Poly-Eigentümer Konrad Feller führte in Laupen die Hortus Holding, zu der neben der Poly noch der Iris-Verlag mit dem Amtsanzeiger Laupen und die Wohnungsbau AG gehören. Diese beiden Betriebe verbleiben in der Holding.